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Schlossanlage Schleißheim

Die Schlossanlage Schleißheim zählt zu den größten und eindrucksvollsten Residenzen der Wittelsbacher in Bayern. Ihre Geschichte beginnt im späten 16. Jahrhundert: Herzog Wilhelm V. von Bayern erwarb ab 1595 mehrere Schwaigen in der Moorlandschaft nördlich von München und ließ dort zwischen 1598 und 1600 ein bescheidenes Herrenhaus errichten, das als fürstliche Eremitage diente. Sein Sohn Herzog Maximilian I. ersetzte dieses ab 1617 durch einen anspruchsvollen Neubau nach dem Vorbild moderner oberitalienischer Villenarchitektur der Spätrenaissance – das heutige Alte Schloss Schleißheim. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Bau schwer beschädigt; der Wiederaufbau begann erst 1970 und wurde 1989 abgeschlossen. Heute beherbergt das Alte Schloss als Zweigmuseum des Bayerischen Nationalmuseums zwei Dauerausstellungen: die ökumenische Sammlung Gertrud Weinhold zu religiösen Fest- und Alltagskulturen der Völker sowie die Sammlung „Es war ein Land…“ zur Landeskunde Ost- und Westpreußens.

Den größten Ausbauschub erlebte die Anlage unter Kurfürst Max Emanuel. Anlässlich seiner Hochzeit mit der österreichischen Kaisertochter Maria Antonia ließ er Ende des 17. Jahrhunderts zunächst das Jagdschloss Lustheim am östlichen Ende des Kanals errichten. Dieser elegante Bau beherbergt heute eine bedeutende Sammlung Meißener Porzellans, für die jeden ersten Sonntag im Monat das Bayerische Nationalmuseum Führungen anbietet. Am Zenit seiner Macht plante Max Emanuel gemeinsam mit Hofbaumeister Enrico Zuccalli eine weitaus ambitioniertere Vierflügelanlage, die das Alte Schloss einbeziehen sollte. Nach militärischen Niederlagen und dem Exil in Frankreich von 1704 bis 1715 musste er sich auf den einflügeligen Bau des Neuen Schlosses beschränken, den Joseph Effner fortführte.

Das Neue Schloss Schleißheim besticht mit einer Länge von über 300 Metern und einer streng symmetrischen Fassadengliederung mit repräsentativem Mitteltrakt, langen Seitenflügeln und verbundenen Pavillons. Die Innenräume beeindrucken durch ein monumentales Treppenhaus, den Großen Festsaal sowie ausgedehnte Galerien mit Fresken, Stuckarbeiten und Wanddekorationen. Seit Ende des 18. Jahrhunderts beherbergt das Schloss eine Gemäldesammlung; die heutige Staatsgalerie zeigt eine bedeutende Kollektion barocker Kunst. Regelmäßige Führungen finden nicht statt; für das Neue Schloss ist jedoch ein Audioguide in Deutsch, Englisch, Italienisch und Französisch erhältlich. Private Sonderführungen für Gruppen können gebucht werden.

Die drei Schlösser umschließen einen der bedeutendsten Barockgärten Europas. Der symmetrisch angelegte Hofgarten mit Broderien, Hecken, Wasserflächen, Fontänen, Kaskaden und einem langen Mittelkanal wurde von französischen Gartenarchitekten im Auftrag Max Emanuels realisiert und ist in seinen Grundzügen bis heute nahezu unverändert erhalten. Die Schlossanlage liegt am Ammer-Amper-Radweg und ist mit der S-Bahn (Linie S1, Haltestelle Oberschleißheim, 10–15 Minuten Fußweg) sowie mit dem Bus (Linie 292 oder 295, Haltestelle „Schloss“) gut erreichbar.

Schloss und Park Nymphenburg

Schloss Nymphenburg gehört zu den eindrucksvollsten Barockschlössern Europas und ist gleichzeitig ein bedeutendes Zeugnis der Wittelsbacher Herrschaftsgeschichte. Den Grundstein legte Kurfürst Ferdinand Maria von Bayern im Jahr 1664: Anlässlich der Geburt des Thronfolgers Max Emanuel beauftragte er den Architekten Agostino Barelli mit dem Bau eines Jagd- und Sommersitzes vor den Toren Münchens. Die aus Italien stammende Kurfürstin Henriette Adelaide von Savoyen prägte den Bau wesentlich mit und wählte Barelli als ersten Architekten aus.

