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Murinsel Graz

Zwischen Lendkai und dem gegenüberliegenden Murufer liegt mit der Murinsel Graz eines der ungewöhnlichsten Wahrzeichen der Stadt. Die begehbare Konstruktion aus Stahl und Glas wurde anlässlich des Europäischen Kulturhauptstadtjahres 2003 errichtet und geht auf einen Entwurf des New Yorker Künstlers und Architekten Vito Acconci zurück. Ihre geschwungene, gedrehte Form erinnert an eine halb geöffnete Muschel und macht die Insel zu einem weithin sichtbaren Bindeglied zwischen Fluss und Stadt.

Die Murinsel ist über zwei Stege mit beiden Ufern verbunden. Sie ist zugleich Brücke, Plattform, Veranstaltungsort und Aufenthaltsraum am Wasser. Im offenen Teil bildet eine Arena mit wellenförmigen Bänken einen Bereich für Veranstaltungen. Unter dem gewölbten Glasdach befindet sich ein Café, das den Blick auf die Mur, das Murufer und die Altstadt ermöglicht. Für Kinder gibt es ein dreidimensionales Labyrinth aus Tauen und eine Rutsche.

Obwohl sie Insel genannt wird, handelt es sich technisch um eine schwimmende Konstruktion, die verankert und durch die Stege stabilisiert ist. Besonders abends ist die bunt beleuchtete Murinsel ein beliebter Fotospot. Der Besuch der Murinsel ist kostenlos, sie ist ganzjährig frei begehbar und liegt fußläufig erreichbar zwischen Südtiroler Platz und Lendkai.

Mausoleum Kaiser Ferdinand II.

Mitten in der Grazer Stadtkrone erinnert das Mausoleum Kaiser Ferdinand II. an die kaiserliche Geschichte der Stadt. Der Bau liegt unmittelbar neben dem Grazer Dom und bildet mit der Katharinenkirche ein markantes Ensemble, dessen türkisfarbene Kuppeln zu den auffälligen Blickpunkten der Altstadt zählen. Kaiser Ferdinand II. beauftragte 1614 seinen italienischen Hofmaler und Hofarchitekten Giovanni Pietro de Pomis mit der Konzeption dieses monumentalen Grabbaus. Das Mausoleum besteht aus der symbolisch verbundenen Kreuzesform der Katharinenkirche und dem ovalen Grabbau; die ovale Kuppel über der Gruftkapelle gilt laut Graz Tourismus als erste ihrer Art außerhalb Italiens. Im Inneren befinden sich die Grabstätten Kaiser Ferdinands II. und seiner ersten Gattin Erzherzogin Maria Anna von Bayern, außerdem ein sogenanntes Herzgrüftl mit den Herzen Ferdinands II. und weiterer Mitglieder der erzherzoglichen Familie. Der Rotmarmor-Sarkophag im Gruftraum stammt aus dem ehemaligen Grazer Klarissinnenkloster und dürfte um 1608 von Sebastian Carlone geschaffen worden sein. Künstlerisch verbindet das Mausoleum Renaissance, Frühbarock, dynastische Repräsentation und Gegenreformation zu einem Bauwerk von europäischem Rang.

Schloßbergbahn

Auf besonders komfortable Weise führt die Schloßbergbahn vom Kaiser-Franz-Josef-Kai 38 hinauf auf den Grazer Schloßberg. Die historische Standseilbahn ist seit 1894 in Betrieb und zählt heute zu den markanten technischen Attraktionen der Stadt. Die Strecke ist sehr steil: Laut Holding Graz überwindet sie eine Steigung von 60 Prozent, Graz Tourismus nennt 61 Prozent. Die Wagen verkehren regelmäßig alle 15 Minuten, bei Bedarf auch in kürzeren Abständen. Durch die Glasdächer der seit 2004 neu gestalteten Wagen eröffnet sich während der kurzen Fahrt ein weiter Blick auf Graz und die UNESCO-geprägte Altstadt. Die Bergstation liegt beim Schlossberg Restaurant vor dem Glockenturm. Für die Nutzung gelten gültige Fahrscheine der Zone 101 der Graz Linien; zusätzlich gibt es Stundenkarten, 24-Stundenkarten und Kombikarten für Schloßbergbahn und Schloßberglift. Als Alternative oder Ergänzung bieten sich der Schloßberglift, Wege vom Karmeliterplatz oder der Wickenburggasse sowie der Felsensteig mit 260 Stufen vom Schlossbergplatz an.

Schlossberglift

Mitten im Grazer Schlossberg verbindet der Schlossberglift den Schlossbergplatz mit dem Bereich rund um Uhrturm, Café aiola upstairs und Schlossbergterrasse. Seit dem Jahr 2000 führt die Anlage in Glaskabinen durch den beleuchteten Felsen und bietet damit nicht nur eine bequeme Auffahrt, sondern auch ein besonderes Erlebnis im Berginneren. Laut Graz Tourismus ist der Lift eine ungewöhnliche, schnelle und praktische Alternative zu den Wegen und den 260 Stufen des Felsensteigs, besonders für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind. Die Fahrt dauert knapp eine Minute, bei der Holding Graz wird eine Fahrzeit von rund 30 Sekunden genannt. Haltestellen befinden sich am Schlossbergplatz, beim Dom im Berg, bei den Uhrturmkasematten und im Bereich Uhrturm beziehungsweise Café aiola upstairs; die Zwischenhaltestellen Dom im Berg und Uhrturmkasematten sind nur bei Veranstaltungen geöffnet. Der Lift ist barrierefrei nutzbar und kann laut Graz Tourismus von Personen mit körperlichen Beeinträchtigungen verwendet werden. Euro-Key-Besitzerinnen und -Besitzer können den Schlossberglift gratis benützen.

Grazer Uhrturm

Hoch über der Grazer Altstadt prägt der Grazer Uhrturm das Stadtbild und ist eines der wichtigsten Wahrzeichen von Graz. Er steht auf dem Schlossberg, einem beliebten Aussichtspunkt mit Blick über Gärten, Dächer und die Stadt. Ein Turm an dieser Stelle wird bereits im 13. Jahrhundert erwähnt; sein heutiges Erscheinungsbild erhielt er ab der Mitte des 16. Jahrhunderts im Zuge der Neubefestigung des Schlossbergs. Die mächtigen Zifferblätter mit vergoldeten Zeigern sorgen bis heute für Aufmerksamkeit: Ursprünglich gab es nur große, weithin sichtbare Stundenzeiger, später kamen die Minutenzeiger hinzu. Daher zeigt am Grazer Uhrturm der große Zeiger die Stunden und der kleine die Minuten. Das Uhrwerk von Michael Sylvester Funck aus dem Jahr 1712 funktioniert noch heute, wird aber seit Mitte des 20. Jahrhunderts elektrisch betrieben. Historisch spielte der Turm auch eine praktische Rolle: Bei Bränden läutete die Feuerwache die Feuerglocke. Neben der Feuerglocke befinden sich im Turm auch die Stundenglocke, die als älteste Glocke von Graz gilt, sowie die sogenannte Armesünderglocke. Der Uhrturm kann über verschiedene Wege erreicht werden: zu Fuß über die 260 Stufen des Felsensteigs vom Schlossbergplatz, über Wege vom Karmeliterplatz oder der Wickenburggasse, mit der Schlossbergbahn oder mit dem Schlossberglift.