by | Mai 11, 2026
Der Kalvarienberg Graz liegt auf dem Austein, einem markanten Felsen nahe der Mur im Stadtbezirk Lend. Neben dem Schlossberg zählt er zu den auffälligen Erhebungen der Stadt. Auf diesem Felsen wurde eine Via Dolorosa in Anlehnung an den Kreuzigungshügel Golgota in Jerusalem nachgebildet. Die Anlage ist bei Pilgern ebenso bekannt wie bei Besucherinnen und Besuchern, die den historischen Ort und die Aussicht über Graz erleben möchten.
Die Geschichte des Grazer Kalvarienbergs beginnt 1606. Damals wurden auf dem Austein die ersten drei Kreuze errichtet. Aus der frühen Andachtsstätte entwickelte sich im Lauf des 17. und 18. Jahrhunderts eine umfangreiche Passionslandschaft mit Kapellen, Kreuzigungsgruppe und Kirche. Die Kalvarienbergkirche zum Heiligen Kreuz entstand aus einer älteren Ölbergkapelle und wurde 1668 zur Kirche erweitert. Besonders charakteristisch ist der barocke Vorbau mit Heiliger Stiege und Ecce-Homo-Bühne.
Die Anlage umfasst mehrere religiöse und kunsthistorisch bedeutende Elemente. Am höchsten Punkt des Felsens steht die Kreuzigungsgruppe, die als besonders bekanntes Motiv des Kalvarienbergs gilt. Zur Anlage gehören außerdem Kapellen, die Kalvarienbergkirche, die Heilige Stiege, der Pfarrhof und der Kalvarienberg-Friedhof. Laut kirchlicher Quelle besteht der Grazer Kalvarienberg seit 1606; 1786 entwickelte sich der Pilgerort zur Lokalie und 1831 zur Pfarre. Der Hochaltar wurde 1894 von Jakob Gschiel und Peter Neuböck ausgeführt, der Deckenstuck stammt von Domenico Boscho aus dem Jahr 1704.
Heute ist der Kalvarienberg ein stiller Ort für Spaziergänge, Andacht und historisches Entdecken. Der Aufstieg führt zu Aussichtspunkten über Graz, während die Umgebung am Murufer und die nahe Kalvarienbergstraße die Anlage gut erreichbar machen. Die Pfarrkirche ist Teil der Pfarre Graz-Kalvarienberg und trägt das Patrozinium Heiliges Kreuz beziehungsweise Kreuzauffindung.
by | Mai 11, 2026
Am Hilmteich verbinden sich Wasser, Wald und Freizeitangebote zu einem vielseitigen Erholungsraum in Graz. Der Teich liegt an der Hilmteichstraße am Rand des Leechwaldes und ist von einer gepflegten, parkähnlichen Grünanlage umgeben. Spazierwege, Waldlaufwege, Rastplätze und Picknickmöglichkeiten machen den Ort ganzjährig attraktiv. Im Sommer laden Bootsfahrten am Teich, der angrenzende Kletterwald und der große Kinderspielplatz zu Aktivitäten für Familien ein. Wer es ruhiger mag, kann am Wasser flanieren, im Grünen pausieren oder die Waldwege des Leechwaldes erkunden. Bei passenden Temperaturen und ausreichender Eisdicke wird der Hilmteich im Winter zum romantischen Eislaufplatz. Gastronomisch ist der Bereich unter anderem durch das Purberg im Hilmteichschlössl versorgt. Der Hilmteich ist mit der Straßenbahn-Linie 1 erreichbar; außerdem führt der Mariatroster Radweg R23 in die Nähe.
