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Exilarte – Zentrum für verfolgte Musik

Mitten im Wiener Musikuniversitätsumfeld macht Exilarte jene Musik- und Kulturgeschichte sichtbar, die durch Nationalsozialismus, Verfolgung, Vertreibung und Exil gewaltsam unterbrochen wurde. Das Exilarte Zentrum fungiert als Anlauf- und Schnittstelle für Rezeption, Erforschung, Bewahrung und Präsentation der Werke von Komponist:innen, Interpret:innen, Musikforscher:innen, Theaterkünstler:innen und weiteren Musikschaffenden, die im Dritten Reich als „entartet“ galten oder verfolgt wurden.

Die Arbeit des Zentrums verbindet Archiv, Forschung, Ausstellung, Vermittlung und Aufführungspraxis. Im Mittelpunkt stehen künstlerische Nachlässe und Biografien, deren Werke lange aus dem kollektiven Gedächtnis verschwunden waren. Exilarte beschäftigt sich unter anderem mit Musiktraditionen des 19. Jahrhunderts, Operette, Film-Chanson, Kabarett, Zweiter Wiener Schule, Jugendstil und Neuer Sachlichkeit. Die Sammlung und Forschung zeigen, wie europäische Musiktraditionen im Exil weiterwirkten und welche kulturellen Impulse durch Flucht, Verlust und Neuanfang entstanden.

Für Besucher:innen bietet das Zentrum Ausstellungen, Dauerausstellungen, virtuelle Führungen, Filme und Führungen auf Anfrage. 2026 läuft die Jubiläumsausstellung „Aus dem Schatten ins Licht – Verfemte Komponist:innen und ihr Erbe“. Sie präsentiert erstmals ein Panorama der im Exilarte Zentrum der mdw betreuten Nachlässe und gibt Einblicke in Leben, Werk und Wirkung verfemter Komponist:innen. Die Ausstellung macht ausgewählte Lebenswege im musik- und zeitgeschichtlichen Kontext erfahrbar und versteht sich als Beitrag zu Erinnerungskultur, historischer Verantwortung und nachhaltiger Sichtbarmachung verdrängter Kunst- und Kulturgeschichte.

Das Exilarte Zentrum befindet sich in der Lothringerstraße 18 im 1. Stock der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Die Ausstellungen sind laut offizieller Information von 16. April bis 20. Dezember 2026 geöffnet, im Juli und August sowie an Feiertagen geschlossen. Der Eintritt ist frei; Führungen werden auf Anfrage per E-Mail angeboten.

Circus- & Clownmuseum Wien

Hereinspaziert ins Circus- & Clownmuseum Wien: Das Museum am Ilgplatz in der Leopoldstadt widmet sich der Geschichte von Circus, Clowns, Artistinnen und Artisten, Magie und Wiener Varieté. In der Sammlung finden sich historische und aktuelle Exponate wie Requisiten, Plakate, Stiche, Fotos, glitzernde Kostüme, Circus-Modelle und Erinnerungsstücke bekannter Persönlichkeiten aus der Circus- und Showwelt. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Clowns und großen Spaßmachern vergangener Zeiten. Das Museum versteht sich nicht nur als Aufbewahrungsort, sondern auch als lebendiger Erlebnisraum: Bei Führungen, Kinderprogrammen, Zaubershows, Clownshows und Veranstaltungen wird die Welt des Circus auf der Bühne und in der Ausstellung vermittelt. Nach Voranmeldung werden auch Führungen außerhalb der regulären Öffnungszeiten angeboten, unter anderem für Kindergärten, Schulen, Seniorinnen und Senioren, Vereine und Gruppen. Das Wiener Circus- & Clownmuseum geht auf die Privatsammlung von Heino Seitler zurück, dessen erstes Clownmuseum bereits 1927 öffentlich wurde; seit 2011 befindet sich das Museum mit rund 400 Quadratmetern Ausstellungsfläche am Ilgplatz 7.

