Steiermark – das Grüne Herz Österreichs
Die Steiermark ist Österreichs „Grünes Herz“ – und sie meint es ernst mit dem Slogan. Fast 60 Prozent der Landesfläche sind Wald, dazwischen liegen Gletscher, Weinberge, Thermalbäder und eine Landeshauptstadt, die regelmäßig zu den schönsten Städten Mitteleuropas gewählt wird. Was die Steiermark einzigartig macht: Sie passt drei komplette Klimazonen zwischen Dachstein und slowenischer Grenze – und liefert in jeder davon eigene Ausflugslandschaften.
📍 Das findest du in diesem Guide
- Die sechs Charakter-Regionen der Steiermark – von der Hochgebirgs-Obersteiermark bis zum mediterranen Süden
- Ausflugsziele für jede Jahreszeit – vom Almabtrieb bis zum Thermenadvent
- Alle 17 Erlebniskategorien mit konkreten Highlights und Insider-Hinweisen
- Geheimtipps abseits der Schladminger Skipisten und der Grazer Altstadt
- Wie du Ziele zu cleveren Tages- und Wochenendrouten kombinierst
- Konkrete Anreise-Tipps mit Bahn, Auto und der Südbahn-Strecke – inklusive Klimaticket
Was die Steiermark anders macht
Die Steiermark ist Österreichs zweitgrößtes Bundesland nach Niederösterreich – aber das mit dem stärksten landschaftlichen Kontrast. Im Norden ragen die Niederen Tauern und das Dachsteinmassiv über 2.900 Meter auf, im Süden gehen die Weinberge fließend in slowenisches Gebiet über. Dazwischen liegen Almböden, Eisenerzminen, barocke Schlösser, römische Ausgrabungen und ein Wallfahrtsort von europäischem Rang.
Wer die Steiermark verstehen will, muss sich von der Idee „ein Bundesland, ein Charakter“ verabschieden. Die Obersteiermark mit Eisenerz, Leoben und Mariazell ist ein anderes Land als die Südsteiermark mit ihren toskanaartigen Weinhügeln rund um Leibnitz. Die Oststeiermark mit dem Thermenland zwischen Bad Waltersdorf und Bad Radkersburg ist Wellness-Welt, das Vulkanland in der Südoststeiermark ist Kulinarik-Hochburg. Und Graz – die Landeshauptstadt – ist eine UNESCO-Welterbestadt mit einem zeitgenössischen Architektur-Profil, das sich vor keiner europäischen Metropole verstecken muss.
Was die Steiermark gegenüber den klassischen Tourismus-Bundesländern Tirol und Salzburg auszeichnet, ist die Mischung aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit: Hier wird seit über tausend Jahren Eisen abgebaut, hier wachsen seit der Römerzeit Reben, hier liegt einer der wichtigsten Wallfahrtsorte des deutschsprachigen Raums – und gleichzeitig hat Graz das größte gotische Doppelbild Österreichs und Schloss Eggenberg seine kosmologischen Prunkräume. Steiermark ist Geschichte ohne Bühnen-Folklore.
Ein Drittes kommt dazu: kulinarische Eigenständigkeit. Steirisches Kürbiskernöl, Vulkanland-Schinken, Schilcher-Wein, Frühlings-Kren, Sulmtaler Hähnchen, Almochse – die Liste der geschützten regionalen Spezialitäten ist länger als in jedem anderen Bundesland. Wer in der Steiermark unterwegs ist, isst sich automatisch durch ein Lebensmittel-Lexikon.
Die sechs Charakter-Regionen im Überblick
Graz und Umgebung – Welterbestadt mit Architektur-Profil
Graz ist mit rund 300.000 Einwohnern Österreichs zweitgrößte Stadt und seit 1999 UNESCO-Welterbe. Die historische Altstadt mit Hauptplatz, Schlossberg und Uhrturm zählt zu den am besten erhaltenen Renaissance-Ensembles Mitteleuropas. Gleichzeitig hat Graz mit dem Kunsthaus („Friendly Alien“ am Lendkai), der Murinsel von Vito Acconci und dem ARGOS-Gebäude von Zaha Hadid Architects auch ein zeitgenössisches Architektur-Profil, das sich vor München, Wien oder Berlin nicht verstecken muss.
Was Graz von anderen österreichischen Städten unterscheidet, ist die südländische Atmosphäre: Hier öffnen die ersten Schanigärten schon im März, hier sitzen die Menschen bis spät abends auf den Plätzen, hier ist das Klima im Sommer fast schon mediterran. Schloss Eggenberg mit dem Archäologiemuseum und dem berühmten Kultwagen von Strettweg, der Botanische Garten und das Joanneumsviertel mit dem CoSA – Center of Science Activities ergänzen das Stadtangebot zu einem Ganz-Tages-Programm.

Wann besonders schön: Mai/Juni mit Schanigarten-Saison, September/Oktober mit Aufsteirern-Fest und Sturm, Dezember mit dem Adventmarkt auf dem Hauptplatz und am Schlossberg.
Obersteiermark – Berge, Bergbau, Wallfahrt
Die Obersteiermark ist der gebirgige Norden des Landes. Hier ragen die Niederen Tauern, das Hochschwabmassiv und das Dachsteinmassiv auf, hier liegen Schladming, Ramsau, Mariazell und Eisenerz. Es ist die Region der harten Berge, des historischen Bergbaus und der Wallfahrt: Der Erzberg bei Eisenerz wird seit über tausend Jahren abgebaut und ist heute Erlebnisbergwerk, die Basilika Mariazell ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte Mitteleuropas.

Die obersteirischen Berge sind gleichzeitig Skigebiet, Wandergebiet und Almland. Die Planai in Schladming gehört zu den großen Wintersport-Arenen Österreichs (Audi FIS Ski World Cup, Nightrace), die Hauser Kaibling, Reiteralm und Hochwurzen ergänzen sie zur „Ski amadé“-Region. Im Sommer öffnen sich Klettersteige, Almhütten und Hochalpenstraßen – etwa die Soboth bei Hohentauern oder die Sölkpassstraße zwischen Murau und Liezen.
Wann besonders schön: Juni mit Almrosenblüte am Hochschwab, August mit Bergmessen und Almabtrieben, Dezember bis März mit Schneesicherheit über 1.500 Meter.
