Select Page

Alte Kirche – ehemalige Hofmarks- und Expositurkirche St. Oswald

Die wieder freigelegten Fresken in der von einem Sternenhimmel bedeckten Halbkuppel der Apsis zeigen einen thronenden Christus in der Mandorla, die Rechte segnend erhoben, die Linke hält das aufgeschlagene Buch (Majestas Domini), das Antlitz Christi ist nicht mehr erkennbar. Um ihn in gerahmten Medaillons die Symbole der vier Evangelisten, zwei davon sind erhalten: links Löwe (Markus), rechts Stier (Lukas), beide geflügelt und ein Schriftband haltend (nach Apk. 4,6-8).

Ein gemalter geometrischer Fries trennt Halbkuppel und umlaufende Bildzone in Fortführung des Kämpfergesimses. An der Stirnseite steht Christus mit erhobener Rechten, links hl. Petrus, rechts hl. Paulus. Links anschließend ein kniender Heiliger, vielleicht der Patron dieser Kirche, der hl. Oswald, jedoch sind Attribute nicht mehr erkennbar. Neben ihm steht eine weibliche Heilige, vielleicht die Königstochter, um die der hl. Oswald (603-642, König von Northumbrien) geworben hatte und mit der er ein heilig mäßiges Leben geführt hatte. Das Fresko dürfte somit ebenso wie das Oswald-Patronat der Kirche ein Zeugnis der sich im Mittelalter auch in Bayern ausbreitenden Verehrung des Heiligen sein, der als Patron der Schnitter und des Viehs und mancherorts auch als Nothelfer galt. Die beiden Heiligen der Südwand sind nicht mehr identifizierbar. Als Datierung kommt das frühe 14. Jahrhundert in Frage.

Am Choreingang an beiden Seiten zwei Fresken (um 1400): links eine Szene mit einem Bischof, rechts eine Verkündigungsszene.

Das Fenster in der Apsis und das vordere der beiden kleinen Fenster der Südwand zeigen in der Leibung Rankenwerkmalerei.

Kath. Pfarr- und Wallfahrtskirche Heilig Kreuz

Die Kirche wurde 1756/57 nach Plänen von Dominikus Barbieri errichtet. Voraus ging ein mittelalterlicher Bau, den der Eichstätter Bischof Gundekar (1057/1075) weihte, und dem vermutlich noch die Turmuntergeschosse angehören. Gnadenbild der Wallfahrtskirche ist ein Partikel des Kreuzes Christi in einem kreuzförmigen Ostensorium, auf dessen Rückseite ein kleines romanisches Bronzekruzifix aus dem 11./12. Jahrhundert befestigt ist. Die Legende weiß zu berichten, dass das Kruzifix in alter Zeit beim Gnadenbrünnlein an der Helenenkapelle nahe der Lohmühle aufgefunden wurde. Der Kreuzesverehrung sind auch das 1771 von Willibald Wunderer gemalte Altarblatt des eleganten Rokoko-Hochaltars und das um 1760 von Johann Michael Baader geschaffene Deckenfresko im Chorraum gewidmet. Schambach ist außerdem eine Verehrungsstätte der Hl. Gunthild von Suffersheim. Eine kleine, aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts stammende Figur der Heiligen, die als Patronin der Dienstboten gilt und zum Schutz gegen Viehseuchen und Aussatz angerufen wird, steht an der linken Langhauswand hinten. Die Verehrung der Bauernheiligen, die mit Schmalzkübel und Butterfass dargestellt wird, und der man früher Käse, Butter und Eier opferte, war ursprünglich im Treuchtlinger Schambachtal beheimatet und verlagerte sich erst nach der Reformation ins Eichstätter Schambachtal. Bemerkenswert ist auch die Skulptur links neben der Hl. Gunthildis, eine Pieta aus der Frühzeit des 16. Jahrhunderts, sowie die etwa ebenso alte Kreuzigungsgruppe an der rechten Langhauswand. Ein Kirchenführer ist in der Tourist-Information Kipfenberg erhältlich. Dieser umfasst u.a. eine detailierte Baubeschreibung des sakralen Innenraums sowie die historische Überlieferung des Kreuzpartikelreliquiars.

