by | Aug. 24, 2026
Rein äußerlich ist vor allem der imposante Ostturm ein besonderes Novum, da er als nahezu unabhängiges Bauteil an der Ostseite des Chores angefügt wurde. Er beherbergt mit der Gebetsglocke, der Messglocke, der 12-Uhr-Glocke und der Sturmglocke ein klanglich imposantes Geläut. Im obersten Stockwerk (52m) war bis 1925 die Wohnung des Stadttürmers untergebracht und ist daher bis heute in städtischem Besitz. „Das sind ja schöne Aussichten“ Wer den Aufstieg über die Wendeltreppe nicht scheut, wird von der oberen Brüstung aus mit einem atemberaubenden Blick über die Weißenburger Altstadt belohnt. Ein echter Geheimtipp für alle Fotobegeisterten und Romantiker! Den Schlüssel zum Turm kann man sich während der Öffnungszeiten der Tourist-Information im RömerMuseum ausleihen, dazu muss ein Ausweisdokument als Pfand hinterlegt werden.
by | Aug. 24, 2026
Die 1977 entdeckte große Thermenanlage gewährt einen spannenden Einblick in die wohl angenehmste Seite der römischen Kultur. Die Thermen der antiken Welt waren nicht nur ein Ort der luxuriösen Entspannung und Erholung mit den unterschiedlichsten Bademöglichkeiten und Wellnessangeboten, sondern auch einer der beliebtesten sozialen Treffpunkte. So kamen bei Sport und Spiel auch die leiblichen Genüsse wie Essen und Trinken nicht zu kurz. Ohne Zweifel waren die Thermen auch ein geeigneter Ort seine Geschäfte zu erledigen und den neuesten Klatsch und Tratsch auszutauschen. Daher sind sie von der gesamten Bevölkerung, Männern wie Frauen, besucht worden. Die Thermen dienten allerdings nicht nur dem Vergnügen. In erster Linie sollten die Bäder die Hygiene und Gesundheit der Menschen sichern.
Die bauliche Entwicklung der römischen Thermen in Weißenburg ist dank der Konservierung und Restaurierung Anfang der 1980er Jahre gut von den Besuchern nachvollziehbar. Ein maßstabsgetreues Modell und das Doku-Drama „Macht, Pracht und Untergang“ vermitteln den Besuchern einen Eindruck der einstigen Größe und des Aussehens der Thermen als auch des Kastells. Die Filme „Paraderüstungen der römischen Reiterei“ und „Gladiatorenspiele“ demonstrieren Aussehen und Funktion der verschiedenen Rüstungen.
by | Aug. 24, 2026
Die Inschrift auf dem Türsturz weist auf das Jahr 1635 hin. Bei der Renovierung hat man das Sichtfachwerk wieder ins rechte Licht gerückt und das Dach neu mit Legschiefer gedeckt. Der mittige Erkervorbau ist eine Einladung einzutreten und das gemütliche Innere zu entdecken.
Früher waren hier Wohnräume und Stall unter einem Dach untergebracht, geteilt durch den First. Im früheren Wohnbereich laden die kleinen Stüberl zum gemütlichen Zusammensitzen ein. Im ehemaligen Stadel befindet sich heute der Saal mit viel Platz für Kabarett, Konzerte und Kleinkunst. Das offene Fachwerk und die natürliche Felswand hinter der Bühne sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre.
by | Aug. 24, 2026
Blasensteine wurden schon in der griechischen Antike operativ entfernt – ein damals lebensgefährlicher und sehr schmerzhafter Eingriff. Dieses und vieles mehr erfährt der Besucher im Medizinhistorischen Museum, dem einzigen Fachmuseum dieser Art in Deutschland.Bei der Neukonzipierung der Dauerausstellung wurde aufgrund der Historie des Barockbaus der „Alten Anatomie“ als Ausbildungsort zu jener Zeit der Fokus auf die Medizingeschichte des 18. Jh. gelegt – als hier „das medizinische Herz Bayerns“ schlug. Weg von der üblichen Entwicklungschronologie hin zu bedeutsamen „starken Dingen“ – dieser Trend setzt sich auch in den anderen Bereichen fort, was Raum für differenziertere und kritischere Perspektiven auf die Geschichte (und Gegenwart) der Medizin schafft.Im prächtigsten Raum und Herzstück des Museums, dem ehemaligen „Theatrum anatomicum“, sind anatomische Präparate ausgestellt, aber auch Objekte aus der Botanik. Die medizintechnische Sammlung schlägt den Bogen zu moderner Medizin und deren Behandlungsmethoden – vom Nachbau der ersten künstlichen Niere bis hin zum Thema „Heilen mit Laser und Stoßwelle“. Auf dem Gelände des früheren Botanischen Gartens der Universität kann zudem ein Arzneipflanzengarten mit Duft- und Taststationen erkundet werden.
by | Aug. 24, 2026
Die Kindinger Klause – auch Binnleitenhöhle genannt – diente dem vorgeschichtlichen Menschen jahrtausendelang als Unterschlupf. Das ergaben Grabungen, die Professor Birkner 1922/23 und Karl-Heinz Rieder 1974 durchführten.
Das bisher älteste Fundstück aus der Höhle ist ein Teil eines Mammutknochens. Steinwerkzeuge aus der Jungsteinzeit und der frühen Bronzezeit beweisen, dass Menschen das Felsschutzdach in diesen Epochen aufsuchten, denen wohl auch die Grabhügelgruppe oberhalb des Felsdaches und die vorgeschichtliche Siedlung unterhalb auf einer Terrasse an der Altmühl zuzurechnen ist. Hauptsächlich dürfte die Kindinger Klause aber in der Hallstattzeit (ca. 6. Jahrhundert. v. Chr.) benutzt worden sein, da aus dieser Periode zahlreiche Tonscherben geborgen wurden. Aus spätkeltischer Zeit kamen einige Tonscherben und eine Glasperle ans Tageslicht; aus derselben Zeit wurden auch Eisenschlacken am Hangfuß gefunden.
Viele der ausgegrabenen Tierknochen stammen von den Haustieren Rind, Schwein, Schaf und Ziege und zeigen Schlachtspuren; man kann daher annehmen, daß unter dem Felsdach wiederholt Mahlzeiten eingenommen wurden, möglicherweise sogar in kultischem Zusammenhang.