Ausseerland-Salzkammergut – Seen, Salz, Sommerfrische
Das steirische Ausseerland gehört geografisch und kulturell zum Salzkammergut – einer Region, die sich auch über Oberösterreich und Salzburg erstreckt. Rund um den Altausseer See, den Grundlsee und den Toplitzsee findest du Berglandschaften, die jeden Wiener Salonmaler des 19. Jahrhunderts inspiriert haben. Bad Aussee selbst ist eine traditionelle Sommerfrische-Stadt mit Trachten, Narzissenfest und Salzkammergut-Charakter.
Geheimnisvoll ist der Toplitzsee: Tief, kalt, mit angeblich versunkenen Nazi-Schätzen am Grund. Heute ein UNESCO-Weltkulturerbe-Teil ist und für seine türkis schimmernden Wasser bekannt. Der Altausseer Loser – ein 1.838 Meter hoher Berg – bietet eine der schönsten Panorama-Straßen Österreichs, die Loser Panoramastraße, mit Aussicht über das ganze Ausseerland.
Wann besonders schön: Anfang Juni mit Narzissenblüte und Narzissenfest, Hochsommer für Badetage am Altausseer See, Oktober mit Sommerfrische-Stimmung und Lärchen-Goldrand.
Südsteiermark – Toskana ohne Flugmeilen
Die Südsteiermark zwischen Leibnitz und der slowenischen Grenze ist landschaftlich eine eigene Liga: sanfte Weinhügel, Kürbisfelder, Buschenschanken auf den Bergrücken, geschwungene Straßen ohne Verkehr. Wer das erste Mal die Südsteirische Weinstraße fährt, vergisst kurz, dass er noch in Österreich ist – das Bild gleicht der italienischen Toskana frappierend.
Die Region lebt vom Wein (Sauvignon Blanc, Welschriesling, Morillon) und vom Genuss-Tourismus. Buschenschanken sind hier keine Touristenattraktion, sondern echte bäuerliche Betriebe, die ihren eigenen Wein, eigenes Brot und eigene Speckplatten auftischen. Die Aussichtswarte am Demmerkogel bietet einen Rundblick in alle vier Himmelsrichtungen – an klaren Tagen siehst du bis zum Slowenischen Pohorje und nach Ungarn.
Wann besonders schön: April/Mai mit Spargelzeit, Hochsommer für Buschenschank-Abende, September/Oktober mit Sturm-Saison und Weinlese.
Oststeiermark & Thermenland – Wellness und Apfelbäume
Die Oststeiermark zwischen Hartberg, Fürstenfeld und Bad Radkersburg ist Österreichs Thermenkernland: Auf engem Raum konzentrieren sich Bad Waltersdorf, Bad Loipersdorf, Bad Blumau (mit der berühmten Hundertwasser-Therme), Bad Gleichenberg und Bad Radkersburg. Jede dieser Anlagen hat ein eigenes Profil – Bad Blumau ist Kunst-Therme, Bad Loipersdorf Familien-Therme, Bad Radkersburg Reha-Therme. Wer eine Therme nach Stilrichtung sucht, ist hier richtig.
Daneben ist die Oststeiermark Apfel-Land: Rund 80 Prozent der österreichischen Apfelproduktion stammen aus dieser Region. Die Apfel-Erlebnisstraße verbindet als Themenroute Höfe, Mostereien und Brennereien. Im April/Mai blühen die Apfelbäume in einem rosa-weißen Meer, das es so in Österreich kein zweites Mal gibt.
Wann besonders schön: Apfelblüte Ende April/Anfang Mai, Oktober mit Apfelernte und Strudelfesten, Dezember/Januar mit Thermenadvent und Winterruhe.
Vulkanland – Genuss, Erde, Stille
Das Steirische Vulkanland im Südosten – rund um Riegersburg, Feldbach und Bad Gleichenberg – ist eine der jüngsten geprofileten Tourismusregionen Österreichs. Der Name kommt nicht von ungefähr: Vor etwa 2 Millionen Jahren waren hier aktive Vulkane, deren Basalt-Kuppen heute Burgen tragen. Die Burg Riegersburg auf einem solchen erloschenen Vulkan ist Österreichs vermutlich fotogenste Höhenburg.
Was das Vulkanland kulinarisch ausmacht: Es ist die Wiege von Vulcano-Schinken, Zotter-Schokolade und Gölles-Edelbränden – drei Manufakturen mit internationalem Ruf, alle in einem Umkreis von 20 Kilometern. Die Region hat sich bewusst als Slow-Food-Destination positioniert und ist heute eines der bestbesuchten kulinarischen Reiseziele Österreichs.
Wann besonders schön: Frühling für die Mandelblüte (ja, in der Steiermark wachsen Mandeln!), Sommer für Verkostungen, Spätherbst für Kürbis-Erntefeste.
Ausflugsziele für jede Jahreszeit
Frühling: Wenn das Grüne Herz erwacht
Der steirische Frühling beginnt im Süden – mit der Mandelblüte im Vulkanland Mitte März, gefolgt von der Marillenblüte im Hügelland Ende März, der Apfelblüte in der Oststeiermark Mitte April und schließlich der Narzissenblüte im Ausseerland Ende Mai. Wer den steirischen Frühling in voller Bandbreite erleben will, plant zwei Wochenenden ein: eines im Süden, eines im Norden.
Parallel öffnen die Buschenschanken wieder ihre Türen – in der Südsteiermark, im Vulkanland und in der Weststeiermark (Schilcher-Land). Frühlingsklassiker sind Spargelzeit (Ende April bis Juni), Bärlauch-Festivals in vielen Berggebieten und die Eröffnung der Almsaison Mitte/Ende Mai mit dem traditionellen Almauftrieb. Im Botanischen Garten Graz blühen ab März die ersten Frühlingsboten unter Glas, ab Mai die Magnolien im Freien.
Im April und Mai läuft auch in den Städten viel: Das Steiermark-Frühling-Fest bringt eine ganze Woche steirische Produzenten nach Wien, der Genussfrühling Graz öffnet Restaurants und Märkte für Verkostungen, und das Frühlingsfestival Aufsteirern findet als kleinere Schwester des Herbst-Klassikers statt.
