Select Page

Pfadfindermuseum und Institut für Pfadfindergeschichte

In der Loeschenkohlgasse im 15. Wiener Gemeindebezirk bewahrt das Pfadfindermuseum und Institut für Pfadfindergeschichte die Erinnerung an die Pfadfinder*innenbewegung in Österreich und darüber hinaus. Das Museum hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte der österreichischen Pfadfinder und Pfadfinderinnen möglichst lückenlos zu dokumentieren und Besucherinnen und Besuchern anschaulich näherzubringen. Gesammelt werden Objekte aus der österreichischen Pfadfinder*innenbewegung, Exponate rund um den Gründer der Pfadfinderbewegung Lord Baden-Powell, Materialien von Weltpfadfindertreffen wie Jamborees und Moots sowie ausgewählte Stücke aus dem Umfeld anderer Jugendorganisationen. Der Verein entstand aus dem 1971 gegründeten Institut für Pfadfindergeschichte und dem 1989 gegründeten Pfadfindermuseum. In den Ausstellungsräumen werden laufend wechselnde Sonderausstellungen zu Themen wie Pfadfindergeschichte, Pfadfindertechnik, Uniformen, Abzeichen, Fahnen, Wimpel und dem Leben Baden-Powells gezeigt. Das ebenfalls in Wien untergebrachte Archiv enthält unter anderem Protokolle, Lagerausschreibungen, Einladungen, Logbücher, Urkunden, Festschriften, Zeitschriften, Fotos, Filme, Tondokumente, Zeitungsartikel, Bücher und Material von Weltjamborees. Gruppen können Führungen nach Alter und Interessensgebiet vereinbaren; alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ehrenamtlich tätig. Die aktuelle Sonderausstellung „Einmal Pfadfinder*in – immer Pfadfinder*in“ wurde am 28. Februar 2026 eröffnet und ist voraussichtlich bis Jänner 2027 zu sehen.

Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek

Die Papyrussammlung der Österreichischen Nationalbibliothek in der Neuen Burg am Heldenplatz gehört zu den reichhaltigsten und bedeutendsten Sammlungen antiker Schriftstücke weltweit. Rund 180.000 Objekte dokumentieren historische, kulturelle, sprachliche und religiöse Entwicklungen über etwa 3.000 Jahre ägyptischer Schriftgeschichte. Der Schwerpunkt liegt auf dokumentarischen Texten der Spätantike vom 4. bis 7. Jahrhundert nach Christus. Neben Papyrus verwahrt die Sammlung auch andere antike Beschreibstoffe wie Pergament, Papier, Tonscherben, Leder und Holztafeln. Fast alle Bestände stammen aus Ägypten; sie reichen von etwa dem 15. Jahrhundert vor Christus bis in das 16. Jahrhundert nach Christus. Vertreten sind unter anderem ägyptische, griechische, koptische, arabische, hieroglyphische, hieratische, demotische, hebräische, aramäische, syrische, äthiopische, lateinische und mittelpersische Texte. Die Sammlung dient Forschung, Erhaltung und Vermittlung; Originale können nach Anmeldung im Lesesaal genutzt werden. Eine repräsentative Auswahl ist im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek zu besichtigen.

Otto Wagner Hofpavillon Hietzing

Der Otto Wagner Hofpavillon Hietzing gehört zu den markanten Jugendstilbauten der Wiener Stadtbahn und befindet sich an der Schönbrunner Schloßstraße beim Schloss Schönbrunn. Im Zuge der Planung der Wiener Stadtbahn erhielt Kaiser Franz Joseph I. bei der Haltestelle Hietzing eine eigene exklusive Haltestation. Die Initiative ging von Otto Wagner aus, der mit der künstlerischen Gestaltung des neuen Massenverkehrsmittels betraut war. Der 1899 vollendete Bau verbindet ein repräsentatives Äußeres mit einer kostbaren Inneneinrichtung, die ganz auf die Bedürfnisse des Kaisers abgestimmt war. Heute ist der Hofpavillon ein Standort des Wien Museums und macht ein außergewöhnliches Kapitel Wiener Verkehrs-, Architektur- und Stadtgeschichte zugänglich. Der Bau steht im Umfeld von Schloss Schönbrunn und ist öffentlich gut erreichbar. Der Zugang ist eingeschränkt barrierefrei: Der Pavillon ist über zwei Stufen erreichbar, der Ausstellungsbereich selbst ist stufenlos erschließbar.

