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Schellenburg bei Enkering

Vor etwa 6000 bis 8000 Jahren war es im Naturpark Altmühltal wärmer als heute. In dieser Zeit wanderten aus dem Mittelmeer- und Schwarzmeergebiet südliche Pflanzen- und Tiergesellschaften ein. Eine dieser eingewanderten Arten, die man am Schellenburghang beobachten kann, ist der Schmetterlingshaft, der schönste einheimische Netzflügler und eine Besonderheit der südlichen Frankenalb. Seine durchsichtigen, netzförmig geaderten Flügel haben eine Spannweite von 5 Zentimetern. Sie fallen durch eine gelbschwarze Zeichnung auf, die ihn beim Flug wie einen Schmetterling aussehen läßt, obwohl nicht diese Tiergruppe, sondern Ameisenlöwen und Florfliegen zu seinen nächsten Verwandten gehören.

Ein weiterer interessanter Bewohner des Hanges ist der Pillendreherkäfer, ein Verwandter der berühmten Skarabäen, der heiligen Käfer der Ägypter. Dieser nur 3 Zentimeter große Käfer formt Schafdung zu großen Kugeln und rollt sie dann mit den Hinterbeinen, rückwärts laufend, zur Brutkammer. Dort werden die Kugeln zu Brutbirnen umgeformt und darin Eier abgelegt.

Auch der Mensch hat sich die besondere Lage des Berges frühzeitig zunutze gemacht: Nach den 1907 und 1913 durchgeführten Ausgrabungen, bei der außer einer starken Brandschicht als Hinweis auf zerstörte Holzkonstruktionen einige wohl hallstattzeitliche Gefäßscherben und Bronzepfeilspitzen gefunden wurden, kann man die Anfänge der Abschnittsbefestigung um 1000 v. Chr. datieren. Eine mittelalterliche Burg dagegen stand hier nicht. Der Name des Berges, 1390 heißt er „Schalnburg“ , bedeutet „der tönende, ein Echo gebende Berg“.

Zu Gast im Jurahaus beim Schuster

Das Wohnstallhaus war der Mittelpunkt des im Nebenerwerb bewirtschafteten landwirtschaftlichen Anwesens. Zusätzlich betrieben die Bewohner über Generationen eine Schusterei, was zum Hausnamen „Schuster“ führte. Von der Vorbesitzerin wurde das Haus bis zu ihrem Lebensende 2009 bewohnt. Danach stand es leer. Von 2014 bis 2016 wurde es saniert und dient nun als Ferienhaus

