by | Aug. 24, 2026
Mit natürlichem Druck (artesisch) strömen ca. 700 l in der Sekunde aus so großer Tiefe, so dass die Temperatur im Sommer wie im Winter zehn Grad beträgt, und auch in den größten Dürrejahren der Quellfluss unverändert bleibt. Das Wasser ist Regenwasser, das vor mehr als tausend Jahren fiel und im Jurakarst versickerte; an den Gleßbrunnen steigt es durch Spalten des Jura-Karstes auf und durchbricht – da es unter hohem artesischem Druck steht – die sonst undurchlässige Deckschicht. Das Wasser hat eine ausgezeichnete Qualität; die Stadt Ingolstadt kaufte deshalb die Gleßbrunnen 1964 als Trinkwasserreserve und ließ um sie ein Wasserschutzgebiet festlegen. In dem moorigen Gelände um die Quellen, in dem gelb blühende Wasser-Schwertlilien, zwei Knabenkraut-Arten und als Kostbarkeit auch der Lungenenzian wachsen, brüten Kibitze und Braunkehlchen; auch der rote Milan und selbst der größte einheimische Schnepfenvogel, der in Bayern vom Aussterben bedrohte Große Brachvogel, kommen dort vor. Auf dem Wasser der Quellen selbst lebt eine seltene Art von Wasserläufern (Wasserhexen), Relikte der Eiszeit, die es sonst nur noch in einigen Gebirgsseen gibt.
Die tiefen Quellschlünde, deren hellblau schimmerndes Wasser von der schwarzen Tönung der Wände geheimnisvoll absticht, sind von einer Sage umrankt. Danach soll ein Bauer aus Wolkertshofen in den Quellen ertrunken sein, ohne daß sein Leichnam gefunden wurde; wenn aber Pest, Krieg oder Hunger dem Lande drohen, steigt der Tote bis zur Brust im Brunnen auf und ruft: „Leut‘ bet’s“. Dann geht er wieder unter.
Die Gleßbrunnen befinden sich mitten in einem Wiesenbrütergebiet. Bitte bleiben Sie deshalb auf den Wegen und leinen Sie Ihren Hund an. Dies gilt speziell in der Brutzeit von 01. März bis 15. Juli.
by | Aug. 24, 2026
Im 1240 erstmals erwähnten Lenting hatten neben den Wittelsbachem auch die Grafen von Hirschberg Güter, die nach ihrem Aussterben 1305 den bayerischen Herzögen und teilweise auch dem Bistum Eichstätt zufielen. 1378 belehnten die Herzöge von Ober- und Niederbayem das Geschlecht der Ellenbrunner mit Besitz in Lenting. Zur gleichen und in der folgenden Zeit waren in Lenting die Erlach, die Tanner (um 1450) und die Grumbach (ab 1498) begütert. Von den Grumbach wurde vor allem Argula von Grumbach bekannt; sie hatte sich der Reformation angeschlossen, stand im Briefwechsel mit Martin Luther und forderte 1523 ein öffentliches Streitgespräch mit den Professoren der Universität Ingolstadt. Diese ließen ihr allerdings durch einen Studenten antworten, sie möge „Hauben stricken und Borten wirken statt sich um Theologie zu bekümmem“.
Aus dem Wappen der Grumbach wurde die dreiblütige Rose in das Wappen der Gemeinde Lenting übemommen. Nach 1560 bis 1605 war Dr. Wiguläus Hundt im Besitz der Hofmark. Etwa seit 1620 besaßen den Güterkomplex die Freiherm von Lichtenau, die 1677 ein neues Schloss errichteten. Nach dem Aussterben der Lichtenauer gelangte Lenting 1730 an den Grafen von Lodron und 1740 an Felix Josef von Müller, der das im Österreichischen Erbfolgekrieg verwüstete Hofmarkschloss 1746 wieder instandsetzen ließ. Lenting kam dann an den Freiherm Josef Heinrich von Pechmann und schließlich 1768 an die Edlen von Stubenrauch. 1840 wurde die Patrimonialgerichtsbarkeit aufgelöst, seit 1857 ist die Familie Zirngibl, verschwägerte Seitz, verschwägerte Hammer im Besitz des Schlosses.
