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Felsformation Zwölf Apostel

Den geologischen Untergrund der „Zwölf Apostel“ bilden die dickbankigen Schichtkalke des Treuchtlinger Marmors, einer Gesteinsart des Weißen Jura. An den Schwellen des Weiß-Jurameeres entwickelten sich als erdgeschichtliche Besonderheit sogenannte „Schwammkalksteine“. Sie verwittern schwerer und wurden deshalb als Felsen herauspräpariert.

Die Vegetation des Schutzgebietes – 1984 wurde es als Naturschutzgebiet mit einer Fläche von ca. 15,2 Hektar ausgewiesen, 1988 wurde ein Pflege- und Entwicklungsplan erstellt – gliedert sich in zwei Komplexe. Auf dem Plattenkalk finden sich weitläufige Halbtrockenrasen (Kalkmagerrasen), die in lichte Wacholder-Kiefern-Wälder übergehen. Im oberen Bereich der Felstürme mit ihren Felsspalten- und Felsbandgesellschaften liegt ein kleinräumiges Mosaik aus echtem Trockenrasen. Jahrhundertelange Beweidung durch den Menschen ließ hier eine neue Lebensgemeinschaft aus Pflanzen und Tieren entstehen. Ursprünglich waren die Flächen der heutigen Halbtrockenrasen oder Wacholderheiden überwiegend von Rotbuchen- und Eichenmischwäldern bedeckt. Seit dem frühen Mittelalter trieb der Mensch Schafe und Ziegen in diese Wälder. Das Weidevieh verbiss die aufkommenden Jungbäume und der Mensch fällte die Bäume als Brenn- und Bauholz. So breiteten sich im Laufe der Jahre licht- und wärmeliebende Pflanzen sowie Tiere aus.

Viele dieser ökologisch anspruchsvollen Arten wanderten aus dem Mittelmeerraum und den Steppengebieten Südosteuropas bis ins mittelfränkische Becken ein. Einige für Magerrasen typische Arten sind das Sonnenröschen, die Karthäuser-Nelke, die Küchenschelle, die Ästige Graslilie, die Violette Stendelwurz, der Echte Gamander oder der Berg-Gamander.

In der Tierwelt haben sich Arten hervorgetan, die mit dem extremen Standortfaktoren gut zurechtkommen, z. B. Nahrungsspezialisten wie der Dungkäfer und zahlreiche Fliegenarten, Pflanzensaftsauger frisch austreibender Triebe wie Zikaden sowie der Trockenheit gut angepasste Arten wie Bläulinge und diverse Heuschreckenarten. Durch besondere Pflegemaßnahmen ließ sich auch der besonders schön gezeichnete Apollofalter, der vorher stark in seinem Bestand gefährdet war, wieder heimisch nieder.

Durch traditionelle Hüteschafhaltung zusammen mit auf das Gebiet abgestimmte Landschaftspflegemaßnahmen, die bereits seit 1974 betrieben werden (Mahd- und Entbuschungsmaßnahmen), kann der charakteristische Zustand und Artenreichtum erhalten werden. 187 seltene und geschützte Pflanzenarten der Roten Liste sind auf Mager- und Trockenstandorte angewiesen.

Der prämierte und äußerst beliebte Altmühltal-Panoramaweg führt im oberen Bereich der Hanglage über die Felsgruppe „Zwölf Apostel“ und bietet einen einmaligen Ausblick auf das Solnhofer Tal.

Kasinger Wacholderheide

Die Kasinger Wacholderheide ist eine vom Menschen mitgeformte Landschaft. Ab dem 9. Jahrhundert schuf man durch Rodung der Wälder zusätzliche Anbau- und Weideflächen. Durch die Schafbeweidung, die sich am Ausgang des Mittelalters ausbreitete, entstanden die ausgedehnten, von Wacholderbüschen durchsetzten Hutungen, die für die Juralandschaft so charakteristisch sind. In den Halbtrockenrasen wachsen vor allem Pflanzen, die durch starke Verzweigung oder dicht am Boden anliegende Erneuerungsknospen den ständigen Verbiß durch Schafe gut verkraften können wie die Fiederzwenke oder verschiedene Schmetterlingsblütler (Bunte Kronwicke, Mittlerer Klee, Hornklee). Andere Pflanzen schützen sich durch bittere, scharfe oder giftige Stoffe in Blatt und Stengel vor dem Abfressen, z. B. verschiedene Enzianarten, der Knollige Hahnenfuß oder die Zypressen- und Warzenwolfsmilch. Die Disteln, z. B. die Silberdisteln, haben in ihren stechenden Laub- und Hüllblättern einen wirksamen Fraßschutz, während schließlich den Königskerzen und den Küchenschellen ihre starke Behaarung als Schutz vor Verbiß (und auch Verdunstung) dient. Neben der Pflanzenwelt des Jura läßt sich in der Kasinger Wacholderheide auch eine geologische Besonderheit des Jura beobachten: Sog. Lösungsdolinen, die als kleine Geländemulden über den Hang verstreut sind. Ihre Entstehung hängt mit der Verwitterung des Dolomitgesteins zu Dolomitsand zusammen. Die Dolomitverwitterung geht von Karstklüften aus, durch die das Regenwasser in die Tiefe dringt. Dabei wird ständig etwas Dolomitsand hinabgespült, so daß an der Geländeoberfläche trichterförmige Einsenkungen entstehen. Auch hohlwegartige Einschnitte haben sich in dem weichen Dolomitsand gebildet.

Ehemalige Kapuzinerkirche Heilig Kreuz mit dem Heiligen Grab Eichstätt

Das Schottenkloster, das neben dem Heiligen Grab auch ein Hospital betreute, erlosch Mitte des 15. Jh. Danach unterstand die Kirche zeitweise Pröpsten, seit der zweiten Hälfte des 16. Jh. dem Collegium Willibaldinum (Priesterseminar), bis Bischof Johann Christoph von Westerstetten die Kapuziner nach Eichstätt berief und für sie das inzwischen baufällige Gebäude 1623/25 durch einen Neubau in einfachem Barockstil ersetzen ließ, wobei allerdings das Heilige Grab erhalten blieb. Baumeister war der Kapuziner P. Stephan von Ellwangen.

**Beschreibung**

Die Nachbildung des Heiligen Grabes zeigt genau den baulichen Zustand, den das Heilige Grab in Jerusalem im 12. Jh. hatte, und ist damit für den Bauzustand im 12. Jh. authentischer als das Grab in Jerusalem, das inzwischen mehrmals zerstört und wieder aufgebaut wurde.

Das Heilige Grab ist ein 4,10 m hoher, ovaler Steinbau mit einem rechteckigen Vorbau. Die Galeriebrüstung und das Laternentürmchen auf der Plattform stammen aus dem 19. Jh., entsprechen aber einer alten Tradition.

Das Innere der Grabanlage kann man durch drei Eingänge des Vorraums betreten. Über dem rundbogigen mittleren Eingang befindet sich ein Tympanon mit einem Kopf. Durch den Vorraum gelangt man mittels eines schmalen Ganges in die Mitte des Rundbaues mit einer Steinbank als Grabstätte Christi.

Sauhüterturm

Im Mittelalter war zeitweise die private Einzelweide verboten. Stattdessen wurden von der Stadt für die verschiedenen Haustierarten eigene Hirten bestellt. In diesem Turm war demnach – auch hier gilt „nomen est omen“ – der Sauhüter untergebracht. Das Wappen des Eichstätter Fürstbischofs Gabriel von Eyb weist auf den Erbauer dieses Eckturms hin.

Baudenkmal D-1-76-114-1