



Schloss und Park Nymphenburg
Über dieses Ausflugsziel
Schloss Nymphenburg gehört zu den eindrucksvollsten Barockschlössern Europas und ist gleichzeitig ein bedeutendes Zeugnis der Wittelsbacher Herrschaftsgeschichte. Den Grundstein legte Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern im Jahr 1664: Anlässlich der Geburt des Thronfolgers Max Emanuel beauftragte er den Architekten Agostino Barelli mit dem Bau eines Jagd- und Sommersitzes vor den Toren Münchens. Die aus Italien stammende Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen prägte den Bau wesentlich mit und wählte Barelli als ersten Architekten aus.
Unter Kurfürst Max Emanuel wurde die Anlage ab 1701 durch Henrico Zuccalli mit seitlichen Galerien und Wohnpavillons erheblich ausgebaut. Ab 1715 modernisierte Joseph Effner die Fassaden des Mittelbaus nach französischem Vorbild und errichtete die Vierflügelanlagen der Nebengebäude – aus dem ursprünglichen Landsitz war eine repräsentative Sommerresidenz des Absolutismus geworden. Kurfürst Karl Albrecht ergänzte später das Schlossrondell auf der Stadtseite.
Das Innere des Hauptschlosses vereint Dekorationen und Ausstattungen vom Barock bis zum Klassizismus. Den zentralen Höhepunkt bildet der Steinerne Saal mit seinem heiteren Deckenfresko und der Stuckdekoration von Johann Baptist Zimmermann im Stil des Rokoko. In den Flügeln befinden sich die fürstlichen Wohn- und Empfangsräume sowie die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene Schönheitengalerie, die 36 Porträts schöner Frauen aller Gesellschaftsschichten zeigt, gemalt von Joseph Stieler. Darunter befindet sich auch das Porträt von Lola Montez, der Geliebten des Königs. An die bayerische Königszeit erinnert das im Empirestil ausgestattete Geburtszimmer König Ludwigs II.
In den Nebengebäuden beherbergt das Marstallmuseum eine weltbekannte Sammlung historischer Prunkwagen und Reitzubehör aus mehreren Jahrhunderten. Im Obergeschoss darüber ist die weltweit bedeutendste Sammlung an Nymphenburger Porzellanen ausgestellt. Das Museum Mensch und Natur im Nordflügel bietet naturkundliche Ausstellungen, besonders für Familien geeignet.
Der rund 180 Hektar große Schlosspark wurde zwischen 1715 und 1726 als barocker Hofgarten angelegt. Der französische Gartenarchitekt Dominique Girard entwarf den Park gemeinsam mit Joseph Effner. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gestaltete Friedrich Ludwig von Sckell den Park zu einem englischen Landschaftsgarten um, wobei er Teile des barocken Parterre beibehielt. Der Park ist seit 1823 öffentlich zugänglich. Neben dem Mittelkanal und dem Großen Parterre prägen vier historische Parkburgen das Bild: die Amalienburg (1734–1739, ein Hauptwerk des europäischen Rokoko nach Entwürfen von François Cuvilliés d. Ä.), die Badenburg mit ihrem prächtigen Badesaal, die Pagodenburg mit ihrem oktogonalen Grundriss und fernöstlichen Dekorationselementen sowie die Magdalenenklause. Hinweis für 2026: Das Lackkabinett im Appartement der Kurfürstin ist wegen Restaurierung bis voraussichtlich Herbst 2026 nicht zugänglich; die Fontäne im Großen Parterre bleibt 2026 wegen Instandsetzung außer Betrieb.
Öffnungszeiten
| Mo–So Heute | 06:00–21:30 Uhr, 09:00–18:00 Uhr Eintritt frei; übrige Parktore schließen 30 Min. früher |
Wetter in München Quelle: open-meteo.com
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