Unter Kurfürst Max Emanuel wurde die Anlage ab 1701 durch Henrico Zuccalli mit seitlichen Galerien und Wohnpavillons erheblich ausgebaut. Ab 1715 modernisierte Joseph Effner die Fassaden des Mittelbaus nach französischem Vorbild und errichtete die Vierflügelanlagen der Nebengebäude – aus dem ursprünglichen Landsitz war eine repräsentative Sommerresidenz des Absolutismus geworden. Kurfürst Karl Albrecht ergänzte später das Schlossrondell auf der Stadtseite.

Das Innere des Hauptschlosses vereint Dekorationen und Ausstattungen vom Barock bis zum Klassizismus. Den zentralen Höhepunkt bildet der Steinerne Saal mit seinem heiteren Deckenfresko und der Stuckdekoration von Johann Baptist Zimmermann im Stil des Rokoko. In den Flügeln befinden sich die fürstlichen Wohn- und Empfangsräume sowie die von König Ludwig I. in Auftrag gegebene Schönheitengalerie, die 36 Porträts schöner Frauen aller Gesellschaftsschichten zeigt, gemalt von Joseph Stieler. Darunter befindet sich auch das Porträt von Lola Montez, der Geliebten des Königs. An die bayerische Königszeit erinnert das im Empirestil ausgestattete Geburtszimmer König Ludwigs II.

In den Nebengebäuden beherbergt das Marstallmuseum eine weltbekannte Sammlung historischer Prunkwagen und Reitzubehör aus mehreren Jahrhunderten. Im Obergeschoss darüber ist die weltweit bedeutendste Sammlung an Nymphenburger Porzellanen ausgestellt. Das Museum Mensch und Natur im Nordflügel bietet naturkundliche Ausstellungen, besonders für Familien geeignet.

Der rund 180 Hektar große Schlosspark wurde zwischen 1715 und 1726 als barocker Hofgarten angelegt. Der französische Gartenarchitekt Dominique Girard entwarf den Park gemeinsam mit Joseph Effner. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gestaltete Friedrich Ludwig von Sckell den Park zu einem englischen Landschaftsgarten um, wobei er Teile des barocken Parterre beibehielt. Der Park ist seit 1823 öffentlich zugänglich. Neben dem Mittelkanal und dem Großen Parterre prägen vier historische Parkburgen das Bild: die Amalienburg (1734–1739, ein Hauptwerk des europäischen Rokoko nach Entwürfen von François Cuvilliés d. Ä.), die Badenburg mit ihrem prächtigen Badesaal, die Pagodenburg mit ihrem oktogonalen Grundriss und fernöstlichen Dekorationselementen sowie die Magdalenenklause. Hinweis für 2026: Das Lackkabinett im Appartement der Kurfürstin ist wegen Restaurierung bis voraussichtlich Herbst 2026 nicht zugänglich; die Fontäne im Großen Parterre bleibt 2026 wegen Instandsetzung außer Betrieb.

Märchenwald Sambachshof

Der Märchenwald Sambachshof zählt zu den ältesten privat betriebenen Freizeitparks in Nordbayern. Gegründet wurde er 1970 im Ortsteil Sambachshof bei Bad Königshofen im Grabfeld, um den Fremdenverkehr in der Region zu beleben. Seitdem hat sich das Gelände behutsam weiterentwickelt, ohne seinen ursprünglichen, naturnahen Charakter aufzugeben.

Die Lage ist charakteristisch: Der Park befindet sich mitten in der waldreichen Landschaft des Steigerwaldes, fernab größerer Verkehrsachsen. Barrierefreie Rundwege verbinden alle Attraktionen und ermöglichen Familien mit Kinderwagen, Rollstuhlfahrern sowie Senioren mit Rollatoren eine komfortable Besichtigung.