Ernst Fuchs Museum in der Otto Wagner Villa

Am Rand des Wienerwaldes verbindet das Ernst Fuchs Museum Kunst, Architektur und Künstlerbiografie in einem außergewöhnlichen historischen Gebäude. Die Otto-Wagner-Villa wurde 1888 als repräsentatives Sommerpalais für Otto Wagner und seine Familie erbaut. Der Architekt gestaltete sie im Stil des Historismus; der linke Seitenflügel wurde um 1900 zu einem heute erhaltenen Jugendstil-Saal mit großflächigen Tiffany-Glasfenstern von Adolf Böhm umgebaut. Später war die Villa vom Verfall bedroht und sollte demoliert werden. Ernst Fuchs, Mitbegründer und Hauptvertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus, erwarb das Gebäude 1972, ließ es restaurieren und ergänzte die Räume mit eigenen Entwürfen für Möbel, Tapeten, Türgriffe und Kunsthandwerk. Bis 1986 diente die Villa als Atelier; 1988 wurde sie als Ernst Fuchs Museum eröffnet. Besucherinnen und Besucher erleben heute eine chronologisch angelegte Retrospektive mit frühen Zeichnungen, Miniaturmalereien, großen Bleistiftzeichnungen, Monumentalwerken, Skulpturen und gestalteten Interieurs. Auch das römische Bad mit Mosaiken von Kolo Moser und der Aquarell-Zyklus „Lohengrin“ von Ernst Fuchs werden im Museumskontext genannt. Öffentliche Führungen finden laut offizieller Website freitags und sonntags um 14:00 Uhr statt.

Esperantomuseum der Österreichischen Nationalbibliothek

Im Palais Mollard in der Wiener Herrengasse lädt das Esperantomuseum der Österreichischen Nationalbibliothek zu einer Reise in die Welt der Plansprachen ein. Es zählt zu den ältesten Sprachmuseen der Welt und zu den bedeutenden Einrichtungen seiner Art. Im Mittelpunkt stehen Esperanto, Interlinguistik und die Frage, wie Menschen bewusst Sprachen schaffen, um Verständigung über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg zu ermöglichen. Die Dauerausstellung erzählt die mehr als 100-jährige Geschichte des Esperanto: von der Veröffentlichung des ersten Lehrbuchs durch Ludwik Lazar Zamenhof im Jahr 1887 über die rasche Verbreitung vor dem Ersten Weltkrieg und die Verfolgungen während des Nationalsozialismus bis zur heutigen Sprachpraxis. Interaktive Medienstationen geben Einblicke in sprachliche Kreativität und stellen auch weitere erfundene Sprachen vor, darunter Klingonisch aus „Star Trek“. Das Museum ist fachlich, administrativ und räumlich eng mit der Sammlung für Plansprachen verbunden, in der rund 500 plansprachliche Projekte dokumentiert werden. Führungen und ein Esperanto-Crashkurs ergänzen das Angebot.

Ephesos Museum

In der Neuen Burg am Heldenplatz vermittelt das Ephesos Museum einen eindrucksvollen Einblick in Größe und Bedeutung der antiken Stadt Ephesos in der heutigen Türkei. Ephesos zählte zu den wichtigsten Städten der Antike; hier stand der Artemis-Tempel, eines der sieben Weltwunder, und in römischer Zeit war die Stadt Hauptstadt der Provinz Asia. Seit 1895 legen österreichische Archäologen die Ruinen von Ephesos frei. Bis 1906 gelangten zahlreiche hochwertige Fundobjekte nach Wien, die heute im Ephesos Museum als Dependance der Antikensammlung des Kunsthistorischen Museums ausgestellt sind. Zu den Höhepunkten zählen das Partherdenkmal, die Amazone vom Artemisionaltar, die Bronzestatue eines Athleten und der Knabe mit der Fuchsgans. Neben ephesischen Fundstücken präsentiert das Museum auch Architekturproben und Skulpturen aus dem Mysterienheiligtum der griechischen Insel Samothrake sowie eine Vorschau auf das Heroon von Trysa, einen lykischen Grabbau mit umfangreichem Relieffries. Das Ephesos Museum wurde 1978 in der Neuen Burg eröffnet, nachdem Funde aus Ephesos und Samothrake zuvor provisorisch im Theseustempel untergebracht waren.