💡 Insider-Tipp: Das Narzissenfest in Bad Aussee (Ende Mai/Anfang Juni) ist eines der ältesten Blumenfeste Österreichs. Über 10.000 Wildnarzissen werden händisch zu Figuren-Skulpturen gebunden, die als Blumen-Korso und Boots-Korso durch das Ausseerland ziehen. Termin Wochen im Voraus planen – Übernachtungen sind in Bad Aussee zum Festwochenende rar.
Sommer: Berghöhe, Seenkette, Vulkanstille
Im Hochsommer wird Graz heiß – das südländische Klima rächt sich an Hitzetagen mit Temperaturen über 35 Grad. Wer flüchten will, hat zwei Richtungen: nach Norden in die Berge oder nach Süden ans Wasser. Im Norden bietet sich das Dachstein-Gletschergebiet an – mit Panoramagondel auf 2.700 Meter und der gläsernen Aussichtsplattform Fünf-Finger-Blick, der über den steirischen Alpen schwebt. Am Gipfel kühl, an klaren Tagen siehst du bis Slowenien und nach Tschechien.

Im Süden lockt der Copacabana Badesee bei Kalsdorf – Graz‘ Naherholungssee mit Strand, Liegewiesen, Gastronomie und Tauchmöglichkeit. Der Stubenbergsee nordöstlich von Graz ist die zweite Adresse, der Sulmsee in Leibnitz die dritte. Wer es alpiner mag, fährt zum Altausseer See (Trinkwasserqualität!), zum Grundlsee oder zum Bergsee Erlaufsee an der niederösterreichischen Grenze.
Für Schluchten-Abenteurer sind die Bärenschützklamm bei Mixnitz und die Raabklamm bei Weiz Pflichtprogramm. Die Bärenschützklamm ist mit ihren 164 Holzleitern und 51 Brücken eine der spektakulärsten Klammwanderungen Österreichs. Die Raabklamm – die längste Klamm Österreichs – ist eher Familienterrain mit drei Schwierigkeitsstufen.
Im Spätsommer beginnt eine spezifisch steirische Saison: die der Almabtriebe. Anfang/Mitte September ziehen die Rinder von den Almen zurück ins Tal, geschmückt mit Glocken und Blumenkränzen. Großevents gibt es in Lassing, Pruggern, Stainz und Murau – aber auch viele kleine Dorf-Almabtriebe ohne Tourismus-Tamtam.
Herbst: Sturm, Kürbis, Indian Summer
Der Herbst ist die kulinarische Saison der Steiermark. In der Südsteiermark startet im September die Weinlese, gleichzeitig öffnen die Sturm-Buschenschanken. Der „Sturm“ – Wein in Gärung, süß-prickelnd – ist eine Trink-Tradition, die in dieser Form nur in Österreich existiert. Die Buschenschanken auf der Südsteirischen Weinstraße sind im September/Oktober am vollsten, aber auch am stimmungsvollsten.

Im Vulkanland ist Herbst Kürbiszeit. Die Erntefeste in Hartberg, Riegersburg und Feldbach laufen von Ende September bis Anfang November mit Kürbis-Suppen, Kürbiskernöl-Verkostungen und Kürbis-Skulpturen. Ein steirischer Klassiker ist das Aufsteirern-Fest in Graz Mitte September – das größte Volksmusikfest Österreichs mit über 100.000 Besuchern und Tracht-Pflicht für Stimmungsfaktor.
Wanderer kommen jetzt am stärksten auf ihre Kosten: Klare Sicht, milde Temperaturen, lärchengoldene Hänge im Ausseerland. Die klassische Dachstein-Überschreitung von der Bergstation zum Hunerkogel ist im Oktober oft besser als im Hochsommer. Auch der Schöckl – der Grazer Hausberg – zeigt sich im Herbst von seiner schönsten Seite mit Buchenwald-Lichtung.
Ein spezifisch steirisches Phänomen ist die Hirschbrunft im Hochschwabgebiet Mitte September: In den nördlichen Kalkalpen rufen die Platzhirsche besonders eindringlich. Geführte Touren mit Wildbiologen werden vom Naturpark angeboten und müssen Wochen im Voraus reserviert werden.
Winter: Pisten, Thermen, Mariazeller Advent
Die Steiermark ist im Winter Skigebiets-Schwergewicht: Die Schladming-Dachstein-Region ist eines der größten zusammenhängenden Skigebiete Österreichs. Planai, Hochwurzen, Reiteralm, Hauser Kaibling – alle Teil der „Ski amadé“-Region, alle mit Schneesicherheit ab 1.500 Meter, alle mit professioneller Infrastruktur. Schladming ist außerdem regelmäßiger Austragungsort von FIS-Weltcup-Rennen, das jährliche Nightrace gilt als das stimmungsvollste Ski-Event Österreichs.
Wer es ruhiger mag, hat in der Steiermark Optionen: Die Riesneralm, das Lachtal, der Präbichl bei Eisenerz, die Tauplitzalm im Ausseerland – kleinere, familienorientierte Skigebiete ohne den großen Andrang. Loipen gibt es in Ramsau (über 220 km, Heimat zahlreicher Langlauf-Olympioniken!), im Ausseerland und auf der Tauplitzalm.
Und wenn die Berge zu hoch sind: Die steirischen Thermen haben im Winter Hochsaison. Bad Waltersdorf, Bad Loipersdorf, Bad Blumau, Bad Gleichenberg, Bad Radkersburg – Österreichs Thermendichte ist in der Oststeiermark am höchsten, und Wintertage in den Thermen gehören zu den steirischen Traditionen.
Im Advent verwandelt sich Graz in eine Lichterstadt: Der Adventmarkt am Hauptplatz, der spirituelle Markt im Mariahilferplatz, der traditionelle Markt am Glockenspielplatz und der Adventmarkt am Schlossberg mit Stadtblick gehören zu den vollwertigsten Adventmarkt-Programmen Österreichs. Der Mariazeller Advent in der Wallfahrtsbasilika ist ein eigenes Kapitel: konzentriert, traditionell, ohne Glühwein-Tourismus.