Das Herzstück des Parks bilden die Märchendarstellungen nach den Gebrüdern Grimm. In kleinen Häuschen und Schlössern erwachen Figuren wie Dornröschen, Hänsel und Gretel, der gestiefelte Kater, der Froschkönig, Ali Baba und weitere Märchengestalten zum Leben. Per Knopfdruck lassen sie sich ihr jeweiliges Märchen erzählen – eine anschauliche Begegnung mit klassischer Erzähltradition für Kinder jeden Alters.

Neben den Märchenstationen bietet der Park ein breites Angebot an Fahrgeschäften: Die Parkeisenbahn führt quer durchs Gelände, der Elefanten-Jet dreht seine Runden, Karussells in verschiedenen Varianten (Pferde-, Micky-Mouse-, Elefantenkarussell) drehen sich pausenlos. Die Indianerschiffschaukel und ein Kinder-Riesenrad gehören ebenso zum Bestand wie Autorennbahn und Mini-Motorräder. Zu jeder vollen Stunde begeistern Wasserspiele die Besucher.

Auf dem Spielgelände stehen Trampolin, Kletterpyramide, Rutschparadies, Baggerspiele und ein Wasserspielplatz zur Verfügung. Ein Streichelzoo, ein Indianercamp mit Tipi-Zelten sowie ein Walderlebnispfad zur heimischen Flora und Fauna runden das Angebot ab. Schwanentretboote auf dem Parkteich ermöglichen eine entspannte Auszeit auf dem Wasser.

Unmittelbar am Haupteingang befindet sich ein Café mit großer Sonnenterrasse, das Kaffeespezialitäten, Torten, Kuchen und warme Speisen anbietet. Im Inneren gibt es eine Indoor-Spielhalle, Wickelmöglichkeiten, Kinderhochstühle und einen Fahrradständer. Bezahlung per EC-Karte ist möglich. Geschenkgutscheine sind an der Hauptkasse erhältlich.

Der Park ist mit dem PKW über regionale Straßen erreichbar; kostenlose Parkplätze befinden sich direkt am Eingang. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln gilt Schweinfurt als nächster Bahnhof, von wo aus Busverbindungen nach Bad Königshofen führen. Die Saison 2026 läuft vom 29. März bis zum 18. Oktober, täglich von 10:00 bis 18:00 Uhr. An bayerischen Feiertagen und Brückentagen ist der Park regulär geöffnet. Bei anhaltend schlechter Witterung (Eis, Schnee, Dauerregen) behalten sich die Betreiber eine vorzeitige Schließung vor.

Bavaria Filmstadt

Die Bavaria Filmstadt in Geiselgasteig, einem Ortsteil der Gemeinde Grünwald südlich von München, verbindet einen aktiven Filmproduktionsstandort mit einem öffentlich zugänglichen Erlebnispark. Bereits ab 1919 wurden am Medienstandort Geiselgasteig Filmproduktionen realisiert; die heutige Bavaria Filmstadt öffnete 1981 ihre Tore für Besucherinnen und Besucher. Seitdem wurde das Angebot kontinuierlich um neue Attraktionen und interaktive Formate erweitert.

Im Zentrum des Besuchsprogramms steht die geführte Filmstadt-Tour, die rund 90 Minuten dauert und durch das Produktionsgelände mit seinen Originalkulissen führt. Zu den Highlights zählt das begehbare U-Boot-Modell aus dem Filmklassiker ‚Das Boot‘ ebenso wie Straßenkulissen, die für zahlreiche Kino- und TV-Produktionen genutzt werden. Tourguides erklären, welche technischen und kreativen Prozesse hinter den Kulissen ablaufen, und laden Gäste teils ein, kurze Filmszenen selbst nachzuspielen.

Das Paket ‚Filmstadt Kombi‘ umfasst neben der geführten Tour auch einen Besuch im 4D-Erlebniskino, wo bewegliche Sitze, visuelle Effekte und Raumklang ein intensives Filmerlebnis erzeugen. Als zusätzliche Attraktion steht die HOLOGATE-Arena bereit: In Gruppen von bis zu vier Personen tauchen Gäste per VR-Brille in interaktive virtuelle Welten ein. Ein Outdoor-Spielturm in Form des Buchstabens ‚B‘ sowie eine ‚Wilde Kerle‘-Fußballarena im Eingangsbereich richten sich besonders an jüngere Besucherinnen und Besucher.

