by | Mai 11, 2026
Das Priesterseminar Graz-Seckau liegt in der Bürgergasse 2 mitten in der Grazer Altstadt und gehört zur historischen Stadtkrone rund um Dom, Mausoleum und Alte Universität. Das ehemalige Kollegium der Jesuiten vermittelt mit seiner geradlinigen Architektur bis heute den Zweck von Studium, Disziplin und Einkehr. Laut Graz Tourismus verbirgt es den größten Innenhof der Stadt; der rund 1.300 m² große Hof ist noch vom Renaissancestil der Entstehungszeit geprägt.
Die Geschichte des Hauses reicht in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts zurück. 1572 berief Erzherzog Karl II. den Jesuitenorden nach Graz, der rasch seine Lehrtätigkeit aufnahm und mit dem Bau eines Kollegiums begann. 1585 folgte die Gründung der Jesuitenuniversität. Das von Vinzenz de Verda errichtete Kollegium war bis ins 19. Jahrhundert baulich mit der Jesuitenkirche, dem heutigen Grazer Dom, verbunden. Nach der Aufhebung des Jesuitenordens 1773 diente das Gebäude verschiedenen Zwecken: als Schule, Gefängnis, Verwaltungsgebäude und Kaserne. Heute beherbergt es wieder vor allem kirchliche Einrichtungen, darunter das Priesterseminar und das Diözesanmuseum.
Im Inneren finden sich mehrere kunst- und bauhistorisch bedeutende Räume. Die 1712 geschaffene Prunk- oder Barockstiege im Südflügel ist mit 24 Emblemen geschmückt, die Marienmotive sowie Ansichten des ehemaligen Jesuitenkollegiums und der Alten Universität zeigen. Der Barocksaal war ursprünglich ein 1692/94 adaptierter Bibliothekssaal der Jesuiten und dient heute für Vorträge und Veranstaltungen. Die Hauskapelle im ersten Stock wurde 1962/63 eingerichtet und später erneuert; sie enthält unter anderem Glasfenster von Rudolf Szyskowitz, einen Volksaltar von Alexander Silveri, ein Kreuzbild von Arnulf Rainer und Glasarbeiten von Michael Kienzer. Das barock ausgestaltete Refektorium im ersten Stock des Nordwestflügels bewahrt trotz späterer Eingriffe seine repräsentative Wirkung und dient weiterhin als Speisesaal.
by | Mai 11, 2026
Mit der Oper Graz besitzt die Stadt ein traditionsreiches Musiktheater und ein architektonisch eindrucksvolles Haus des 19. Jahrhunderts. Der Bau am Kaiser-Josef-Platz wurde vom renommierten Architektenduo Ferdinand Fellner und Hermann Helmer geplant und am 16. September 1899 mit Schillers „Wilhelm Tell“ eröffnet; am folgenden Tag wurde mit Wagners „Lohengrin“ erstmals Oper gespielt. Die Ausstattung des Zuschauerraums ist an Barock und Rokoko angelehnt und in Gold, Weiß und Rot gehalten. Das Haus verfügt laut offizieller Oper-Graz-Geschichte über rund 1.200 Sitzplätze, mehr als 40 Logen und eine reich gestaltete Inneneinrichtung. Die Oper Graz pflegt ein breites Repertoire aus Oper, Operette, Musical, Ballett und Konzerten und ist auch Heimstätte wichtiger Klangkörper und Ensembles wie der Grazer Philharmoniker. Nach einer Renovierung von 1983 bis 1985 wurde das Gebäude an moderne bühnentechnische Anforderungen angepasst. Die Oper Graz wurde 2001 als „Opernhaus des Jahres“ ausgezeichnet und war 2015 sowie 2018 bei den International Opera Awards nominiert. Für Besucherinnen und Besucher sind neben Vorstellungen auch Führungen interessant, bei denen Bereiche des Hauses gezeigt werden, die im normalen Vorstellungsbetrieb verborgen bleiben.