Die 17 Erlebniskategorien in der Steiermark
Wir haben das Verzeichnis in 17 Hauptkategorien gegliedert, die alle gängigen Ausflugs-Bedürfnisse abdecken. Die Steiermark ist in jeder davon vertreten – meist sogar mit überdurchschnittlich vielen Top-Zielen.
⛰ Wandern & Berge
Die Steiermark ist eines der wichtigsten Wanderländer Österreichs. Im Norden ragen Dachstein (2.995 m), Hochschwab (2.277 m), Niedere Tauern und Eisenerzer Alpen auf – alpines Terrain mit Klettersteigen, Schutzhütten, Almböden. Im Süden lockt der Schöckl als Grazer Hausberg, das Joglland und die Hügel der Südsteirischen Weinstraße. Über 12.000 Kilometer markierte Wege durchziehen das Bundesland.
Drei Wandertypen finden hier ihre Heimat: Hochalpine auf dem Dachstein-Höhenweg oder dem Hochschwab-Plateau, Themenwanderer auf dem Weinland-Wanderweg oder dem Vulkanland-Steig, und Familienwanderer auf den Themenwegen rund um Mariazell, im Ausseerland oder am Schöckl.
→ Alle Wanderausflüge in der Steiermark
♨ Wellness & Thermen
Die Steiermark ist Österreichs Thermenkern: Die Therme Loipersdorf ist mit über 36 Pools eine der größten Thermenanlagen Mitteleuropas. Rogner Bad Blumau – die Hundertwasser-Therme – ist ein Gesamtkunstwerk aus Architektur, Garten und Wellness. Heiltherme Bad Waltersdorf punktet mit Quellwasser und Ruhe-Profil, Therme Bad Gleichenberg mit Reha-Schwerpunkt und mineralreichem Heilwasser, Parktherme Bad Radkersburg mit slowenischem Flair.
Was die steirischen Thermen unterscheidet: Sie sind oft themenstark profiliert. Wer Familien-Wasserwelt sucht, geht nach Loipersdorf. Wer Hundertwasser-Architektur und Bauernhof-Garten kombinieren will, nach Blumau. Wer Reha-Niveau will, nach Bad Radkersburg. Die Vielfalt ist österreichweit unschlagbar.
🏊 Seen & Baden
Die Steiermark hat keine großen Seen wie Kärnten – aber dafür Charakter-Gewässer: Im Norden die alpinen Altausseer See, Grundlsee, Toplitzsee mit Trinkwasserqualität und Bergpanorama. Im Süden die Naherholungs-Seen Copacabana Kalsdorf, Stubenbergsee, Sulmsee. In Graz selbst der Schwarzlsee. Dazu kommen die Hochgebirgsseen Grüner See bei Tragöß (kein Badesee, aber spektakulär!), Bodensee am Pass Pyhrn und Spechtensee.
Eine Besonderheit ist der Copacabana südlich von Graz: Ein klassischer Naherholungs-Badesee mit Strand, Liegewiesen, Gastronomie und Tauchmöglichkeit, der gerade an warmen Wochenenden zum Treffpunkt für Grazer Familien wird.
🏰 Burgen, Schlösser & Stifte
Die Steiermark hat über 1.700 erhaltene Burgen, Schlösser und Burgruinen – die höchste Dichte aller Bundesländer. Die spektakulärsten: Riegersburg auf einem Basalt-Vulkankegel im Vulkanland, Schloss Eggenberg in Graz mit Planeten-Saal und 12 Türmen und 365 Fenstern (UNESCO-Welterbe), Schloss Trautenfels im Ennstal, Burg Strechau bei Liezen, Schloss Stainz in der Weststeiermark, Burg Rabenstein bei Frohnleiten, Schloss Herberstein im Joglland.

Bei den Stiften brilliert die Steiermark mit einer eigenen Linie: Stift Admont hat die größte Klosterbibliothek der Welt – ein barocker Bibliothekssaal von 70 Metern Länge mit über 200.000 Bänden und unbeschreiblichen Decken-Fresken. Stift Rein bei Graz ist das älteste durchgehend bestehende Zisterzienserkloster der Welt (gegründet 1129!), Stift Vorau in der Oststeiermark ein Augustiner-Chorherrenstift mit Renaissance-Hof.
→ Alle Burgen, Schlösser und Stifte in der Steiermark
🎢 Erlebniswelten & Freizeitparks
Der Familien-Spitzenreiter ist der Abenteuer Erzberg mit Hauly-Fahrt (60-Tonnen-Bergbau-Lkw als Personentransporter!) und Schaustollen-Führung – ein Erlebnis, das es so in Europa nur einmal gibt. Dazu kommen die Tierwelt Herberstein bei Stubenberg (Zoo plus Schloss plus Wildpark!), das CoSA – Center of Science Activities in Graz mit Mitmach-Stationen für Kinder und Jugendliche, der Wasser-Erlebnispark Sankt Lambrecht, das Märchenwald Steiermark bei Wildon.

Eine steirische Spezialität sind die Schaubergwerke: Neben dem Erzberg gibt es das Schaubergwerk Grünanger bei Schladming, das Salzbergwerk Altaussee mit Salzkristallen und unterirdischem See, sowie das Erzbergwerk Oberzeiring – eines der ältesten Silberbergwerke Mitteleuropas.
🎉 Events & Festivals
Die Steiermark hat ein festivalreiches Profil: Aufsteirern in Graz Mitte September ist das größte Volkskulturfest Österreichs (über 100.000 Besucher!). Narzissenfest Bad Aussee Ende Mai/Anfang Juni mit den weltberühmten Narzissenfiguren. Styriarte Graz Juni/Juli mit historischer Aufführungspraxis unter Nikolaus Harnoncourt-Erbe. Das Steirische Herbst Festival Oktober/November als avantgardistisches Kunstfestival mit internationalem Ruf.
Spezifisch steirisch sind das Schladminger Nightrace (Ski-Weltcup-Spektakel Januar), die Erzberg-Rodeo (Motocross-Klassiker Juni), die Ennstal-Classic (Oldtimer-Rallye Juli) und das Murtal Schwoazne Pfanne Festival für slowenisch-steirische Küche.