by | Mai 11, 2026
Im Grazer Universitätsviertel lädt der Botanische Garten der Universität Graz zu einer Entdeckungsreise durch die Pflanzenwelt ein. Die Anlage besteht seit über 200 Jahren und vereint Lebendsammlungen, Forschung, Lehre, Museum und Erholung. Auf rund 2,8 Hektar Gartenfläche und 1.500 Quadratmetern Gewächshausfläche werden etwa 7.500 Pflanzenarten kultiviert. Die Freilandanlagen und Gewächshäuser sind bei freiem Eintritt öffentlich zugänglich. In den Schaugewächshäusern werden mehrere Klimazonen simuliert: Das Tropen- bzw. Warmhaus beherbergt tropische Nutzpflanzen, Orchideen und Mangrovenpflanzen, im Kalthaus wachsen unter anderem Mittelmeervegetation, Zitruspflanzen und Eukalyptus, im Temperierthaus gedeihen Pflanzen aus Südamerika und Australien, und im Sukkulentenhaus sind Kakteen und andere trockenheitsliebende Gewächse zu sehen. Holzstege und Brücken führen durch die Gewächshäuser und ermöglichen abwechslungsreiche Einblicke in unterschiedliche Lebensräume. Der Garten dient zugleich der botanischen und ökologischen Weiterbildung und bietet mit Führungen, Freiland-Labor, Veranstaltungen und Workshops zusätzliche Vermittlungsangebote. Der Haupteingang befindet sich in der Schubertstraße 59. Erreichbar ist der Botanische Garten unter anderem mit der Straßenbahnlinie 1 bis Hilmteich/Botanischer Garten oder mit der Buslinie 41 bis Botanischer Garten.
by | Mai 11, 2026
Mitten in der Grazer Herrengasse steht die Stadtpfarrkirche, auch Propstei-, Haupt- und Stadtpfarre Graz-Hl. Blut. Der Kirchenbau erzählt eine wechselvolle Geschichte vom Spätmittelalter bis in die Gegenwart. 1440 ließ Kaiser Friedrich III. im aufgelösten Judenviertel eine kleine Fronleichnamskapelle bauen und übergab sie den Dominikanern. Diese erweiterten die Kapelle zu einer dreischiffigen gotischen Hallenkirche mit schmalem, langem Chorraum. An die Dominikanerzeit erinnern bis heute die gotische Architektur und der südlich angrenzende, teilweise gotisch gewölbte Kreuzganghof. 1585 wurde die Kirche auf Befehl Erzherzog Karl II. zur Stadtpfarrkirche umfunktioniert. Barocke Altäre wurden im 19. Jahrhundert durch neogotische ersetzt; erhalten blieb die barocke Johannes-Nepomuk-Kapelle von Josef Hueber mit dem ehemaligen Hochaltarbild „Mariae Himmelfahrt“, das Tintoretto zugeschrieben wird. Nach einem Bombentreffer im Zweiten Weltkrieg gestaltete Albert Birkle die Chorfenster neu. Sein Bildprogramm thematisiert Leiden und Auferstehung Jesu und wurde durch die Darstellung von Hitler und Mussolini als Peiniger Christi besonders bekannt. Die Riegerorgel von 1970 zählt zu den bedeutenden Instrumenten der Kirche. Der markante Turm über der Herrengasse ist ein reich stuckierter hölzerner Dachreiter mit Kupferhelm, entstanden um 1780 nach Plänen von Joseph Stengg.
by | Mai 11, 2026
Das Palais Saurau zählt zu den auffälligen historischen Bauwerken der Grazer Innenstadt. Es liegt am oberen Ende der Sporgasse nahe dem Schlossberg und fällt schon von außen durch die berühmte Halbfigur mit Turban, Bart und Dolch unter dem Dach auf. Das mächtige vierflügelige Palais wurde 1566 von Pankraz von Windischgrätz nahe der damaligen mittelalterlichen Stadtmauer errichtet. Ein schmales Gässchen zwischen Haus und Stadtmauer war Teil eines Fluchtweges von der Burg zur Schlossbergfestung. Seit 1630 befindet sich das Gebäude im Besitz der Familie Saurau, heute Goess-Saurau. Im 18. Jahrhundert wurde das Palais unter den Grafen Saurau barockisiert. Besonders sehenswert sind das barocke Kunstschmiedeportal, das um 1730 entstandene Oberlichtgitter der Toreinfahrt, die einheitlich erhaltenen Prunkräume der Beletage, die Renaissance-Arkaden im großen Innenhof und die Pflasterung mit rundgeschliffenen Mursteinen, den sogenannten Murnockerln. Auch ein barocker Gartenpavillon am Schlossbergabhang gehört zur Anlage. Um die Türkenfigur ranken sich mehrere Sagen; die offizielle Tourismusquelle weist jedoch darauf hin, dass Graz nie von den Türken besetzt wurde und die ursprüngliche Funktion der Figur nicht eindeutig geklärt ist.