Jüdischer Friedhof Pappenheim

Ab dem 12. Jh. waren die Reichserbmarschälle von Pappenheim mit dem Schutz der Juden beauftragt. Dies führte zu einer relativ großen jüdischen Gemeinde in Pappenheim, die vorwiegend in der ehemaligen Judengasse (Deisinger-Straße) angesiedelt war. Der Bereich des erhaltenen Judenfriedhofs, den man außerhalb der Stadt beiderseits an einem Fahrweg Richtung Weißenburg angelegt hatte, wird 1579 im oberen Teil noch weitgehend als Grasfläche geschildert. Auf dem unteren flacheren Teil beginnend, wurden die Begräbnisplätze nach und nach weiter hangaufwärts gelegt. Das Einzugsgebiet für Bestattungen reichte bis Eichstätt, Neuburg an der Donau und Regensburg. Beide Friedhofsteile erhielten eine Ummauerung. Die Grabplatten aus Kalkstein entstammen dem 17. und 18. Jahrhundert, die älteste Stele ist mit 1687 datiert. In den Jahren 2008 und 2009 wurden die hebräischen Inschriften der Grabplatten von einem Ehepaar aus Jerusalem dokumentiert und übersetzt.

Älteste Belege für einen jüdischen Friedhof stammen aus dem 12. Jh. An diesem Platz fanden seit 1579 Beerdigungen statt. Nicht nur Pappenheimer, sondern auch Juden aus der weiteren Umgebung wurden hier bestattet. Die Grabsteine – meist rechteckige Kalksteinplatten – entstammen dem 17. und 18. Jh. Die älteste Grabinschrift ist 1687 datiert. Das Leichenhaus, am neuen Teil, wurde früher „Pesthaus“ genannt. Der neuere Teil auf der gegenüberliegenden Seite wurde bis in die 30er Jahre des 20. Jh. benutzt.

Der Judenfriedhof kann nur im Rahmen einer gebuchten Führung besichtigt werden (außer Samstag). Die Herren werden gebeten, eine Kopfbedeckung zu tragen.

Wassertretbecken im Birktal

Wassertreten ist eine Behandlungsmethode der Hydrotherapie, die auf der Grundlage von Sebastian Kneipp angewendet wird. Hierbei wird in kaltem Wasser im Storchengang geschritten, d. h. ein Bein sollte immer vollkommen aus dem Wasser herausgezogen und die Fußspitze etwas nach unten gebeugt werden. Zu Beginn des Wassertretens müssen die Füße warm sein. Spürt man ein Kältegefühl in den Füßen und den Unterschenkeln, sollte man das kalte Wasser verlassen. Nach dem Wassertreten das Wasser nicht abtrocknen, sondern lediglich abstreifen und zur Erwärmung sich und die Füße bewegen. Durch Wassertreten wird der Kreislauf angeregt und die arterielle Durchblutung gefördert. Der Kältereiz lässt die oberflächlichen Blutgefäße kontrahieren. Gemeinsam mit der Muskelbewegung fördert dies auch den venösen Blutstrom und beugt Krampfadern vor. Am Abend durchgeführt ist Wassertreten eine Hilfestellung zum besseren Einschlafen.

Kath. Kirche St. Michael Buxheim

Ältestes Kunstwerk der Kirche ist das Hochrelief am rechten Seitenaltar, das St. Anna mit dem stehenden Marienkind darstellt; die schöne Holzgruppe entstand um 1520. Der Renaissance verdankt die Kirche einen Grabstein von 1526, der dem berühmten Eichstätter Meister Loy Hering zugeschrieben wird, und den Taufstein, eine gute Spätrenaissancearbeit um 1600; beide Kunstwerke befinden sich in einer Nische neben dem linken Seitenaltar, dessen schöne Madonna aus dem Anfang des 17. Jahrhunderts bereits dem Barock angehört. In der Barockzeit entstand auch die Kanzel (um 1670 – 1680), deren Figuren (Evangelisten in den Korpusfeldern und Salvator auf dem Schalldeckel) vermutlich der Eichstätter Christian Handschuher schnitzte. Die Gemälde der Kirche sind ebenfalls Barockschöpfungen: Die Apostelbrustbilder an der Emporenbrüstung, gute, niederländisch beeinflußte Arbeiten, wurden vom Eichstätter Hofmaler Kaspar Sing um 1700 gemalt. Die großen Tafelbilder an beiden Seitenwänden des Chores stammen aus dem 1809 säkularisierten Kloster Notre Dame in Eichstätt; das rechte Bild stellt Johannes von Nepomuk bei der Verehrung Mariens dar und wurde 1736 vom Würzburger Maler Joseph Anton Glantschnig gefertigt und signiert; das linke Gemälde mit dem Stifter der Kongregation Notre Dame du Sacré Coeur, Peter Fourier, dürfte vom selben Maler stammen. Von den Ausstattungsstücken aus späterer Zeit sind die Kreuzigungsgruppe an der rechten Langhauswand, eine gute Spätrokokoarbeit um 1760 – 1770, und der frühklassizistische Hochaltar (um 1780) hervorzuheben, dessen Figuren vielleicht vom Eichstätter Bildhauer Joseph Anton Breitenauer stammen.