by | Aug. 24, 2026
Bereits im 16. Jahrhundert war vor der alten südlichen Stadtmauer eine Heilquelle gefasst worden. Brunnen- und Badehaus waren mit den Jahreszahlen 1537 bzw. 1538 bezeichnet. Diese Quelle brachte der Reichsstadt Weißenburg einen lebhaften Kur- und Badebetrieb – davon zeugen auch zwei wertvolle Gemäldeschenkungen (ausgestellt im Reichsstadtmuseum).
Medizinische Untersuchungen des 17. Jahrhunderts durch auswärtige Ärzte bestätigten dem Mineralwasser heilsame Wirkung. Anfang des 19. Jahrhunderts jedoch ging das Heilbad, die genauen Gründe sind nicht unumstritten, nahezu völlig ein und wurde nur noch von den Einheimischen benutzt. Die Gebäude wurden immer mehr vernachlässigt.
Deswegen wurde ab 1858 ein Neubau konzipiert. Dieser sollte etwas weiter westlich vom ursprünglichen Badestandort errichtet werden. Wegen der inzwischen aber nicht mehr nachweisbaren Heilwirkung des Wassers wurde eine neue Konzeption gewählt. Anstelle eines Heilbades wurde ein „Volksbad“ mit einem großen städtischen Veranstaltungsraum geplant und dann auch ab 1868 errichtet. Die Pläne dazu stammten vom städtischen Baurat Söldner. Die feierliche Eröffnung des im klassizistischen Stil gehaltenen Gebäudes erfolgte am 6. Mai 1869. Der Betrieb der Badeanstalt und der begleitenden Gastronomie wurde verpachtet. Der Saal selbst wurde als Veranstaltungsraum von Vereinen, aber auch von der Stadt, für alle möglichen Festivitäten rege genutzt. Ab dem Ersten Weltkrieg fanden im Festsaal auch Kinovorführungen statt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg errichtete die Stadt ein neues „Volksbad“ im Gebäude Am Hof 23 (heute Jugendzentrum des CVJM) mit Wannenbädern. Der Badebetrieb im Parterre des Wildbades wurde folglich endgültig eingestellt. Seitdem waren im Erdgeschoss Wohnungen, Schulräume (für das damals benachbarte Gymnasium) oder auch Verwaltungsräume (so von 1952 – 1961 für die Kfz-Zulassungstelle) untergebracht. Der Saal im 1. Stock, teilweise wenig glücklich umgestaltet, blieb wichtiger städtischer Veranstaltungsraum und gleichzeitig eine Art Aula für das Gymnasium.
In den Jahren 2000/2001 wurde das für die südliche Altstadt prägende Bauwerk („palaisartige, klassizistische Anlage“) umfassend saniert. Die Fassade zur Wildbadstraße zeigt dem Betrachter wieder ihr ursprüngliches Gesicht: ausgehend vom wieder geöffneten Zentralportal und erneuerter Treppe bis hin zu Ziergiebeln und fein gefassten Sandsteinoberflächen.
by | Aug. 24, 2026
Eine alte Rauchküche und die Wohnstuben in diesem einstigen Fischerhaus auf der Insel Ried lassen die Lebensbedingungen unserer Urgroßeltern erahnen. Die Fischerei spielt auch sonst eine große Rolle im Donauwörther Heimatmuseum, war sie doch ein bedeutender Broterwerb für die Bewohner dieser Insel mitten in der Altstadt. Seit 1932 gibt es hier das Museum für bäuerlich-handwerkliche Kultur, das auch Wissenswertes über das Metallhandwerk präsentiert, etwa zum Thema „Schlüssel und Schloss“ oder zum letzten Messer- und Zeugschmied Donauwörths, Josef Guggenmos (1897–1977). Sehenswert sind auch die Votivbilder aus umliegenden Wallfahrtsorten, die abenteuerliche Geschichten aus alten Zeiten erzählen.
by | Aug. 24, 2026
Als Fürstbischof Wilhelm von Reichenau (1464-1496) im Jahr 1466 das Schloss mitsamt allen Zugehörungen (Dorf, Dorfgericht etc.) kaufte, ging nicht nur die relative Selbständigkeit verloren, sondern aus den Baugliedern wurde auch ein einheitliches Gebäude geformt.
