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Rathaus Stadt Dietfurt

Mittelpunkt des altertümlichen Ortsbildes ist das um 1479 entstandene behäbig breite Rathaus mit schönen Stufengiebeln. In den Jahren 1970/71 wurde es durch eine gelungene Renovierung dem kommunalen Zweck bestens angepasst.

Im Rathaus finden Sie neben der Stadtverwaltung die Tourist-Information, die Forstdienststelle und eine Ausstellung zum Chinesenfasching. Die Verwaltung und alle Mitarbeiter im Rathaus kümmern sich um die Belange der Stadt und ihrer Bürger. Hier finden Sie Ansprechpartner und Informationen zu allen Bereichen des öffentlichen Lebens in Dietfurt.

Schloss Sandersdorf

Die ursprüngliche Burg entstand wohl etwa in der Mitte des 12. Jahrhunderts als Sitz der Herren von Sandersdorf. Im 14. und 15. Jahrhundert waren zeitweise die Forchheimer, die Wieland, die Kemnater und die Rindsmaul Besitzer der Burg. 1420 wurde die Anlage im Krieg zwischen Herzog Heinrich von Bayern-Landshut und Herzog Ludwig dem Bärtigen von Bayern-Ingolstadt durch Herzog Heinrich gebrandschatzt.

1425 verliehen die bayerischen Herzöge Sandersdorf an die Herren von Muggenthal, die das Schloss über 200 Jahre behielten. Als das Schloss im Dreißigjährigen Krieg zerstört wurde, bauten die Muggenthaler es wieder auf; die Grundanlage des heutigen Schlosses stammt aus dieser Zeit. Kurz nach dem Wiederaufbau veräußerten die Muggenthaler um 1646 das Schloß an Wolfgang Unverzagt Freiherr von Roy. Nach dessen Konkurs erwarb 1650 Johann Jakob Lossius den Besitz. 1675 erbte ihn sein Neffe, der Ingolstädter Professor der Rechte Dominikus von Bassus, der im Spanischen Erbfolgekrieg 1703 eine Verwüstung des Schlosses miterleben mußte.

Thomas de Bassus war Förderer des 1763 im nahen Mendorf geborenen Komponist Johann Simon Mayr. Sowohl der Komponist als auch Thomas de Bassus waren führende Mitglieder der Illuminaten. Der der Aufklärung verpflichtete Illuminatenorden wurde 1776 von Adam Weishaupt, Professor an der Bayerischen Landesuniversität in Ingolstadt, gegründet.

1787 ließ der Bayerische Kurfürst das Schloss durchsuchen, um das „Illuminatennest“ auszuräuchern. Um 1900 wurde das Schloss dann nach den Plänen des Münchner Architekten Gabriel von Seidl grundlegend saniert und umgebaut. 2008 verkaufte Baronin de Bassus ihren großflächigen Waldbesitz mitsamt dem Schloss Sandersdorf an den Wittelsbacher Ausgleichsfonds. Seit 2022 ist das Schloss Eigentum von Dr. Horst-Florian Jaeck, der es sanieren und im Rahmen von Veranstaltungen zeitweise für ein interessiertes Publikum öffnen will.

Alte Dorfkirche St. Jakob

### Wie alt ist die Kirche und wie hat sie sich im Laufe der Zeit verändert?

Die kleine Chorturmkirche entstand vermutlich in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts und zählt zu den ältesten Sakralbauten der Region.

Im Jahr 1609 wurde das Langhaus erweitert und 1668 der Turm nach Westen hin verlängert.

1718 wurde die Kirche grundlegend umgestaltet: Der Kelheimer Baumeister Kaspar Öttl ließ die Mauern erhöhen und den Turm mit einem barocken Oktagon samt Kuppelhaube versehen.

Mitte des 20. Jahrhunderts verlor das Gotteshaus seine liturgische Funktion, sodass die Innenausstattung zwischen 1956 und 1957 in die neue Pfarrkirche umzog.

1963 erfolgte schließlich eine Außenrenovierung.

### Was zeichnet die Architektur der Kirche besonders aus?

Ein markantes Merkmal ist der kleine, aber robuste Chorturm aus grob behauenen Steinen.

Über dem zugemauerten Nordeingang befindet sich ein schlichtes, in Stein gehauenes Kreuz.

Das Kirchenschiff ist ebenfalls schlicht gestaltet und verfügt über eine flache Decke.

Ein spitzer Bogen, der von massiven Steinen getragen wird, trennt das Schiff vom Chor.

Dieser ist quadratisch und wird von einem Kreuzgewölbe überspannt, das von mächtigen Rippen getragen wird.

Ein besonderer Höhepunkt ist die Kanzel von Christoph Zeitler aus Kelheim aus dem Jahr 1692.