→ Aktuelle Events in der Steiermark
🌷 Gärten & Parks
Der Botanische Garten der Universität Graz ist mit rund 7.500 Pflanzenarten in Schaugewächshäusern und vier Klimazonen einer der schönsten universitären Botanischen Gärten Europas – und der Eintritt ist frei. Daneben lohnen der Schlosspark Eggenberg mit Pfauen-Population, der Schlosspark Stainz, der Volksgarten Graz und der Stadtpark Graz mit dem Forum Stadtpark als Kulturzentrum.
Eine besondere Empfehlung ist die Biosphäre Wasser-Wildnis Teichpark Lannach: Naturjuwel mit Teichen, Lehrpfaden, Bienenboxen und geschützten Wildnisflächen – ein junges Konzept, das Naturschutz und Ausflugswert verbindet.
🍽 Kulinarik & Genuss
Buschenschanken sind die kulturelle Institution der Steiermark schlechthin. Ein Buschenschank ist ein bäuerlicher Betrieb, der nur eigene Produkte ausschenken darf – Wein, Brot, Speck, Käse, Aufstriche. Drei Weinbaugebiete bilden den Rahmen: Südsteirische Weinstraße (Sauvignon Blanc!), Weststeirisches Schilcherland (rosa Schilcher-Wein, eine steirische Eigenheit) und das Vulkanland (Welschriesling, Morillon).
Dazu kommen die Großmanufakturen: Zotter Schokoladenmanufaktur in Bergl-Riegersburg mit „essbarem“ Schaubetrieb, Vulcano Schinkenmanufaktur in Auersbach mit fünfjähriger Reifezeit, Gölles Manufaktur für Edelbrände und Essige in Riegersburg, Kürbis Hofmann mit Kürbiskernöl-Verkostungen, Adami Sennerei für Käse aus dem Ennstal. Diese Höfe sind teils Anbieter mit eigenen Verkostungstouren – auf der Käsestraße Steiermark findest du sie alle gebündelt.
Eine steirische Spezialität sind die Apfel-Erlebnistage in der Oststeiermark: Höfe öffnen im Oktober ihre Mostereien und Brennereien für Verkostungen. Auf der Apfel-Erlebnisstraße reihen sich rund 80 Höfe entlang einer 40-Kilometer-Route zwischen Hartberg und Fürstenfeld.
→ Alle Kulinarik-Ausflüge in der Steiermark
🎭 Kultur & Museen
Graz hat eine der höchsten Museumsdichten Mitteleuropas. Das Universalmuseum Joanneum ist mit 13 Sammlungen Österreichs zweitgrößtes Museum nach Wien – darunter das Archäologiemuseum in Schloss Eggenberg mit dem berühmten Kultwagen von Strettweg (7. Jh. v. Chr.) und der Maske von Kleinklein, das Kunsthaus Graz mit zeitgenössischer Kunst, die Neue Galerie Graz mit der Sammlung des 20./21. Jahrhunderts, das Volkskundemuseum und das Naturkundemuseum.
Spezial-Tipps: Das Arnold Schwarzenegger Museum in Thal bei Graz – im Geburtshaus des Bodybuilders, Schauspielers und Politikers, mit liebevoll kuratierter Pop-Kulturgeschichte. Das Hans-Gross-Kriminalmuseum in Graz für Kriminalistik-Begeisterte, das Steirische Feuerwehrmuseum in Groß Sankt Florian, das Eisenbahnmuseum Strasshof mit Dampflokomotiven, das Bauernmuseum Vorau mit kompletten historischen Bauernhöfen, und das Schaubergwerk Oberzeiring – Österreichs ältestes Silberbergwerk.
🌲 Natur & Outdoor
Die Steiermark hat sechs Naturparks: Almenland, Eisenwurzen, Mürzer Oberland, Pöllauer Tal, Sölktäler, Südsteiermark. Dazu kommen Teilgebiete vom Nationalpark Gesäuse – einem der drei großen Nationalparks Österreichs mit Steiltrennen, Gämsen und der „Wilden Enns“. Die Biosphäre Wasser-Wildnis in Lannach ist eine junge Naturerlebniswelt mit Lehrpfaden und Bienenboxen.
Eine Besonderheit ist der Grüne See bei Tragöß: Im Frühling steht das Wasser nach der Schneeschmelze 12 Meter über dem normalen Niveau und bedeckt eine ganze Waldlandschaft – Bänke, Brücken und Wanderwege liegen unter Wasser. Tauchen ist seit 2016 verboten (Schutzmaßnahme), aber das Schauspiel von oben ist unvergesslich.
🚴 Radfahren & MTB
Der Mur-Radweg ist mit 365 Kilometern Länge einer der bekanntesten Fernradwege Österreichs – er verläuft von der Quelle in den Niederen Tauern bis zur slowenischen Grenze. Daneben: der Ennsradweg durch das Ennstal, der Schoberpassradweg, der Weinland-Radweg durch die Südsteirische Weinstraße und der R7 Drauradweg mit Anschluss nach Kärnten.
Mountainbiker finden in der Steiermark einige der besten Trails Österreichs: Die Schladming-Dachstein-Region hat über 800 Kilometer ausgeschilderte MTB-Strecken, der Schöckl bei Graz ist mit seinem „Almenland Trail“ beliebtes Tagesziel, und die Wexl Trails an der niederösterreichisch-steirischen Grenze sind ein Anfänger-Mekka.
🦌 Tierwelt & Naturparks
Die Tierwelt Herberstein bei Stubenberg ist die wichtigste Adresse: Zoo plus Schloss plus Wildpark plus Gironcoli-Museum in einer Anlage. Über 800 Tiere aus 100 Arten, vom Geparden bis zum Tibet-Wolf, in großzügigen Gehegen. Dazu der Wildpark Hochfeistritz bei Krieglach, der Naturpark-Streichelzoo Pöllauer Tal und das Falkner-Erlebniscenter Riegersburg mit täglichen Greifvogelvorführungen.
Die Almenland-Region nordöstlich von Graz – Österreichs größtes zusammenhängendes Almgebiet – ist Heimat für Steinadler, Auerhahn und über 1.000 Almochsen. Geführte Wanderungen mit Wildbiologen werden vom Naturpark angeboten.