Beethoven Pasqualatihaus

Das Beethoven Pasqualatihaus gehört zu den Musikerwohnungen des Wien Museums und befindet sich in der Mölker Bastei 8 im 1. Wiener Gemeindebezirk. Ludwig van Beethoven zog in Wien dutzende Male um, doch im Pasqualatihaus lebte er, mit Unterbrechungen, insgesamt acht Jahre und damit besonders lange. Die der ehemaligen Wohnung gegenüberliegenden Räume im vierten Obergeschoss beherbergen heute eine kompakte biografische Ausstellung über den weltberühmten Komponisten.

Der Standort ist nicht nur wegen Beethoven bedeutend, sondern auch wegen der Mölker Bastei selbst. Der Häuserblock liegt auf Resten der Wiener Stadtbefestigung aus dem 16. Jahrhundert, die beim Bau der Ringstraße größtenteils abgebrochen wurde. Kopfsteinpflaster, enge Bauweise der Barock- und Biedermeierhäuser sowie unterschiedliche Gebäudehöhen prägen bis heute das Erscheinungsbild und sind seit Beethovens Zeit weitgehend unverändert geblieben.

In diesem Umfeld verbrachte Beethoven wichtige Arbeitsjahre. Er komponierte hier unter anderem an seiner Oper „Fidelio“. Auch sein berühmtes Klavierstück „Für Elise“ entstand hier; die 5. und 6. Symphonie wurden in diesem Stadtensemble ausgearbeitet. Die Ausstellung vermittelt Beethovens Leben und Werk in konzentrierter Form und verbindet biografische Informationen mit der besonderen Atmosphäre eines historischen Wiener Wohn- und Musikortes.

Das Museum ist Dienstag bis Sonntag von 10:00 bis 13:00 Uhr und 14:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Am 24.12. und 31.12. gelten verkürzte Öffnungszeiten von 10:00 bis 14:00 Uhr; geschlossen ist am 1.1., 1.5. und 25.12. Das Beethoven Pasqualatihaus ist nicht barrierefrei: Die Wohnung liegt im 4. Stock und ist nur über Stufen erreichbar; ein Lift ist nicht vorhanden.

Großes Palmenhaus Schönbrunn

Im Schlosspark Schönbrunn zählt das Große Palmenhaus zu den eindrucksvollsten historischen Glashäusern Europas. Es wurde ab 1880 im Auftrag von Kaiser Franz Joseph I. nach Plänen des Hofarchitekten Franz Xaver Segenschmid errichtet und am 17. Juni 1882 eröffnet. Das Gebäude aus Glas und Eisen wurde von der Firma Ignaz Gridl ausgeführt und besteht aus vorgefertigten Bauteilen.

Mit einer Länge von 111 Metern, einer Breite von bis zu 28 Metern, einer Höhe von 25 Metern und einer Grundfläche von rund 2.500 m² war das Palmenhaus zum Zeitpunkt seiner Eröffnung das größte Glashaus der Welt. Die Glasfläche beträgt etwa 4.900 m² und umfasst laut Bundesgärten rund 45.000 Glasscheiben.

Im Inneren gliedert sich das Palmenhaus in drei klimatisch unterschiedliche Bereiche. Das südliche Warmhaus hält eine Mindesttemperatur von 18 °C, die Mittelhalle als temperiertes Haus 12 °C und das nördliche Kalthaus 6 °C. So können besondere Exemplare der historischen Pflanzensammlung unter passenden Bedingungen präsentiert werden.

Nach schweren Schäden im Zweiten Weltkrieg wurde das Palmenhaus 1953 wiedereröffnet. Wegen seines schlechten Bauzustands musste es 1976 erneut geschlossen werden; nach einer Sanierung von 1986 bis 1990 wurde es wieder zugänglich gemacht. Eine weitere Sanierung unter denkmalpflegerischen und technischen Gesichtspunkten erfolgte von 2011 bis 2014. Mehrmals jährlich finden Sonderausstellungen statt, Gruppenführungen sind auf Anfrage möglich.