by | Aug. 24, 2026
Die sogenannte Schutzengelkirche gehört zu den frühesten Jesuitenkirchen Deutschlands. Entsprechend der ersten Jesuitenkirche „il Gesu“ in Rom wurde auch das Eichstätter Gotteshaus als tonnengewölbter Wandpfeilersaal errichtet. Die Kirche entstand um 1620 und wurde nur wenige Jahre später im Dreißigjährigen Krieg bis auf die Umfassungsmauern zerstört. Nach dem Wiederaufbau stattete man die Renaissancekirche zu Beginn des 18. Jahrhunderts im Stil des Barock neu aus. Dies geschah nach einem einheitlichen Programm, das die Engel als Vermittler zwischen den irdischen und himmlischen Mächten darstellt. Tatsächlich enthält die ehemalige Jesuitenkirche bis heute eine unvergleichliche Anzahl von Engeln in Holz, Stuck, Ölmalerei und Freskotechnik – es sind insgesamt 567 an der Zahl! Der Name „Schutzengelkirche“ kommt also nicht von ungefähr. Statten Sie doch der Kirche einen Besuch ab und lassen Sie die barocke Pracht auf sich wirken. Rechts an den Kirchenbau schließen die Gebäude des ehemaligen Jesuitenkollegiums an. Heute befindet sich darin das Priesterseminar. Die Schutzengelkirche ist gegenwärtig Seminarkirche und Kirche der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.
by | Aug. 24, 2026
Die wohl 1250 erbaute Burg war der Sitz der 1137 erstmals genannten Edlen von Rieshofen, die als Ministeriale im Dienst des Hochstifts Eichstätt und in engen Beziehungen zum Domkapitel standen. Ihre Burg war eichstättisches Lehen. 1310 verkauften die Witwe Elsbeth von Rieshofen und ihre Söhne Thomas und Konrad die Burg an das Eichstätter Domkapitel, das diesen Besitz bis zur Säkularisation (1803) behielt. Das Domkapitel ließ den zur Burg gehörigen Meierhof von einer Familie Kalteis bewirtschaften. Noch 1544 wird eine Ursula Kalteis auf Rieshofen erwähnt, die Klosterfrau in St. Walburg zu Eichstätt war. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts war die Burg bereits Halbruine. Aus dem Jahre 1689 wird uns über den Turm der Burg folgende Begebenheit berichtet: Der Jude Joseph aus Töging wurde wegen Hehlerei an gestohlenen silbernen Messgeräten vom Eichstätter Halsgericht gefoltert und zum Tode verurteilt. Man warf ihn in den Rieshofer Turm und ließ ihn qualvoll verhungern. Seit dieser Zeit wird der Bergfried im Volksmund „Hungerturm“ genannt.
by | Aug. 24, 2026
Ersteigt man den Michelsberg vom Parkplatz im Birktal aus über den so genannten „Schlossersteig“ (Ostaufstieg Michelsberg), stößt man auf halber Höhe auf eine Abzweigung, die zu einer kleinen begehbaren Höhle, dem „Waggerlloch“, führt; bei Grabungen in den Jahren 1967 bis 1971 fand Kreisheimatpfleger Karl-Heinz Rieder zahlreiche Tonscherben und Metallgegenstände aus der Frühbronze-, Urnenfelder-, Hallstatt- und Keltenzeit, aber auch Hinweise, dass die Höhle noch im Mittelalter zeitweise dem Menschen als Zuflucht diente. Nach der Sage führte vom Waggerlloch einst ein unterirdischer Gang zur Burg Arnsberg.
Auf dem Plateau selbst finden sich Reste mehrerer einst gewaltiger, über zwei Hektar großer Befestigungsanlagen; an der nicht durch schroffe Felswände geschützten Südseite der Bergzunge hielt ein dreifach gestaffeltes System von Gräben und Erdwällen, die noch zu sehen sind, den Feind ab. Die erste Anlage stammt wohl schon aus der Bronzezeit. Die Ausgrabungen in den Jahren 1903 bis 1906 durch Friedrich Winkelmann lieferten vor allem Gefäßbruchstücke aus keltischer Zeit (um 450 v. Chr.). Auch ein römischer Keller wurde untersucht. Während der Ungarneinfälle (frühes 10. Jahrhundert) diente die Befestigung als Fliehburg; im 11. und 12. Jahrhundert wurde die Anlage weiter verstärkt, wovon noch die Fundamente eines Turmes zeugen. Sogar die Reste eines Kalkofens aus dem 13. Jahrhundert hat man auf dem Berg entdeckt.
Auf der Spitze der Bergzunge stand einst die St. Michaelskapelle, die dem Berg den Namen gab, und von der noch Mauerreste sichtbar sind; das vermutlich schon im frühen Mittelalter erbaute Kirchlein war im 17. Jahrhundert Ziel von Wallfahrten. Im 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts hauste neben der Kapelle ein Eremit, bis Kapelle und Klause nach dem Tod des letzten Einsiedlers 1819 abgebrochen wurden.
by | Aug. 24, 2026
Kinding, als Chunimuntinga 900 erstmals urkundlich erwähnt, gehört zu den ältesten Siedlungen des Eichstätter Raums und zu den Urpfarreien des Bistums. Die Untergeschosse des Kirchturms gehen in romanische Zeit zurück, während Kirche und beide Friedhöfe erst später entstanden (geweiht 1357).
Um 1200 sind zu Cumtingen ein Meierhof, zwei Mühlen, sechs Huben und eine Taferne in herzoglich-bayerischem Besitz. Wahrscheinlich handelt es sich ursprünglich um Lehen der Bischöfe von Eichstätt. Die Herzöge verleihen Kinding den Schenken von Geyern bzw. den mit ihnen verschwägerten Herrn von Ehenheim. Herzog Wilhelm IV. überträgt das Lehen seinem Kanzler Dr. Augustin Lösch von Hilgertshausen (1535). Von dessen Nachkommen kauft 1561 Bischof Martin von Schaumberg das Dorf Kinding mit allen Rechten und Zugehörungen für das Hochstift Eichstätt, zu dem der Ort bis zur Säkularisation gehört.
Die Kirche wird im 17./18. Jahrhundert barock ausgebaut und ausgestattet (Kanzel 1680, Seitenaltäre 1732, Hochaltar 1738) und 1908 erweitert.
by | Aug. 24, 2026
Mit dem Bürgerturm beginnt die östliche Reihe der Türme an der Stadtmauer von Beilngries. Der Bürgerturm war auch bekannt als „Turm der Bürgerstrafe“, denn er diente Beilngrieser Bürgern als Arrestlokal.
Die sogenannten „Unbehausten“, also Dienstboten und Fremde, wurden in das Amtshaus (auch Fronfeste tituliert) beim Seelennonnenturm eingewiesen.
Baudenkmal D-1-76-114-1