Später hielten die Bischöfe Martin von Schaumberg (1560-90) und Marquard II. Schenk von Castell (1637-85) in der Burgkapelle Messen ab und nutzten die frühneuzeitliche Schlossanlage für Jagdaufenthalte und als Forstamt. Zwischen 1690 und 1694 erfolgte unter Fürstbischof Johann Euchar Schenk von Castell (1685-1697) der Umbau zum barocken Jagdschloss durch seinen Hofbaumeister Jakob Engel.
Der Umbau zum wohl ersten „Barockschloss“ der Eichstätter Bischöfe erfolgte schlicht und unter Einbeziehung des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Bestandes. Das lag vermutlich nicht nur an der finanziellen Situation nach dem Dreißigjährigen Krieg, sondern auch an der Zweckbestimmung als Jagdschloss für nur gelegentliche Aufenthalte. Engel entkernte das Feste Haus, änderte unter anderem die Stockwerkszurichtung von drei auf zwei Obergeschosse und fügte zwischen Palas und Bergfried das mit Kreuzgratgewölbe gedeckte Treppenhaus ein. Im Nordwesten schloss er die kompakte Anlage mit einem Neubau auf älteren Fundamenten ab. Dieser Teil beinhaltet u.a. die historischen Abtritte und schließt den Bergfried mit ein. Das vom Turm um ein Stockwerk überragte Schlossgebäude erhielt ein flachgeneigtes Kalkplattendach.
Kostensparend war die Gestaltung der Außenfassade, die Engel lediglich als Fassadenmalerei aufbringen ließ. Sparsam und ohne aufwendigen Zierrat gestaltete der Baumeister auch das Schlossinnere. Noch erhalten sind zum Beispiel die einfachen Tafeldielungen vieler Holzböden, die Sechseckplatten aus Juramarmor in den Geschossgängen sowie Türverkleidungen und -blätter. Diese sind geohrt und mit profilierten Zierleisten versehen und passen hervorragend zu den einfachen, aber immer neuen Mustern der Stuckdecken.
Die staatliche Nutzung als Forstamt nach der Säkularisation bis in die 1950er Jahre hat dazu beigetragen, dass keine großen baulichen Veränderungen stattfanden. Trotzdem wurden von den heutigen Eigentümern viele kleine Veränderungen wieder rückgängig gemacht und auf die einstige Farbgestaltung zurückgegriffen, sodass der einstige Zustand recht getreu wiedergegeben wird.
