



Gartenkunst-Museum Schloss und Park Fantaisie
Über dieses Ausflugsziel
Auf einem Plateau über einem steil abfallenden Fels rund fünf Kilometer westlich von Bayreuth liegt Schloss Fantaisie – eines der charmantesten Schlossensembles Oberfrankens. Markgraf Friedrich von Brandenburg-Bayreuth ließ 1761 mit dem Bau einer neuen Sommerresidenz in Donndorf beginnen, nachdem ihn Eindrücke einer Italienreise inspiriert hatten. Den Abschluss der Bauarbeiten erlebte er nicht mehr: Friedrich starb 1763. Seine einzige Tochter, Herzogin Elisabeth Friederike Sophie von Württemberg, erbte das Anwesen, vollendete das Schloss nach eigenen Vorstellungen und gab ihm den poetischen Namen »Fantaisie«. Sie ließ bis 1780 einen spätbarocken Garten anlegen; aus dieser Epoche stammen der wohl von Carl Philipp von Gontard entworfene Pavillon, der Neptunbrunnen mit der Figurengruppe der Gebrüder Räntz, die Stützmauern und Treppenanlagen sowie zwei originelle Sandsteinbänke.
1793 erwarb Herzogin Friederike Dorothee Sophie von Württemberg die Anlage und gestaltete sie im Stil des sentimentalen Landschaftsgartens um. Ausgehend von den natürlichen Sandsteinfelsen entstanden reizvolle Staffagebauten: eine Katakombe, die Säule der Eintracht und verschiedene Ruhesitze. Herzog Alexander von Württemberg führte Fantaisie zwischen 1839 und 1881 zu einem neuen Höhepunkt: Er nutzte das Schloss als Sommerresidenz, ließ es 1850/1852 umbauen und bereicherte den nördlichen Gartenbereich mit Teppichbeeten, Treillagen und Skulpturen. Südlich des Schlosses legte er einen Pleasureground mit Rasenflächen und Blumenbeeten an und ließ den Schlosshang für den Weinanbau terrassieren. Die nicht mehr erhaltenen Heckenräume östlich des Schlosses sowie der ehemalige Nutzgarten wurden zwischen 1993 und 1996 rekonstruiert.
Seit Juli 2000 beherbergt das Schloss das erste deutsche Gartenkunst-Museum. Ausstellungsstücke, Inszenierungen und Kurzfilme stellen die Geschichte der Gartenkunst vom 17. bis ins 19. Jahrhundert lebendig dar. Besonders sehenswert ist die originalgetreue Nachbildung des berühmten Intarsienkabinetts der Gebrüder Spindler – ein Hauptwerk des Bayreuther Rokoko, das 1765 fertiggestellt und 1791 verkauft wurde. Ergänzt wird die Dauerausstellung durch den klassizistisch gestalteten Weißen Saal mit seinem Stuckdekor und den Wandreliefs mit Götterdarstellungen. Der Schlosspark ist ganzjährig frei zugänglich; von Mai bis Oktober erfreuen stündliche Wasserspiele die Besucherinnen und Besucher. Das Schloss gehört zum Verbund »Die Welt der Wilhelmine« der Bayerischen Schlösserverwaltung.
Öffnungszeiten
| Montag | Geschlossen Außer an Ostermontag, 1. Mai und Pfingstmontag |
| Di–So Heute | 09:00–18:00 Uhr |
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