Für Schulklassen bietet die Filmstadt den Workshop ‚Das filmende Klassenzimmer‘ an, bei dem Gruppen von bis zu 32 Schülerinnen und Schülern unter professioneller Anleitung einen eigenen Kurzfilm produzieren. Gruppen ab zehn Personen werden gebeten, sich vorab anzumelden, um Wartezeiten zu vermeiden. Einzelbesucherinnen und -besucher können spontan vorbeikommen, ein Onlinekauf der Tickets wird jedoch empfohlen.

Das Gelände grenzt direkt an den Perlacher Forst und ist auch mit dem Fahrrad über Wege entlang der Isar gut erreichbar. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist die Haltestelle ‚Bavariafilmplatz‘ der Tram 25 der nächstgelegene Zugang; von dort sind es rund zehn Minuten Fußweg. Per Auto führt die Anfahrt über Grünwald bzw. die A995, Ausfahrt Oberhaching. Das Gelände ist in weiten Teilen barrierefrei gestaltet; für Gruppen mit gehbehinderten Personen stehen Rollstühle zur Verfügung.

Churpfalzpark Loifling

Der Churpfalzpark Loifling befindet sich in der Gemeinde Traitsching (Ortsteil Loifling), etwa fünf Kilometer von der Kreisstadt Cham entfernt. Gegründet wurde die Anlage im Jahr 1971 von der Familie Muth zunächst als Märchenpark mit Blumenlandschaften und Tiergehegen. Seit 1981 halten Fahrattraktionen Einzug, sodass der Park schrittweise zu einem modernen Erlebnispark ausgebaut wurde und heute sein charakteristisches Doppelgesicht trägt: Vergnügungspark und Gartenparadies in einem.

Auf einer Gesamtfläche von rund 200.000 Quadratmetern finden Besucher mehr als 80 Attraktionen. Zu den Highlights zählen die Hochgeschwindigkeits-Raftingbahn durch eine mittelalterliche Burgkulisse, die Wildwasserbahn, eine Achterbahn sowie eine Drachenschnellbahn, bei der Dinosaurier-Themenwelten erkundet werden können. Ein Piratenbootspektakel lädt zu Schlachten mit Schaumstoffkanonen ein, Supersport-Quads und Autoscooter sorgen für Fahrspaß. Weitere Einrichtungen umfassen ein Spiegelkabinett, Riesenrad, Trampolinanlage, Minigolfanlage und verschiedene Kinderkarussells.

Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die Parkanlage selbst: Themengärten wie ein mexikanischer Garten, ein Rosarium, ein Barock-Garten und ein Irrgarten gliedern das weitläufige Gelände. Rosen, Dahlien, Mohnblumen und rund eine Million einjährige Sommerblumen bilden ein farbenreiches Blütenmeer. Große Gewächshäuser beherbergen exotische Pflanzen wie Palmen und Bananenstauden. Die betriebseigene Gärtnerei bewirtschaftet auf einem angeschlossenen Areal von weiteren 10.000 m² die Pflanzenpflege und Überwinterung.

2009 wurde der Churpfalzpark von einer Fachjury als schönster Blumen- und Erlebnispark Bayerns ausgezeichnet. Als Deutschlands größter privat geführter Gartenpark ist die Kombination aus Freizeitpark und Gartenschau in dieser Form einmalig in Europa.

Das Gastronomie-Angebot umfasst das Restaurant Ponte Paradiso, mehrere Imbissstände sowie einen Biergarten. Ruhezonen mit Sitzbänken laden zum Verweilen abseits der Attraktionen ein. Parkplätze – auch für Wohnmobile und Reisebusse – stehen kostenfrei am Parkgelände zur Verfügung. Hunde bis 12 kg dürfen in Tasche oder Box mitgebracht werden; Hundebuggys sind gegen Gebühr leihbar.