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Schloss Linderhof

In einem Tal der Ammergauer Alpen schuf König Ludwig II. mit Linderhof eine vergleichsweise intime Schlossanlage. Die reich ausgestatteten Innenräume werden ausschließlich im Rahmen geführter Besichtigungen erschlossen. Rund um das Schloss erstreckt sich ein historischer Park mit Wasserspielen, Gartenarchitekturen und mehreren exotisch inspirierten Gebäuden. Auch die restaurierte Venusgrotte ist wieder Bestandteil des Besucherangebots und wird ausschließlich geführt besichtigt.

Schloss Hohenschwangau

Gegenüber von Neuschwanstein erhebt sich Schloss Hohenschwangau über dem gleichnamigen Ort. König Maximilian II. ließ die mittelalterliche Anlage im 19. Jahrhundert zu einer königlichen Residenz ausbauen. Hier verbrachte Ludwig II. einen Teil seiner Kindheit und Jugend. Historische Wohnräume und Wandmalereien vermitteln einen Einblick in das Leben der Wittelsbacher. Der Besuch der Innenräume ist ausschließlich mit Führung und festgelegter Eintrittszeit möglich.

Schloss Thurn und Taxis (Schloss St. Emmeram)

Am südlichen Ende der Regensburger Altstadt liegt das fürstliche Schloss Thurn und Taxis, bekannt unter seinem historischen Namen Schloss St. Emmeram. Der außergewöhnliche Komplex entstand aus dem ehemaligen Benediktinerkloster St. Emmeram, einem der ältesten und bedeutendsten Klöster Bayerns mit Ursprüngen im 8. Jahrhundert. Die ältesten erhaltenen Bauteile stammen aus dem frühen 12. Jahrhundert.

Nachdem das Fürstenhaus Thurn und Taxis 1808 mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches das Amt des Generalpostmeisters verlor, erhielt es die Klostergebäude von St. Emmeram als Entschädigung durch das Königreich Bayern. Ab 1812 begann der aufwendige Umbau zur fürstlichen Stammresidenz, der über rund hundert Jahre andauerte und die heutige Gestalt des Schlosses prägte. Mit über 500 Räumen gilt das Schloss bis heute als eines der größten privat bewohnten Schlösser Europas und ist Wohnsitz von Fürst Albert II. von Thurn und Taxis.

Die Prunkräume im Stil der Neorenaissance befinden sich im Südflügel. Über ein imposantes Marmortreppenhaus gelangt man unter anderem in den Ballsaal (Barocksaal), während das Interieur Rokoko-Ausstattungen des einstigen Frankfurter Palais der Familie mit neorokokohaften Elementen vereint. Der Silbersaal wurde dem Vorbild des Blauen Kabinetts in der Amalienburg des Münchner Schlosses Nymphenburg nachempfunden.

Besichtigungen von Schloss und Kreuzgang sind ausschließlich mit Führung möglich; die Dauer beträgt ca. 90 Minuten. Während der Hauptsaison (Ende März bis Anfang November) finden die geführten Touren täglich um 10:30, 12:30, 14:30 und 16:30 Uhr statt. Im Zeitraum 7. bis 20. Juli 2026 wird wegen der Schlossfestspiele eine Kompaktführung durch Prunkräume und Kreuzgang (60 Min.) zu denselben Zeiten angeboten. In der Nebensaison (Anfang November bis Ende März) sind Führungen samstags, sonntags und an Feiertagen zugänglich.

Zum Museumskomplex gehören das Marstallmuseum im ehemaligen neoklassizistischen Stallgebäude (erbaut 1829–1832 nach Plänen von Jean Baptiste Métivier) sowie die Fürstliche Schatzkammer Thurn und Taxis als Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums. Die Schatzkammer zeigt hochwertige Möbel, Porzellan, Gold- und Silberarbeiten sowie kostbare Schnupftabaksdosen aus den Kunstsammlungen des Fürstenhauses. Das Marstallmuseum ist von Ende März bis Anfang November montags bis freitags 11–17 Uhr sowie samstags, sonntags und an Feiertagen 10–17 Uhr geöffnet.

