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Osterdorfer Löcher

Diese schlotartigen Einbrüche nennt man Dolinen. Sie sind für die Karstlandschaft des Jura sehr charakteristisch. Sie entstehen durch Einsturz unteridischer Hohlräume oder – insbesondere, wo Wasser in durch Klüfte versickert – durch Auflösung der Kalk- und Dolomitgesteine in Wasser, das durch Aufnahme von Kohlendioxid aus der Luft oder dem Boden kohlensäurehaltig geworden ist. Das Wort Doline kommt wie der Begriff Karst aus dem Slawischen, da die Forschung im Triester Karst ihren Anfang nahm.

Die annähernd kreisrunden Erdlöcher im Osterdorfer Dolinenfeld besitzen einen Durchmesser von zwei bis drei Metern, einige haben senkrechte Wände und sind mehrere Meter tief. Möglicherweise sind sie entstanden, als der Urmain, der hier während der Tertiärzeit nach Süden floss, große Wassermassen transportierte.

Noch in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde vermutet, dass es sich bei den Löchern um ein Grubenfeld handelt, in dem unsere Vorfahren aus grauer Vorzeit Bohnerz gewannen.

In den Dolinen sammelt sich bei Schneeschmelze oder nach starkem Regen das Wasser und verschwindet spurlos im Boden – daher auch die Bezeichnung „Wasserschlinger“. Durch Klüfte und Gerinne gelangt das Oberflächenwasser direkt und rasch in die Tiefe und damit ins Grundwasser. Das Oberflächenwasser im Karst wird also nicht wie etwa in Sand oder Kies gefiltert. Die Gefahr der Verschmutzung von Karstwasser, das auch als Trinkwasser genutzt wird, ist deshalb erheblich. Gefahren drohen in der Karstlandschaft beispielsweise durch Müllablagerungen oder Abwässereinleitungen in Dolinen. Da der Karstgrundwasserkörper zusammenhängt, hat bereits eine einzige Schmutzeinleitung weiträumige Auswirkungen.

Bauerngarten des Jura-Bauernhof-Museums

Der 200 Jahre alte Bauerngarten zeigt auf 140 m² Würzkräuter wie Basilikum, Dill, Liebstöckel, Majoran und Petersilie. Angebaut werden auch Bohnen, Erbsen, Linsen, Mangold, Meerrettich und Zwiebeln. Im Blumenbeet finden sich Margeriten, Tulpen, Phlox, Kaiserkronen oder Vergissmeinnicht.

Auf der Museumswebsite können Sie sich über Ihren Besuch, das Museum, über das museumspädagogische Angebot und den Verein Jura-Bauernhof-Museum informieren.

Evangelisch-Lutherische Stadtkirche

Schon von weitem ist der schmucke Kirchturm sichtbar, bildet mit dem oberen Bergfried zusammen die ortsbezeichnenden Vertikalen Pappenheims. Der Kirchbau ist aus der dominierenden Raumachse des mittelalterlichen Kastells herausgedreht und in seiner liturgischen Ausrichtung nach Osten orientiert. Die bauliche Vollendung der spätgotischen Anlage, der „capellen Beatae Mariae Virginis“ geschah 1476, wie der Tartschenstein im Gewölbe des Turmuntergeschosses beweist. Einer Pfarrbeschreibung zufolge wird das Gotteshaus auch 1485 durch einen Stiftungsbrief Ulrich Vogts bezeugt. Der Stirnseite mit ihrem eingebundenen Frontturm wurden 1578 zwei „kleine Heißlein“ vorgelagert. Farbig glasierte Ziegel der ehemaligen Hafnermeister zieren das mit Blendgiebeln ausgestattete Pyramidendach des Kirchturmes. Der nur vom Hof aus einsehbare elfenbeifarbig, hell verputzte Kernbau mit Satteldach präsentiert sich durch markant hervortretende dreifach gestufte Strebepfeiler. Die östliche Chorpartie bildete früher einen Teil der Stadtmauer. Unter dem Chor verläuft noch heute ein aus Verteidigungsgründen im Mittelalter angelegter tonnengewölbter Durchgang. Im Inneren wird der Eindruck einer Patronats- und Hofkirche überdeutlich. In Anlehnung an die Markgrafenkirchen der ansbachischen Region ist die Kirche seit ihrer Barockisierung eine protestantische Predigt-Emporenkirche. Wie der Außenbau erfährt der ein seinem bodenniveau um zwei Stufen erhöhte einschiffige und flachgedeckte Saal mit umziehender Voute (Hohlkehle) eine Klarheit der Komposition und ein straffes und eher nüchternes Raumprogramm. Seine glatten alabasterweißen Wände weisen keine Strukturierungen oder ornamentalen Schmuck auf und bilden gerade dadurch einen geeigneten Rahmen für die im 16. und 17. Jahrhundert angebrachten Grabdenkmäler sowie für die Barockausstattung des frühen 18. Jahrhunderts. 1680 erfolgte der Einbau der Emporen an der westl. Stirnseite bzw. der nördl. Außenmauer. Die Patronatslogen,die „Bahrkürchen“ genannt wurden, waren dem Reichserbmarschall und seiner Familie vorbehalten. Im Rahmen der Barockisierung ließ Graf Christian Ernst 1713 den heutigen Hochaltar setzen. Gleichzeitig entstand die Kanzel. 1728 wurde der Orgelprospekt gefertigt. 1887 baute die Orgelbaufirma Steinmeyer aus Oettingen in das barocke Gehäuse eine für die Zeit typische romantische Orgel. Die in sich glühenden und farbenprächtigen Glasfenster sind 1906 eingesetzt worden.