### Lässt sich der Besuch mit einer Radtour oder Wanderung verbinden?

Da die Kirche direkt am [**Donauradweg**](https://www.herzstueck.bayern/poi/detail/regensburg-bad-abbach-kelheim-donauradweg-259a166f88) liegt, eignet sie sich ideal für einen Zwischenstopp.

Wer lieber zu Fuß unterwegs ist, kann den Besuch mit einer Wanderung auf dem [**Pilgerweg VIA NOVA**](https://www.herzstueck.bayern/poi/detail/kelheim-bad-abbach-pilgerweg-via-nova-02ec6654af) zwischen [**Bad Abbach**](https://www.herzstueck.bayern/de/urlaubsregion/kurorte-gesundheit/bad-abbach) und [**Kelheim**](https://www.herzstueck.bayern/de/urlaubsregion/stadtgeschichten/stadtgeschichten-kelheim) verbinden.

Ludwig-Donau-Main-Kanal

Ludwig I. war sich der europäischen Dimension seines Kanals bewusst. Zeugnis dafür legt die Walhalla bei Regensburg ab, deren Bau fast zeitgleich mit dem Kanal verlief. 1830, im Jahr ihrer Grundsteinlegung, konnte auch der königliche Oberbaurat Heinrich Freiherr von Pechmann den Entwurf des Kanalprojektes unterbreiten. Nach der Verabschiedung im Landtag am 1. Juli 1834 begann man am 22. Mai 1836 mit den Arbeiten am Kanal. Ursprünglich war auch dessen Eröffnung bereits für das Jahr 1842 geplant gewesen, also dem Einweihungsjahr der Walhalla. Deren Inneres umzieht nun auf 85 m Länge ein Marmorfries mit der Darstellung der Urgeschichte der Germanen: Dem Wissen des 19. Jahrhunderts zufolge waren diese von ihren Stammsitzen auf den Höhen des Kaukasus, dem Lauf der Donau folgend, ins Innere des westlichen Europa vorgedrungen.

Ludwig sah „seinen“ Kanal in Umkehrung zu dieser Wanderbewegung. Die Verbindung von Orient und Okzident durch den Ludwig-Donau-Main-Kanal war für ihn, dessen Sohn Otto seit 1833 König von Griechenland war, ein Leitmotiv bei der Verwirklichung seiner Idee. Die Tradition, in die Ludwig sich stellte, verdeutlicht das Kanaldenkmal bei Erlangen mit seiner Inschrift:

„DONAU UND MAIN FÜR DIE SCHIFFFAHRT VERBUNDEN, EIN WERK VON CARL DEM GROSSEN VERSUCHT, DURCH LUDWIG I KÖNIG VON BAYERN NEU BEGONNEN UND VOLLENDET MDCCCXLVI“

Kelheim, der Ort, an dem der Kanal beginnt, ließ König Ludwig durch einen besonderen Bau hervorheben: Die Befreiungshalle, errichtet von 1842 – 1863 in Erinnerung an die Befreiungskriege gegen Napoleon. Sie steht auf dem Michelsberg, der eine Landzunge zwischen Donau und Altmühl bildet. In deren Tal verlief der Ludwigskanal zunächst von Kelheim nach Dietfurt über eine Länge von 36,6 km, bis er bei Schleuse Nr. 13 zur künstlichen Wasserstraße wurde. Von Kelheim bis zur 417 m über NN gelegenen und 24 km langen Scheitelhaltung bei Neumarkt, musste eine Höhe von 79,5 m überwunden werden. Bis nach Bamberg ging es dann 187 m hinab. Für die Südseite wurden damit 32, für die Nordseite 68 Schleusen notwendig. Der technisch schwierigste Abschnitt befand sich zwischen den Schleusen Nr. 33 und Nr. 59, wo die Strecke auf nur 9 km Länge um etwa 65 m absank: Hier wurden in Abständen von etwa 300 m 27 Schleusen benötigt. Diese hatten eine generelle Breite von 4,8 m und eine Länge von 34,2 m. Der Kanal selbst wies eine Tiefe von 1,46 m und eine Sohlenbreite von 9,3 m auf, während er am Wasserspiegel 15,8 m erreichte. Ausreichende Maße für die 80 – 120 Tonnen-Frachter des 19. Jh. Die Nützlichkeit des über 16 Millionen Gulden teuren Bauwerks konnte bereits bei der Errichtung der Befreiungshalle unter Beweis gestellt werden: Italienischer Marmor wurde von Livorno bis Rotterdam auf dem Seeweg, von dort bis Kelheim aber über die von König Ludwig geschaffene Flussverbindung transportiert.