Darüber hinaus dient der Schlosshof im Juli als Bühne der Thurn und Taxis Schlossfestspiele – einem Open-Air-Festival mit internationalen Stars aus Oper, Musical, Klassik und Pop. Vom 20. November bis 23. Dezember 2026 (mit Ausnahme des 22. November, Totensonntag) findet auf dem Schlossgelände der Romantische Weihnachtsmarkt statt, der weit über Regensburg hinaus bekannt ist und kostenpflichtigen Eintritt hat.

Das Schloss liegt im UNESCO-Weltkulturerbe-Gebiet der Regensburger Altstadt und ist fußläufig vom Hauptbahnhof sowie vom Regensburger Dom und der Steinernen Brücke erreichbar. Die Museumsbereiche sind aufgrund von Stufen nur eingeschränkt barrierefrei zugänglich; die Prunkräume bieten keine Sitzmöglichkeiten. Eigene Parkplätze direkt am Schloss sind begrenzt; öffentliche Parkhäuser (Hauptbahnhof, Arnulfsplatz, Dachauplatz, Regensburg Arcaden) befinden sich fußläufig in der Nähe.

Residenz Ellingen

Eingebettet zwischen dem Naturpark Altmühltal und dem Fränkischen Seenland, prägt die Residenz Ellingen mit ihrer theatralischen Schauseite nach Süden das Stadtbild des kleinen Ortes. Über 400 Jahre lang war Ellingen das Zentrum der Ballei Franken des Deutschen Ordens – der größten und reichsten der 13 Ordensprovinzen – und damit Sitz einer weitgespannten Territorial- und Wirtschaftsmacht.

Anstelle des heutigen Schlosses gab es zunächst verschiedene mittelalterliche Vorgängerbauten sowie einen repräsentativen Renaissancebau. Ab 1708 ließ der Deutsche Orden die Anlage grundlegend erneuern: Zunächst entstand der Ostflügel nach Plänen von Wilhelm Heinrich Beringer, der Hauptbau folgte von 1718 bis 1720 unter dem Architekten Franz Keller. Zeitgleich wurde die spätgotische Schlosskirche barockisiert; der Turm wurde 1749 bis 1751 nach Entwürfen von Matthias Binder durch Franz Joseph Roth neu errichtet. Von der frühbarocken Innenausstattung haben sich prächtige Deckengemälde, Wandvertäfelungen, Fußböden und vor allem feine Stuckaturen von Franz Joseph Roth erhalten.

1775 griff der französische Baumeister Pierre Michel d’Ixnard (1723–1795) in das Erscheinungsbild ein und gestaltete den Ostflügel im Stil des frühen Klassizismus um. Als Ellingen nach dem Niedergang des Deutschen Ordens an das Königreich Bayern fiel, übergab König Max I. Joseph das Schloss 1815 seinem Feldmarschall Carl Philipp Fürst von Wrede. Dieser ließ mehrere Raumfluchten mit ungeheuer kostbaren Seiden- und Papiertapeten, Möbeln, Glas und Bronzen aus Paris neu ausstatten. Diese Räume zählen gemeinsam mit den Stuckaturen und Möbeln d’Ixnards zu den bedeutendsten Raumkunstwerken des Klassizismus in ganz Bayern.

Das Innere der Residenz ist ausschließlich im Rahmen von Führungen zugänglich, die zu jeder vollen Stunde beginnen; Sonderführungen sind auf Anfrage möglich. Unmittelbar hinter dem Schloss schließt sich der frei zugängliche Schlosspark an. Ursprünglich als Barockgarten um 1720 angelegt, wurde er im 19. Jahrhundert in einen englischen Landschaftsgarten umgestaltet. Auf etwa drei Hektar Fläche wächst ein artenreicher alter Baumbestand, darunter ein rund 200 Jahre alter Ginkgo. Jedes Frühjahr bedecken Hunderttausende Sibirischer Blausternchen (Scilla) die Rasenflächen unter den mächtigen Bäumen mit einem blauen Blütenmeer.