Baujahr: zweite Hälfte 18. Jahrhundert

Stil: Wohnstallhaus in Jurabauweise

Besonderheiten: ehemaliges Bauernhaus und Handwerksgebäude

Angeln in Walting

**Gewässer:**
Altmühl, hauseigenes Fischwasser

**Besatz:** Hecht, Karpfen, Aal, Schleie, sämtliche Weißfischarten

**Gebühr:** Gebühr nach Vereinbarung (Ausgabe der Karten nur an Urlaubsgäste des Hauses)

„Burgus“ bei Burgsalach

Der quadratische Bau von rund 32,6 Metern Seitenlänge, dessen Innenfluchten der Außenmauern genau 100 römische Fuß lang sind, wurde lange Zeit durch seine Übereinstimmung mit den Mittelgebäuden der Limes-Kastelle als militärische Anlage angesehen und für ein Centenarium, die Kaserne einer Hundertschaft, gehalten. Der mächtige Schutthügel in der Harlach bei Burgsalach weckte schon früh die Neugier der Gelehrten. Bereits 1790 führte der Eichstätter Mathematikprofessor Ignaz Pickel Grabungen am Gebäude durch und zeichnete einen ersten Grundrissplan. Um 1800 forschte Johann Michael Redenbacher aus Pappenheim weiter. Raubgräber suchten das Gelände ebenfalls heim, da laut einer Sage an der Stelle ein Schatz verborgen sein sollte. König Max II. ließ 1861 gar einen Gedenkstein an diesem populären Fundort errichten. Erneute Grabungen führte Friedrich Winkelmann aus Pfünz, Mitglied der Reichslimeskommission, in zwei Kampagnen 1916 und 1917 durch. Hierbei wurden die sehr guten Erhaltungsbedingungen deutlich. Die Mauern standen zum Teil bis zu zwei Meter hoch. An manchen Wänden fanden sich sogar noch Reste von Verputz. Bis zum Jahr 2008, in dem drei kleine Suchschnitte angelegt wurden, wurde an der Anlage nicht mehr gegraben. Der fast quadratische Bau verfügte über einen einzigen Eingang an der Südseite mit einem halbrunden Vorhof. Durch einen 3,5 m breiten Durchgang mit zwei Toren, deren Schwellbalkenspuren sich noch vorfanden, gelangte man in einen quadratischen Innenhof, von dem aus Zugänge zu fast allen anderen Räumen führen. Genau gegenüber vom Doppeltor befindet sich die halbrunde Apsis, die als Fahnenheiligtum interpretiert wurde. Kleine Räume reihten sich entlang der Außenmauern. In der Mitte des Hofes befinden sich zwei rechteckige Becken oder Zisternen, von denen eines von Redenbacher zerstört wurde, der hier eine Treppe vermutete. Der Hof war nicht durch eine Mauer, wie Winkelmann annahm, sondern durch Holzpfeiler gegliedert. Diese haben wahrscheinlich eine Überdachung des Umgangs gestützt. Der gebogene Eingang ist ungewöhnlich für Bauten am Rätischen Limes. Eine ähnliche Torkonstruktion findet sich nur beim Kastell Theilenhofen. Als Funde zur Datierung der Anlage existieren lediglich zwei Terra-Sigillata-Scherben und ein Schüsselbruchstück aus dem 2. Jahrhundert. Der ungewöhnliche Grundriss führte zu einer Interpretation als Militärbau, die durch Parallelen zu Gebäuden in Nordafrika gestützt wurde. Man nahm an, dass ein höherer Beamter oder der „procurator Raetiae diese Bauten in Afrika nach Europa hier in die „Harlach“ bei Burgsalach übertrug. Nach neuesten Forschungen gibt es jedoch keinen Hinweis auf einen Militärbau, auch ein Wehrgraben ist nicht nachgewiesen. Mit zunehmender Erforschung stellte sich heraus, dass manche Anlagen, die aufgrund ihres wehrhaften Aussehens dem militärischen Bereich zugeordnet wurden, zivil genutzt wurden, beispielsweise im Bereich des staatlichen Post- und Nachrichtenwesens. Dies trifft wohl auch auf den „Burgus“ in Burgsalach zu, der wohl eher als römische Herberge („mansio“) für Reisende eingeordnet werden kann. Mansiones waren Teil des staatlichen Post- und Nachrichtenwesens und wurden von öffentlicher Seite unterhalten, damit ein reibungsloser Nachrichtenfluss gewährleistet werden konnte. Bisher ausgegrabene und als Gasthäuser interpretierte Gebäude verfügen alle über einen Innenhof, um den sich entlang der Außenmauer kleine Räume anordnen. Im Größenvergleich würde Burgsalach zu den kleineren U…

Wallfahrtskirche „Maria im Spindeltal“ Wellheim

**Baugeschichte:**

1477/78 erbaute Graf Georg von Helfenstein, Inhaber der markgräflich-ansbachischen Herrschaft Wellheim, über einem Vorgängerbau wohl aus dem 14. Jh. eine Kirche im Spindeltal, die bald zu einer vielbesuchten Wallfahrtsstätte, aber auch zum Zankapfel wurde. Da der Grund, auf dem die Kirche stand, bayerischer bzw. seit 1505 pfalz-neuburgischer Hoheit unterstand, beanspruchten 1536 die pfalz-neuburgischen Amtsleute die Aufsicht über das Kirchenvermögen und überwiesen die Opfereinnahmen entgegen dem Protest des Grafen von Helfenstein an die in ihrem Hoheitsbereich liegende Pfarrei Rögling.

1542 ließ der zum Protestantismus übergetretene Herzog Ottheinrich von Pfalz-Neuburg die Spindeltalkirche schließen und teilweise zerstören. Eine Erneuerung der Kirche erfolgte 1728, nachdem ein pfalz-neuburgischer Beamter – seit 1618 war Pfalz-Neuburg wieder katholisch – nahe der Kirchenruine einen Sturz vom Pferd unversehrt überstanden und deshalb aus Dankbarkeit ein Marienbild gestiftet hatte. Mit dem Wiederaufbau der Kirche durch den Pfarrer von Rögling lebten die Wallfahrten wieder auf, gleichzeitig aber auch die Streitigkeiten. Sowohl der Pfarrer von Wellheim (Diözese Augsburg) als auch der Pfarrer von Rögling (Diözese Eichstätt) beanspruchten Zuständigkeit und Einkünfte. Die fortdauernden Zwistigkeiten führten 1782/83 zur Schließung und Demolierung der Kirche, um so den Streit zu beenden. 1931 fand man in der Ruine die sog. Spindeltalmadonna, eine Sandsteinfigur aus der Zeit um 1340, die heute in der Ensfelder Kirche steht.

**Beschreibung:**

Große Teile der Umfassungsmauer sind noch bis zur Traufhöhe erhalten, insbesondere die Langhausmauern mit den Giebelwänden und die Mauern des Altarraumes mit Chorbogen. Rechts vom Chor sind noch Reste der Sakristei vorhanden.