🔭 Aussichtspunkte & Panoramen
Das Dachstein-Skywalk mit der „Treppe ins Nichts“ und dem Hängesteg über 250 Meter Abgrund ist Österreichs spektakulärster Aussichtspunkt. Dazu kommen die Aussichtswarte am Demmerkogel in der Südsteiermark, der Pyramidenkogel des Südens mit Vier-Himmelsrichtungen-Blick, der Sausal-Aussichtsturm, der Schöckl-Gipfel mit Grazer Stadtpanorama und der Stoderzinken mit Ennstal-Blick.
Geheime Aussichten: die Aussichtsplattform am Toplitzsee, der Hartner-Riegel bei Fischbach, der Hochlantsch bei Bruck an der Mur, die Burgruine Ehrenfels bei Voitsberg.
🚂 Bahnen & Schifffahrt
Die Semmeringbahn – seit 1998 UNESCO-Welterbe – verbindet Niederösterreich und Steiermark auf einer der spektakulärsten Hochgebirgsbahn-Strecken Europas. Die Dachstein-Panoramagondel erschließt eine hochalpine Erlebniswelt auf 2.700 Metern. Die Murtalbahn (Schmalspur, Unzmarkt-Tamsweg) ist ein historisches Bahnerlebnis durchs Steirische Salzkammergut.
Daneben: der Erzberg-Express (historisches Bergbau-Bahn am Erzberg), die Feistritztalbahn (Museumsbahn), die Krimperisch (Mariazellerbahn) mit Endpunkt Mariazell (Niederösterreich-Steiermark-Verbindung), und Schiffsverkehr am Altausseer See und Grundlsee.
🏛 Städte & Architektur
Graz als UNESCO-Welterbestadt mit Renaissance-Altstadt, Schlossberg, Uhrturm und dem zeitgenössischen Profil aus Kunsthaus, Murinsel und ARGOS. Dazu Leoben mit barockem Hauptplatz und der Asia Spa Therme, Bruck an der Mur mit Kornmesserhaus, Murau als mittelalterliche Bierbraustadt, Hartberg als historische Bischofsstadt, Bad Aussee als Sommerfrische-Klassiker und Schladming als Sportzentrum mit Marktplatz-Charakter.

Architektur-Geheimtipps: das Universitäts-Hauptgebäude in Graz als Beispiel historisierender Architektur, die Stadtpfarrkirche Hl. Blut in Bad Aussee mit gotischer Holzdecke, die Basilika Mariatrost als barocke Wallfahrtsbasilika am Purberg.
🧗 Abenteuer
Klettersteige am Dachstein, am Hochschwab und in der Bärenschützklamm, der spektakuläre Hochgolling-Klettersteig in den Niederen Tauern, Canyoning in der Strug, Wildwasser-Rafting auf der Salza, Mountain Bike-Strecken am Schöckl. Der Erzberg hat mit der Hauly-Fahrt ein einzigartiges Tagebau-Erlebnis: Mitfahrt in einem 60-Tonnen-Schwerlast-Lkw bergauf durch den aktiven Bergbau.
Eine steirische Spezialität ist das Eisklettern im Gesäuse und am Hochschwab: Die Region ist mit über 100 Eisfällen eine der wichtigsten Eiskletter-Destinationen Österreichs. Im Sommer ergänzt durch Caving in den Hochschwab-Höhlen und Paragleiten am Stoderzinken und am Schöckl.
⛷ Winter & Schnee
Die Schladming-Dachstein-Region ist Österreichs nördlichstes Großskigebiet und Teil der „Ski amadé“. Planai, Hochwurzen, Reiteralm, Hauser Kaibling – über 220 Pistenkilometer mit moderner Liftinfrastruktur, Snowparks, FIS-Weltcup-Strecken. Schladming Nightrace Mitte Januar ist das größte Skirennen Österreichs nach Atmosphäre.
Wer es kleiner mag: Tauplitzalm im Ausseerland, Riesneralm bei Liezen, Lachtal bei Murau, Präbichl bei Eisenerz, Murauer Berge. Loipen gibt es vor allem in Ramsau (über 220 km, Olympia-Heimat!), im Ausseerland und auf der Tauplitzalm. Rodelbahnen am Stoderzinken, Hauser Kaibling und Hochlantsch. Schneeschuhtouren im Almenland und in den Niederen Tauern.
→ Alle Winterausflüge in der Steiermark
Geheimtipps der Redaktion
Sieben Ziele, die in keinem Standard-Reiseführer stehen, aber den Aufwand lohnen:
1. Grüner See bei Tragöß, Hochsteiermark
Der Grüne See bei Tragöß ist eines der seltsamsten Naturphänomene Österreichs: Im Frühling, nach der Schneeschmelze, steigt das Wasser um 12 Meter und überflutet eine ganze Waldlandschaft – Bänke, Brücken, Wanderwege liegen plötzlich unter kristallklarem Wasser. Mai/Juni ist die spektakulärste Zeit. Tauchen wurde aus Naturschutzgründen 2016 verboten, aber das Schauspiel von den Uferwegen ist unvergesslich.
2. Bärenschützklamm, Hochsteiermark
Die Bärenschützklamm bei Mixnitz ist eine der spektakulärsten Klammwanderungen Österreichs: 164 Holzleitern und 51 Brücken führen durch eine enge Felsschlucht, in der das Wasser tosend in die Tiefe stürzt. Die Tour dauert ca. 4 Stunden hin und retour. Festes Schuhwerk, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit empfohlen.
3. Toplitzsee, Ausseerland
Der Toplitzsee im Ausseerland ist ein Bergsee mit Mythos. Im Zweiten Weltkrieg versenkten die Nazis hier Kisten – einige wurden später geborgen (mit gefälschten Pfund-Noten), andere liegen vermutlich noch am Grund. Heute ein UNESCO-Welterbe-Teil und nur über einen 20-Minuten-Wanderweg ab Grundlsee erreichbar. Bootsfahrten zum gegenüberliegenden Ende mit Wasserfall sind ein Klassiker.
4. Stift Admont, Gesäuse
Stift Admont hat die größte Klosterbibliothek der Welt – 70 Meter lang, mit Decken-Fresken von Bartolomeo Altomonte und über 200.000 Bänden in spätbarocker Architektur. Ein Erlebnis, das in Bildern nicht funktioniert; man muss in dem Saal stehen. Dazu kommen Klostermuseum, Kunstmuseum, Naturhistorisches Museum und der Klostergarten. Eine der eindrucksvollsten Klostererlebnisse Mitteleuropas.
