



Schloss Höchstädt
Über dieses Ausflugsziel
Schloss Höchstädt an der Donau gilt als eines der bedeutendsten Schlossbauten der Renaissance in Bayern. Auf einem Geländesporn am Hochufer des Donautals gelegen, thront die Vierflügelanlage mit vier runden Ecktürmen und Kegeldächern über der Stadt Höchstädt. Entstanden ist der Bau aus einem dynastischen Anlass: Die Eheschließung des Pfalzgrafen Philipp Ludwig von Neuburg mit Herzogin Anna von Jülich-Kleve-Berg im Jahr 1574 verpflichtete den Pfalzgrafen vertraglich, für einen würdigen Witwensitz zu sorgen. Zwischen 1589 und 1603 setzten Graubündner Maurer die Entwürfe des Burglengenfelder Baumeisters Lienhart Grieneisen um; der mittelalterliche gotische Turm der Vorgängerburg wurde als Glockenturm in die Anlage integriert. Das große Rundbogenportal mit Flachreliefs und Säulenpaaren, flankiert von den Wappen des Bauherrn, führt über eine kassettierte Torhalle in den Innenhof.
Herzogin Anna bezog das Schloss 1615 als Witwe und lebte dort bis zu ihrem Tod 1632. Während ihr Sohn Wolfgang Wilhelm in Neuburg die Gegenreformation durchsetzte, bewahrte sie in Höchstädt ihren evangelischen Glauben. Ausdruck davon ist die prächtige Ausmalung des Kapellengewölbes durch den Hofmaler Kilian Mang, die einen protestantischen heilsgeschichtlichen Zyklus zeigt und zu den schönsten Zeugnissen des süddeutschen Protestantismus vor der Gegenreformation gehört.
Weltgeschichtliche Bedeutung erlangte Höchstädt am 13. August 1704: In Sichtweite des Schlosses unterlagen die verbündeten Bayern und Franzosen den britisch-kaiserlichen Truppen unter dem Herzog von Marlborough und Prinz Eugen von Savoyen. Der Sieg brachte die Wende im Spanischen Erbfolgekrieg, leitete den Aufstieg Großbritanniens zur Weltmacht ein und begründete das Prinzip des europäischen Gleichgewichts. Bayern hatte mit einer österreichischen Besatzung und dem Exil Kurfürst Max Emanuels zu bezahlen. Die Dauerausstellung "Brennpunkt Europas 1704" dokumentiert die Schlacht und ihr politisches Umfeld mit Originalfunden vom Schlachtfeld.
2010 eröffnete die Bayerische Schlösserverwaltung das Museum Deutscher Fayencen im Schloss. Auf fast 900 Quadratmetern präsentiert es rund 1.000 Exponate und vermittelt einen lebendigen Überblick über Geschichte, Technik und Kulturgeschichte der deutschen Fayence des 17. und 18. Jahrhunderts. Rund um einen nachgebauten Brennofen werden Herstellungsverfahren anschaulich erklärt; andere Objekte zeigen die Bedeutung der Fayence für Tafel- und Wohnkultur auf einer prachtvoll gedeckten Tafel oder in einer Schauküche mit Originalrezepten. Der Mops als Wahrzeichen des Museums spricht Besucher jeden Alters an.
Im Erdgeschoss bespielt der Bezirk Schwaben wechselnde interaktive Sonderausstellungen. 2026 widmet sich das Schloss unter dem Motto "Sound of Schwaben" der Popmusik der letzten fünf Jahrzehnte. Im Innenhof lädt das Schlosscafé zur Pause ein. Darüber hinaus stehen multifunktionale Veranstaltungsräume – darunter Rittersaal, Schlosskeller, Schlosshof und Schlosskapelle – für Tagungen, Konzerte, Hochzeiten und private Anlässe zur Verfügung. Individual-, Themen- und Gruppenführungen sowie pädagogische Programme für Schulklassen, Kindergärten und Familien sind buchbar.
Öffnungszeiten
| Montag | Geschlossen Außer an Ostermontag, 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August und 3. Oktober geöffnet (09:00–18:00 Uhr) |
| Di–So Heute | 09:00–18:00 Uhr |
- Saison Saison/Zeitraum
Wetter in Höchstädt an der Donau Quelle: open-meteo.com
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