by | Mai 11, 2026
Abseits der belebten Straßen der Grazer Altstadt verbergen sich zahlreiche Innenhöfe, die den besonderen Charakter der Stadt prägen. Graz Tourismus beschreibt sie als stille, oft versteckte Orte voller Geschichte, Architektur und Atmosphäre. In der Umgebung von Sackstraße, Hauptplatz, Sporgasse und Herrengasse lassen sich niedrige Gewölbegänge, Arkaden, begrünte Rückzugsorte und historische Baustrukturen entdecken. Zu den besonders sehenswerten Höfen zählen der Landhaushof in der Herrengasse 16, der Hof des Deutschen Ritterordens in der Sporgasse 22, der Innenhof des Priesterseminars in der Bürgergasse 2a, der Zanderhof in der Sackstraße 26, der Innenhof der Herzl Weinstube in der Prokopigasse 12, der Innenhof der Franziskanerkirche am Franziskanerplatz 14, der Generalihof mit Eingang Herrengasse 9, der Herzoghof mit Eingang Herrengasse 7 und der Innenhof des ehemaligen Dominikanerklosters in der Dreihackengasse 1-3. Auch der Innenhof von Schloss Eggenberg wird als besonders eindrucksvoll genannt. Viele Grazer Innenhöfe sind selbstständig zugänglich, bei privaten Höfen sollte jedoch auf Beschilderung geachtet oder vor dem Betreten nachgefragt werden. Ergänzend bietet Graz Tourismus den geführten Rundgang „Innenhöfe & mehr“ an, bei dem ausgewählte Höfe, Plätze und versteckte Orte mit Hintergrundinformationen besucht werden.
by | Mai 11, 2026
Mitten in der Grazer Altstadt öffnet sich an der Herrengasse 9 der Generalihof, ein stimmungsvoller Innenhof, der zu den besonderen Stadträumen der historischen Innenstadt zählt. Graz Tourismus beschreibt ihn als wohl schönsten Innenhof der Grazer Altstadt und verweist auf die dort angesiedelte Weinbar Klapotetz. Diese prägt den Hof als genussvollen Treffpunkt mit einer großen Auswahl an Rot- und Weißweinen. Ergänzende bauhistorische Quellen führen das Gebäude Herrengasse 9 als Generalihof beziehungsweise ehemaliges Palais Breuner und nennen einen Renaissance-Arkadenhof. Die Stadt Graz erwähnt den Generalihof im Zusammenhang mit den Grazer Innenhöfen und dem UNESCO-Welterbe-Kontext der Altstadt. Der Hof eignet sich besonders für einen kurzen Altstadtspaziergang, als ruhiger Zwischenstopp in der Herrengasse oder als kulinarischer Abstecher in Verbindung mit der Grazer Innenstadt.
by | Mai 11, 2026
Im Herzen der Grazer Altstadt bilden Hauptplatz und Rathaus eines der bekanntesten Stadtbilder von Graz. Der Platz gilt als historisches Zentrum der zweitgrößten Stadt Österreichs und ist Ausgangspunkt in mehrere wichtige Altstadtgassen wie Herrengasse, Sporgasse, Sackstraße, Murgasse und Schmiedgasse. Schon seit dem Mittelalter war der Hauptplatz zentraler Markt- und Versammlungsort; bis ins späte 18. Jahrhundert spielte er auch im öffentlichen Strafvollzug eine Rolle. Heute ist er ein belebter Treffpunkt, Verkehrsknotenpunkt für Straßenbahnen und Bühne für Veranstaltungen, saisonale Märkte und Stadtfeste. Das Rathaus dominiert die Südseite des Platzes. Um 1550 bezog die Stadtverwaltung hier ein Renaissance-Gebäude, das auch als Gefängnis diente. 1803 folgte ein größerer Neubau im barock-klassizistischen Stil. Das heutige Rathaus wurde im Zuge des starken Wachstums der Stadt nach Plänen der Wiener Architekten Alexander Wielemans und Theodor Reuter errichtet und 1893 fertiggestellt. Der späthistoristisch-altdeutsche Bau sollte ursprünglich den gesamten Block einnehmen; drei schmale Bürgerhäuser an der Herrengasse blieben jedoch erhalten, weil ihre Eigentümer den Verkauf verweigerten. In der Mitte des Hauptplatzes steht der 1878 errichtete Erzherzog-Johann-Brunnen.