5. Aussichtswarte am Demmerkogel, Südsteiermark
Die Aussichtswarte am Demmerkogel in der Südsteiermark öffnet einen 360°-Rundblick über das südsteirische Weinhügelland: An klaren Tagen siehst du bis zum slowenischen Pohorje, zum Bachergebirge und zur ungarischen Ebene. Frei zugänglich, am Familienwanderweg gelegen, ideal für Sonnenuntergangs-Stimmungen mit Weinbergblick.
6. Salzwelten Altaussee, Ausseerland
Die Salzwelten Altaussee sind ein noch aktives Salzbergwerk mit Schaubereich: Du fährst auf einer Mannschaftsbahn in den Berg hinein, gehst durch glitzernde Salzkristall-Gänge und siehst den unterirdischen Salzsee mit Bootsfahrt. Im Zweiten Weltkrieg war hier das berühmte „Kunst-Versteck“ der Nazis, in dem über 6.500 Kunstwerke lagerten – darunter Werke von Vermeer und Michelangelo. Eine Geschichts-Reise mit physischem Erlebnis.
7. Sölktäler, Hochsteiermark
Die Sölktäler – Großsölk und Kleinsölk – im Naturpark Sölktäler sind eines der ursprünglichsten Berggebiete Österreichs: enge Täler, wilde Bachläufe, eingestreute Almen, kaum Tourismus-Infrastruktur. Hier wandert man stundenlang ohne Begegnung. Highlight: der Schwarzensee, ein Bergsee in 1.150 m Höhe, der nur zu Fuß erreichbar ist und in dessen tiefer Schwärze sich an klaren Tagen die Schladminger Tauern spiegeln.
So planst du deinen Ausflug in der Steiermark
Anreise
Mit dem Auto: Die Steiermark ist über die A2 (Südautobahn, von Wien Richtung Graz), die A9 (Pyhrn-Autobahn von Oberösterreich Richtung Graz), die S6 (Semmering-Schnellstraße, Wien–Bruck–Leoben) und die A11/B70 (Slowenien-Anbindung) erschlossen. Aus Wien bist du in 2 Stunden in Graz, aus Linz in 2:30 Stunden, aus Klagenfurt in 1:30 Stunden.
Mit der Bahn: Die Südbahn ist Österreichs traditionsreichste Eisenbahnstrecke und führt von Wien über den Semmering (UNESCO-Welterbe!) nach Graz. Reisezeit Wien-Graz: ca. 2:30 Stunden mit dem Railjet. Die Strecke ab dem Semmering ist eine der spektakulärsten Bahnfahrten Europas. Mit dem Klimaticket Österreich kostet jede Fahrt nichts extra. Anbindung Linz-Graz über Selzthal, Salzburg-Graz über Bischofshofen.
Mit dem Flugzeug: Graz-Thalerhof (10 km südlich von Graz) ist der zweitgrößte Flughafen Österreichs. Verbindungen u.a. nach Wien, Frankfurt, München, Düsseldorf, Berlin, Zürich, Istanbul. Ab Flughafen mit S-Bahn in 10 Minuten in der Grazer Innenstadt.
Mit dem Fahrrad: Der Mur-Radweg (R2) durchquert die Steiermark der Länge nach – von der Quelle in den Niederen Tauern bis zur slowenischen Grenze (365 km). Fahrradmitnahme in den meisten Zügen kostenlos oder gegen geringe Gebühr.
Beste Reisezeit
| Saison | Stärken | Tipps |
|---|---|---|
| Frühling (März–Mai) | Mandel- und Apfelblüte, Narzissenfest, Spargelzeit, Almöffnungen | Vor dem Narzissenfest in Bad Aussee Übernachtung früh buchen |
| Sommer (Juni–August) | Dachstein-Höhen, Almenland-Wandern, Buschenschank-Abende, Festspielsaison | Frühe Starts, Höhenlagen für Hitzefluchten, Bärenschützklamm-Klettersteig nur bei stabilem Wetter |
| Herbst (Sept.–Nov.) | Weinlese, Sturm-Saison, Kürbisernte, Aufsteirern, Lärchen-Goldrand im Ausseerland | Buschenschank-Wochenenden früh planen, Aufsteirern-Tracht für Stimmung |
| Winter (Dez.–Feb.) | Schladming-Pisten, Mariazeller Advent, Thermenadvent, Tauplitz-Loipen | Schladming-Nightrace Mitte Januar früh planen, Therme-Wochenenden im Advent reservieren |
Routen kombinieren
Die Steiermark ist groß und vielfältig – sinnvolle Mehrtages-Routen folgen den sechs Charakter-Regionen. Mit dem Tagesplaner kannst du beliebige Ziele zu einer Route mit Fahrzeit und Distanz zusammenstellen. Vier bewährte Mehrtages-Kombinationen, die du als Vorlage nehmen kannst:
Graz-Wochenende (Fr–So)
Schlossberg und Uhrturm → Archäologiemuseum Schloss Eggenberg → Botanischer Garten → CoSA → Murinsel/Kunsthaus → Hauptplatz mit Schanigarten-Abend. Ideale Saison: Mai/Juni oder September (Aufsteirern). Anreise: A2 Wien-Graz oder Railjet.
Südsteiermark-Genussroute (2 Tage)
Leibnitz mit Schloss Seggau → Buschenschank-Tour auf der Südsteirischen Weinstraße → Übernachtung in Gamlitz → Aussichtswarte Demmerkogel → Vulkanland mit Zotter-Schokoladenmanufaktur und Burg Riegersburg. Ideale Saison: April/Mai (Spargel) oder September/Oktober (Weinlese, Sturm). Charakter: Genuss-Tour mit Wein, Schinken, Schokolade.
Hochsteiermark-Tour (3 Tage)
Erzberg-Hauly-Fahrt → Übernachtung in Leoben → Stift Admont mit Bibliothek → Nationalpark Gesäuse → Basilika Mariazell → Bürgeralpe-Seilbahn → Rückreise über Mariazellerbahn. Ideale Saison: Juni bis September. Charakter: Berg-Geschichte-Natur.