Die Schlosskirche kann für Gottesdienste, Trauungen und Taufen mit bis zu 250 Personen gebucht werden; der Schlosshof steht für Konzerte, Empfänge und Märkte zur Verfügung.

Schloss Rosenau

Schloss Rosenau erhebt sich malerisch auf einem bewaldeten Hügel über dem Flüsschen Itz in der Gemeinde Rödental, nur wenige Kilometer nordöstlich von Coburg. Die Anlage ist eingebettet in einen weitläufigen englischen Landschaftsgarten von rund 36 Hektar Größe, der Elemente wie den Schwanensee, den Prinzenweiher, eine Kaskade, eine Grotte sowie einen Brunnen vereint. Innerhalb des Parks befinden sich zudem eine klassizistische Orangerie und ein einstiges Teehaus, das heute als Parkrestaurant genutzt wird.

Der Ursprung der Rosenau reicht ins Mittelalter zurück. Herzog Franz Friedrich Anton von Sachsen-Coburg-Saalfeld erwarb den Ansitz der Herren von Rosenau im Jahr 1805 auf Drängen des damaligen Erbprinzen Ernst. Kaum hatte dieser die Regierung angetreten, ließ er den verfallenen Bau von 1808 bis 1817 in den neugotischen Stil umgestalten. Ziel war es, einen Sommersitz zu schaffen, in dem gemäß den romantischen Vorstellungen der Zeit das mittelalterliche Erscheinungsbild des Gebäudes wiederbelebt werden sollte. Erste Anregungen zu den charakteristischen Spitzbogenarchitekturen und Maßwerkornamenten gab der damals noch junge Berliner Architekt Karl Friedrich Schinkel.

Die Fertigstellung des Schlosses wurde 1817 anlässlich der Hochzeit Herzog Ernsts I. mit Luise von Sachsen-Gotha-Altenburg festlich begangen – mit einem Ritterturnier in altdeutscher Tracht auf den Schlosswiesen und einem Kostümball im prächtigen Marmorsaal. Ebendieser Saal diente 1819 als Taufstätte von Prinz Albert, dem zweitältesten Sohn des Herzogspaares, der später die britische Königin Victoria heiraten sollte. Bei einem Besuch im Jahr 1845 zeigte sich Queen Victoria so tief beeindruckt, dass sie das Schloss als ihr liebstes mögliches Zuhause bezeichnete. Aquarelle, die anlässlich dieses Besuchs von den Innenräumen angefertigt wurden, werden bis heute in der Royal Library in Windsor aufbewahrt.

Die Wohn- und Gesellschaftsräume des Schlosses sind durch lebhafte, farbige Wandmalereien im neugotischen Stil geprägt. Das originale Mobiliar aus schwarz gebeizten und polierten Wiener Biedermeiermöbeln ist weitgehend erhalten. Der Marmorsaal im Erdgeschoss, einst Schauplatz glanzvoller Hoffeste, kann heute für Hochzeiten und Konzerte gemietet werden.

Nach wechselvoller Nutzung im 20. Jahrhundert – zeitweise diente das Gebäude als Altenheim – ging die Rosenau 1972 von der Coburger Landesstiftung an den Freistaat Bayern über. Am 4. Oktober 1990 wurde das Schloss nach umfassenden Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten als Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Besichtigung der Innenräume ist ausschließlich im Rahmen von Führungen möglich, die stündlich angeboten werden. Die Schloss- und Gartenverwaltung Coburg betreut das Objekt im Auftrag der Bayerischen Schlösserverwaltung.