by | Aug. 24, 2026
Gründe für den Bau der Kirche Der Bau der St. Willibaldskirche in den Jahren 1869-1971 war vor allem durch den raschen Anstieg der Zahl der Katholiken in Weißenburg notwendig geworden. Von 1860 bis 1872 stieg die Zahl der Katholiken von 156 von 470 und so lag der Bevölkerungsanteil der Katholiken zur Zeit des Kirchenbaus bei acht bis neun Prozent. Im Jahre 1871 hatte Weißenburg 5148 Einwohner. Mehrere Versuche, in der Stadt bereits vorhandene Kirchen (Karmeliterkirche, Spitalkirche) bzw. einen Bauplatz hierfür zu erwerben, scheiterten. Am 11. Januar 1869 konnte schließlich der Grund für die St. Willibaldskirche erworben werden. Parallel dazu waren bereits Pläne erstellt worden, deshalb konnte der Bau bereits im Juni 1869 beginnen. Die Pläne der neuen katholischen St.-Marien-Kirche in Göppingen dienten dem Architekten Herrn Wilhelm Langenfaß als Grundlage für seine Planungen. Bereits am 26. September 1871 konnte der Eichstätter Bischof Franz Leopold Freiherr von Leonrod die neue Kirche, die im neugotischen Stil erbaut worden war, weihen. Das Innere Der neugotische Hauptaltar wurde wahrscheinlich von einem gewissen Meister Weiß aus Landshut gefertigt. Das Bild des Hauptaltares – die Kreuzigung Christi – war die letzte Arbeit des verstorbenen Professors Schlotthauer aus München. Die beiden Seiten des Altares zierten die Statuen von Willibald und Walburga. An den Wandflächen oberhalb des Eingangs zum Presbyterium befanden sich die Bildnisse der Apostel Petrus und Paulus. Die Bilder der beiden Seitenaltäre stellen die Krönung Mariens und die Heilige Familie (Anna Selbdritt) dar und sind etwa um 1510 entstanden. Die Kreuzwegbilder Die Kreuzwegbilder stammen aus der Mitte des 18. Jahrhunderts. Die Restaurierungen im Jahre 1938 Die ersten größeren Restaurierungsarbeiten wurden im Herbst 1938 durchgeführt. Diese führten zur grundlegenden Neugestaltung des Kirchenraumes. Von der ursprünglich neugotischen Innenausstattung ist nur wenig erhalten geblieben. Die Kirche wurde weiß ausgemalt. Die Gewölberippen des Chores und der Spitzbögen zu den Seitenschiffen wurden mit einem zarten Grün und Rosa abgesetzt. Der Kunstmaler Schellinger schuf die schwebenden Engelsgestalten im Chorbogen und die Tafelbilder an den seitlichen Emporen. Die südliche Seitenempore zeigt eine Heidentaufe durch den Heiligen Willibald am Weißenburger Willibaldsbrunnen, an der nördlichen Seitenempore wird der Durchzug des Heiligen Bonifatius durch Weißenburg dargestellt. Die Musik- und Orgelempore war um diese beiden Seitenemporen vergrößert worden. Die Orgel wurde von der Eichstätter Firma Bittner umgebaut und erweitert. Den Orgelprospekt mit den zwei wuchtigen Pfeifentürmen entwarf Architekt Schoen. Diese neue Orgel wurde 1940 von Bischof Dr. Michael Rackl geweiht. Die Holzdecken, die ursprünglich nur lasiert waren, wurden nun farbig behandelt. Die Beichtstühle bekamen Türen mit Fenstern. Der Schalldeckel der Kanzel wurde mit einer Statue des Heiligen Willibald gekrönt. Das Glanzstück der Renovierung ist der rein gotische Hochaltar aus dem 15. Jahrhundert, den Stadtpfarrer Heindl 1937 aus Nürnberger Privatbesitz erwerben konnte. Er wurde 1939 aufgestellt. Die Restaurierung im Jahre 1961 Eine weitere Innenrenovierung fand 1961 statt. Die Kirche wurde neu gestrichen, die neugotische Kanzel und die Kommunionbänke entfernt. Die Restaurierung in den Jahren 1978 bis 1980 Die umfangreichsten Baumaßnahmen – sie kosteten etwa 1,5 Millionen Mark – wurden in den Jahren 1978 bis 1980 durc…
by | Aug. 24, 2026
Für den Wiederaufbau des zusammenhängenden, jedoch fünf Einzelobjekte umfassenden Gebäudezuges von 1680-85 lieferte Jakob Engel die Pläne. Während an den beiden Kopfbauten zum Marktplatz bzw. zur Luitpoldstraße hin die Polygonal-Erker noch auf Engels Handschrift verweisen, wurden sämtliche Fassaden im 18. und 19. Jahrhundert entsprechend dem Geschmack und Geldbeutel ihrer großbürgerlichen Besitzer umgestaltet. Prominentester Bauherr war hier der fürstbischöfliche Hofbaudirektor Gabriel de Gabrieli, der sein Wohnhaus 1733 mit einer repräsentativen Fassadengestaltung versah.