Dachstein-Ausseerland-Klassiker (3 Tage)
Schladming → Dachstein-Gletscher mit Skywalk und Hängesteg → Übernachtung in Ramsau oder Schladming → Tauplitzalm-Aussichtspanorama → Altaussee mit Salzwelten → Toplitzsee-Wanderung → Narzissenfest-Termin oder Sommerfrische-Bummel. Ideale Saison: Ende Mai (Narzissenfest), Juni bis September.
→ Alle Steiermark-Ziele auf einen Blick: Karte
Häufige Fragen
Was sind die beliebtesten Ausflugsziele in der Steiermark?
Der Schöckl als Grazer Hausberg, die Basilika Mariazell als bedeutendster Wallfahrtsort Mitteleuropas, das Dachstein-Gletschergebiet mit Skywalk, der Erzberg in Eisenerz mit Hauly-Fahrt, die Burg Riegersburg, Stift Admont mit der größten Klosterbibliothek der Welt und die Tierwelt Herberstein gehören zu den am häufigsten besuchten Zielen. In unserem Verzeichnis findest du sie alle nach Kategorie und Region gefiltert.
Welche Ausflugsziele sind ab Graz am schnellsten erreichbar?
Mit dem Auto unter 30 Minuten: Schloss Eggenberg, Copacabana Kalsdorf, Arnold-Schwarzenegger-Museum Thal, Basilika Mariatrost, Schöckl-Seilbahn. Mit der Bahn unter 45 Minuten: Leibnitz (Tor zur Südsteiermark), Bruck an der Mur, Leoben. Praktisch das ganze Grazer Umland eignet sich als Halbtagesausflug.
Welche Ausflugsziele in der Steiermark sind kinderfreundlich?
Der Abenteuer Erzberg mit Hauly-Fahrt, die Tierwelt Herberstein, das CoSA – Center of Science Activities in Graz, der Copacabana Badesee, das Märchenwald Steiermark in Wildon und die Sommerrodelbahnen auf der Hochwurzen und am Stoderzinken gehören zu den Favoriten von Familien. Auch die Therme Loipersdorf hat einen eigenen großen Familien-Bereich.
Welche Steiermark-Ausflugsziele sind auch bei Schlechtwetter offen?
Die steirischen Thermen (Loipersdorf, Blumau, Bad Waltersdorf, Bad Gleichenberg, Bad Radkersburg) sind ohnehin Indoor-Ziele. Stift Admont mit Bibliothek, das Archäologiemuseum Schloss Eggenberg, das gesamte CoSA, das Kunsthaus Graz, das Joanneumsviertel, die Salzwelten Altaussee und der Erzberg-Schaustollen sind volle Programmangebote bei Regen. Auch das Arnold-Schwarzenegger-Museum ist eine wetterunabhängige Option.
Wann ist die Narzissenblüte im Ausseerland?
Im Schnitt Ende Mai bis Anfang Juni, je nach Witterung kann sie um zwei Wochen schwanken. Das Narzissenfest in Bad Aussee findet meist am letzten Wochenende im Mai oder am ersten Wochenende im Juni statt – Termin frühzeitig prüfen. Die Wildnarzissen wachsen flächendeckend in den Wiesen rund um Bad Aussee, Altaussee und Grundlsee.
Welche Bahnen sind in der Steiermark ein Erlebnis für sich?
Die Semmeringbahn (UNESCO-Welterbe, Wien–Mürzzuschlag) als spektakulärste Hochgebirgsbahn Europas, die Murtalbahn (Schmalspur, Unzmarkt–Tamsweg) als historisches Bahnerlebnis, die Dachstein-Panoramagondel als hochalpine Erlebnis-Seilbahn auf 2.700 m, der Erzberg-Express als historische Bergbau-Bahn und der Almenland-Express als touristisches Sonderzugangebot zwischen Frohnleiten und Sankt Kathrein.
Wo finde ich Buschenschanken in der Südsteiermark?
Die Südsteirische Weinstraße zwischen Leibnitz, Gamlitz, Ehrenhausen, Eichberg und Glanz an der Weinstraße hat die höchste Buschenschank-Dichte. Buschenschanken öffnen rotierend nach einem Plan – ein Klick auf „Kulinarik“ im Steiermark-Filter zeigt dir die aktuell offenen Höfe. Die Hauptsaison ist von April bis November, im Winter haben nur wenige geöffnet.
Welche Adventmärkte in der Steiermark lohnen sich am meisten?
Der Adventmarkt am Grazer Hauptplatz ist mit über 80 Ständen der größte – Glühwein, Punsch, Krippen-Tradition. Der spirituelle Markt am Mariahilferplatz, der historische Markt am Glockenspielplatz und der Adventmarkt am Schlossberg mit Stadtblick komplettieren das Grazer Programm. Der Mariazeller Advent in der Wallfahrtsbasilika ist eine eigene Größe – konzentriert, traditionell, ohne Glühwein-Tourismus. Empfehlung: Wochentag, nicht Wochenende.
Gibt es in der Steiermark Ausflugsziele für Senioren?
Viele Stifte und Schlösser bieten geführte Touren mit moderatem Tempo, die Dachstein-Panoramagondel ist ideal für hochalpines Erlebnis ohne körperliche Anstrengung. Die Thermenwelt der Oststeiermark (Loipersdorf, Blumau, Bad Waltersdorf) hat ausgewiesene Senioren- und Reha-Bereiche, die Basilika Mariatrost und Schloss Eggenberg sind barrierearm. Im Verzeichnis kannst du nach Barrierefreiheit filtern.
💚 Inspiration speichern: Markiere deine Lieblingsziele über das Herz-Symbol auf jeder Detailseite – sie landen automatisch in deiner Merkliste und bleiben auch nach Browser-Schließen erhalten. Mit dem Tagesplaner kombinierst du sie zu einer Route.
Die Steiermark ist nicht das laute Bundesland. Sie ist das Bundesland, das mit jeder Region einen eigenen Charakter zeigt – vom Dachsteingletscher zum Vulkanland-Schinken, vom Schladminger Nightrace zum Buschenschank-Abend in Gamlitz. Wir aktualisieren diesen Guide regelmäßig: Wenn dir ein Ziel fehlt oder eine Information nicht mehr stimmt, schreib uns – die Redaktion lebt von genau solchen Hinweisen.
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