by | Aug. 24, 2026
Ein Edelgeschlecht von Wellheim wird zuerst 1121 erwähnt. Gleichnamige Ministerialen im Dienst des jeweiligen Burgherrn treten seit 1189 auf. Die Burg war Eichstätter Lehen und 1251 im Besitz der Grafen von Hirschberg. Nach ihrem Aussterben 1305 fiel das Lehen in der Erbauseinandersetzung 1309 an die Grafen von Oettingen, die es 1360 an die Herren von Heideck verkauften.
1448 wurde die Burg in einer Fehde berannt und als Kriegsbeute dem Markgrafen von Brandenburg-Ansbach übergeben, der Hilpolt von Seckendorf damit belehnte. Dieser verkaufte sie 1458 an seinen Schwager Graf Konrad von Helfenstein (Grabplatte aus dem Jahre 1473/74 an der linken Innenseite der Wellheimer Kirche).
Im Bauernkrieg 1525 bemächtigte sich der Advokat Zacharias Krell – ein ehemaliger Diener der Grafen von Helfenstein – mit einer List der Burg und wiegelte die Bauern der Umgebung auf, bis ihn ein Neuburger Scharfschütze bei der Belagerung der Burg erschoss.
Die Helfenstein besaßen Wellheim bis 1627, dann kamen Burg und Markt durch Heirat an die Grafen von Oettingen-Baldern. Diese veräußerten die Herrschaft 1681 an die Markgrafschaft Ansbach, die sie bereits 1683 um 40.000 Gulden an das Hochstift Eichstätt verkaufte. Die Burg wurde Sitz eines fürstbischöflichen Pflegamts.
Wegen Bauschäden riss man 1767 die Burg teilweise ab und gab sie 1773 dem weiteren Abbruch preis.
by | Aug. 24, 2026
Zur Kontrolle des Verkehrs im Altmühl- und Schambachtal begann 1394 Herzog Stephan der Kneißel von Bayern-Ingolstadt im Gebiet des Hochstifts Eichstätt ohne Einwilligung des Bischofs die Feste „Neuenstein“ (Neu – im Gegensatz zum benachbarten älteren Arnsberg) zu errichten. Der Eichstätter Bischof Friedrich IV. Graf von Oettingen nahm aber diesen „Schwarzbau“ nicht hin, und Herzog Stephan der Kneißel mußte im Vertrag vom 8. Mai 1394 die begonnene Feste dem Hochstift übergeben.
Das weitere Schicksal der Burg liegt im Dunkeln, sie wurde wohl abgetragen oder dem Verfall preisgegeben. Der Volksmund formte den Namen „Neuenstein“ der in Vergessenheit geratenen Befestigung in „Nonnenstein“ um und verband damit die Sage, dass Nonnen aus dem 4 Kilometer entfernten Hofstetten ihre Spaziergänge bis an den Felsen ausgedehnt hätten.
Unmittelbar unter dem Nonnenstein am anderen Altmühlufer lag einst eine weitere Wehranlage; diese ehemalige Wasserburg, von der nur noch eine leichte Eintiefung den Verlauf des Grabens erahnen läßt, wird 1304 im Testament Gebhards, des letzten Grafen von Hirschberg, als „Rauhenwerde“ genannt und fiel nach dessen Tod 1305 an das Hochstift, das die Burg verfallen ließ.
by | Aug. 24, 2026
Der Graubündener war – zusammen mit seinem Landsmann Gabriel de Gabrieli und dem Italiener Mauritio Pedetti – einer der „Architekten“ der barocken Pracht im Naturpark Altmühltal. Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges und auf Geheiß der baulustigen Eichstätter Fürstbischöfe stiegen unter ihrer Ägide Residenzen, Domherrenhöfe, Kirchen und ganze Städte wie Phoenix aus der Asche. 2014 jährt sich der Todestag Jakob Engels zum 300. Mal.