by | Mai 9, 2026
In der Mühlgasse in Wien-Wieden bewahrt das Schildermaler Museum eine besondere Facette der Wiener Alltags- und Handwerkskultur. Wien galt einst als Metropole der Schildermalerkunst und hatte eine lange Tradition individueller Stadtbeschriftung. In der Werkstatt des letzten Schildermalers Wiens zeigt das Museum seltene Schildermalerarbeiten aus vier Generationen; die älteste bekannte Arbeit stammt aus dem Jahr 1877.
Der Besuch führt in eine Zeit zurück, in der kleine Händler in der Vorstadt mit handgemalten Schildern warben, Schriftzüge sorgfältig konstruiert wurden und Buchstaben als gestalterische Handarbeit entstanden. Josef Samuel vermittelt mit Fachwissen einen Eindruck der ehemals vielfältigen Aufgaben der Wiener Schildermaler.
Das Museum ist kein klassischer Großbetrieb, sondern ein authentischer Werkstatt- und Erinnerungsort. Laut zusätzlicher Wiener Museumsinformation befindet es sich in einer ehemaligen Schildermaler-Werkstätte, die ab 1882 bestand und über mehrere Generationen betrieben wurde. Gezeigt wird eine große Anzahl kunstvoll gestalteter Schilder aus früheren Zeiten; die Räumlichkeiten werden auch als Galerie genutzt. Besuche sind nur nach Terminvereinbarung beziehungsweise auf Anfrage möglich.
by | Mai 9, 2026
Im Deutschordenshaus in der Singerstraße präsentiert die Schatzkammer und das Museum des Deutschen Ordens den Ordensschatz einer mehr als 800-jährigen Geschichte. Seit 1957 ist die Sammlung als Museum öffentlich zugänglich. Ihre Wurzeln reichen bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück, als Mergentheim zur Residenz des Hochmeisters wurde. Dort wurden über Jahrhunderte Kostbarkeiten aus dem Besitz von Hochmeistern und Ordensrittern gesammelt; einen wichtigen Zuwachs brachte der Nachlass des Hochmeisters Erzherzog Maximilian III. von Österreich. Unter dem Eindruck der Französischen Revolution kamen die Kleinodien 1805 nach Wien. Zu sehen sind profane und liturgische Goldschmiedearbeiten, Kelche, Reliquiare, orientalische Prunkwaffen, Uhren, Insignien und Ornate, Porträts der Hochmeister, Bilder von Schlachten und Zeremonien, spätgotische Tafelbilder sowie Münzen und Medaillen. Die Bestände erzählen von Kunstsinn, Repräsentation und Glaubenspraxis im Deutschen Orden. Der Zugang erfolgt über den linken Durchgang von der Singerstraße zum Innenhof, neben dem Eingang zur Deutschordenskirche. Führungen sind nach Anfrage auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten möglich.
by | Mai 9, 2026
Das Original Wiener Ringofenmuseum befindet sich in Inzersdorf im 23. Wiener Gemeindebezirk Liesing. Am Standort Gsellhofergasse 1 ist Wiens letzter erhaltener Ringofen zu sehen, ein Industriedenkmal aus der Zeit der historischen Ziegelproduktion. Inzersdorf und der Raum südlich des Wienerbergs waren einst wichtige Gebiete der Ziegelherstellung, da durch den Liesingbach Tegel- und Tonvorkommen abgelagert wurden. Das Museum vermittelt, wie Ziegel früher hergestellt und gebrannt wurden und welche Bedeutung die Ziegelindustrie für die bauliche Entwicklung Wiens hatte. Im Mittelpunkt steht der Hoffmannsche Ringofen, dessen kontinuierliches Brennverfahren im 19. Jahrhundert eine technische Revolution darstellte. Ergänzend behandelt das Museum die Geschichte der Ziegeleien, die Arbeit der Ziegelarbeiter*innen und die oft schweren Lebens- und Arbeitsbedingungen in der Produktion. Der denkmalgeschützte Industrieort wurde 2004/2005 als kleines privates Museum realisiert. Besichtigungen und Führungen werden nach Anfrage organisiert.
by | Mai 9, 2026
Unter dem Esterházypark in Wien-Mariahilf lädt das Retro Gaming Museum Wien zu einer spielbaren Zeitreise durch die Geschichte der Computer- und Arcadespiele ein. Der Standort befindet sich im Luftschutzbunker des früheren Foltermuseums, nahe dem Haus des Meeres. Laut offizieller Website umfasst die Ausstellung über 1.000 Originalexponate: Konsolen, Spiele, Automaten und technische Geräte aus mehreren Jahrzehnten Gaming-Kultur. Der Schwerpunkt liegt nicht nur auf dem Betrachten historischer Objekte, sondern auf dem Ausprobieren: Mehr als 30 Konsolen und Automaten können vor Ort selbst bespielt werden. Ergänzend vermittelt eine Timeline wichtige Stationen der Videospielgeschichte, von frühen Experimenten wie OXO und Tennis for Two über Pong, Atari, Nintendo, Game Boy, Amiga und Doom bis zu späteren Entwicklungen. Für Gruppen werden Überblicksführungen, Wochenendführungen und Insider-Special-Touren angeboten; diese finden laut offizieller Website am Wochenende ab sechs Personen statt, kleinere Gruppen können sich bei verfügbaren Terminen dazubuchen. Das Museum kann außerdem für Events, Drehs und Firmenveranstaltungen angefragt werden. Kinder unter 12 Jahren dürfen nur in Begleitung hinein, Hunde sind an der Leine erlaubt.
by | Mai 9, 2026
In der Klagbaumgasse im 4. Wiener Gemeindebezirk widmet sich das Rauchfangkehrermuseum der langen Geschichte des Rauchfangkehrergewerbes. Die Ausstellung zeigt die Entwicklung des Berufs vom Rußknecht bis zu modernen Aufgaben im Bereich Sicherheit, Umwelt und Technik. Besucherinnen und Besucher sehen alte Öfen, Rauchfangaufsätze, vielfältige Arbeitsgeräte, Zunftobjekte und eine Sammlung von Rauchfangkehrerfiguren aus unterschiedlichen Materialien. Die tradierte Rolle des Rauchfangkehrers als Glücksbringer wird ebenfalls mit zahlreichen Exponaten dokumentiert. Bei Führungen wird der Beruf in Vergangenheit und Gegenwart vorgestellt; außerdem werden an Ausstellungsstücken die Arbeitswelt der Rauchfangkehrer und historische Heiz- und Ofentechnik erklärt. Im großen Raum ist die Sonderausstellung „Es war einmal die Rauchfangkehrerkirche“ mit Ausstellungs- und Erinnerungsstücken zu sehen. Separate Führungen, Feiern und Veranstaltungen können nach rechtzeitiger Vereinbarung auch außerhalb der regulären Öffnungszeiten stattfinden. Das Museum gehört zu den Wiener Bezirks- und Sondermuseen, der Eintritt ist frei.