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Casino auf der Roseninsel (Feldafing)
Über dieses Ausflugsziel
Mitten im Starnberger See, nur 170 Meter vom Westufer entfernt, liegt die Roseninsel – die einzige Insel des Sees und ein Ort außergewöhnlicher Geschichte. Zusammen mit dem gegenüberliegenden Landschaftspark Feldafing bildet sie ein Gesamtkunstwerk des Historismus von europäischem Rang, das unter dem Schutz der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen steht.
König Maximilian II. von Bayern ließ die damals noch Wörth genannte Fischerinsel ab 1850 grundlegend umgestalten. Der Architekt Franz Jacob Kreuter und der preußische Gartendirektor Peter Joseph Lenné schufen im königlichen Auftrag ein harmonisches Ensemble: eine Gartenanlage mit ovalem Rosarium im Zentrum sowie das sogenannte Casino, ein italianisierendes Landhaus im pompejanischen Stil, errichtet zwischen 1851 und 1853. Die reiche Innenausstattung mit Wandmalereien und antikem Dekor macht das Gebäude zu einem bedeutenden Zeugnis der Antikenverehrung des 19. Jahrhunderts.
Nach dem frühen Tod Maximilians II. im Jahr 1864 übernahm sein Sohn Ludwig II. die Insel als stillen Rückzugsort. Hier empfing er in jungen Jahren besondere Gäste, darunter Zarin Maria Alexandrowna, den Komponisten Richard Wagner und Kaiserin Elisabeth von Österreich. Letztere, die einen Großteil ihrer Jugend im nahe gelegenen Schloss Possenhofen verbracht hatte, war eng mit dem Ort verbunden und traf sich regelmäßig mit Ludwig auf der Insel.
Der gegenüberliegende Park Feldafing, von Hofgärtendirektor Carl von Effner angelegt, ergänzt das Ensemble mit herrlichen Ausblicken auf den See und die Alpenkette. Das geplante Sommerschloss auf einer Anhöhe im Park konnte wegen des frühen Todes Maximilians II. nicht mehr verwirklicht werden.
Nach Jahrzehnten des Verfalls erwarb der Freistaat Bayern 1970 die Roseninsel. Ab 1997 wurden Gartenanlage, Rosengarten und Casino nach Originalplänen aufwendig restauriert und 2003 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Seither dient der Gartensaal auch als standesamtlicher Trauungsort.
Eine besondere historische Dimension verleihen der Insel die prähistorischen Pfahlbauten: Die Überreste der Siedlungen auf dem Seegrund gehören zur UNESCO-Welterbestätte "Prähistorische Pfahlbauten rund um die Alpen", in die sie 2011 aufgenommen wurden. Archäologische Funde belegen eine Besiedlung bis ins 5. Jahrtausend vor Christus.
Die Insel, heute unter Denkmal- und Landschaftsschutz, ist von Mai bis Mitte Oktober per Fähre vom Glockensteg im Lenné-Park erreichbar. Das Casino kann ausschließlich mit Führung besichtigt werden. Im Jahr 2026 finden Sanierungsarbeiten an der Fassade statt; der Führungsbetrieb läuft dennoch weiter, kann jedoch zu Beeinträchtigungen führen. Hunde und Fahrräder sind auf der Roseninsel nicht gestattet.
Öffnungszeiten
| Montag | Geschlossen Außer an Feiertagen: 1. Mai, Pfingstmontag, 15. August, 3. Oktober – dann geöffnet 12:00–17:30 Uhr |
| Di–So Heute | 12:00–17:30 Uhr Führungen stündlich 12–17 Uhr; Kasse/Museumsshop: 11:30–17:00 Uhr |
Wetter in Feldafing Quelle: open-meteo.com
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