Schloss Westerhofen

Der Ort Westerhofen wird 1302 erstmals urkundlich erwähnt. Als Erbauer des Edelmannssitzes gelten der Ritter Bartholomäus Marendl (gestorben 1571) und dessen Ehefrau Susanne, geb. Stinglhamer zu Thürthenning (gestorben 1576), deren Grabplatte an der Pfarrkirche Stammham zu sehen ist. Zwischen 1585 und 1598 kam der Edelsitz an den Pfleger zu Stammham-Etting, Paul Garzweiler, dem 1604 durch landesfürstliche Konzession die niedere Gerichtsbarkeit übertragen wurde. 1692 verkaufte die Familie Garzweiler die Hofmark an den Kastner zu Ingolstadt und Hofmarkherrn von Schönbrunn, Johann Jakob Prugg, der das im Dreißigjährigen Krieg abgebrannte Schloss in seiner heutigen Gestalt wieder aufbauen ließ. Der neue Schlossbesitzer war eine nicht alltägliche Persönlichkeit: Er hatte die Türkenkriege in Ungarn mitgemacht, wurde 1693 geadelt, war dreimal mit adeligen Damen verheiratet und wurde 1703 vor der Ingolstädter Franziskanerkirche von einem Baukommissar mit dem Degen erstochen. Für die unmündigen Erben nahm bis 1727 ein kurfürstlich bestellter Lehensträger, der Münchener Bürgermeister und Stadtoberrichter Maximilian Joseph Vauhier, die Gerichtsbarkeit wahr. Durch Heirat von Anna Maria von Prugg kam die Hofmark in den Besitz der 1761 geadelten Schmid zu Kleinaigen und Schachten. Letzter Schlossherr war ab 1808 Franz von Schmid. 1823 wurde die Hofmark aufgelöst, das Schloss kam zunächst in Staatsbesitz und später in private Hände.

Kath. Kirche St. Nikolaus Ochsenfeld

Außer der Sakramentsnische, die um 1600 von Wandmalereien – noch erkennbar die Figuren St. Nikolaus und Katharina – umgeben wurde, stammen aus der spätgotischen Erbauungszeit der Kirche mehrere gute Holzschnitzwerke. Allein der Hochaltar (von 1883) birgt fünf spätgotische Figuren: Der Kirchenpatron St. Nikolaus (um 1500) in der Mitte hat eine reiche, weich fallende Gewandung, ein Nachklang des weichen Stiles des 15. Jh.. Anders die Bischofsfigur (ebenfalls um 1500) rechts von ihm, deren Gewandung übersichtlich geordnet ist, ein Anzeichen der beginnenden Renaissance. Gute Schöpfungen um 1500 sind auch die Statuen des hl. Jakobus d.Ä. (rechts außen) und der hl. Walburga (links von St. Nikolaus), beide vom selben Künstler geschnitzt. Früher entstanden ist dagegen die Skulptur links außen, St. Dorothea mit Blumenkorb, eine Arbeit des sog. weichen Stils um 1420 – 1430. Bemerkenswerte spätgotische Figuren um 1500 stehen auch auf den Seitenaltären, auf dem rechten eine ausdrucksvolle hl. Katharina und auf dem linken eine Madonna mit lebhaft bewegtem Jesuskind. Die Barockzeit bereicherte die Kirche um weitere Kunstwerke: die Rosenkranzmadonna (um 1700; vielleicht von Christian Handschuher) links neben der Kanzel und die um 1700 – 1730 entstandenen Kirchenväter Gregor I., Augustinus, Ambrosius und Hieronymus (von links nach rechts) oben auf den Seitenaltären. Hier geht`s zur Pfarrei Ochsenfeld.