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Willibaldskirche Schambach

Die Kirche in Schambach ist von einem einladenden und ansprechenden Kirchhof umgeben. Die niedrige Mauer, die das Areal begrenzt, wirkt wie ein Schutzwall für eine Oase der Seligkeit. Zwei Eingänge und der freie Blick auf die Kirchenwiese laden ein zum Eintreten und zum Verweilen. Auf dem gedrungenen Turm der Kirche aus dem 14. Jahrhundert sitzt ein Zeltdach mit Gauben. Im Kirchenschiff (1739) findet man die reich geschmückte Kanzel (1701) und den Taufstein von 1625. Am sonnigen Hang im Norden wurde 1964 eine römische Villa ausgegraben. Rekonstruktionen sind im Museum Treuchtlingen und in Weißenburg zu sehen.

Fossillagerstätte Solnhofener Plattenkalke

Im Oktober 2021 wurden die Solnhofener Plattenkalke offiziell mit dem Namen **“Jurassic Solnhofen-Eichstätt Archaeopteryx Serial Site“** in die Liste der 100 bedeutendsten Geotope der Welt aufgenommen und bereits 2018 das Gütesiegel „Bayerns schönste Geotope“ verliehen. Das Geotop steht jetzt auf einer Stufe mit den großartigsten Naturwundern der Erde wie dem Grand Canyon, dem Zuckerhut in Rio und dem Uluru (Ayers Rock) in Australien. Diese als „Steinreiche5“ zusammengeschlossenen Gemeinden sind die Geotop-Paten für die Solnhofener Plattenkalke.

In den Steinbrüchen der Langenaltheimer Haardt, wo nun auch die neue Schautafel über eines der schönsten Geotope Bayerns steht, werden die weltbekannten Solnhofener Plattenkalke mit ihren jahrmillionenalten Versteinerungen abgebaut. Langenaltheim ist auch Fundort von drei Exemplaren des weltberühmten Urvogels Archaeopteryx.

Die drei Burgställe von Emmendorf

Die aus Mittelalter stammende Bezeichnung „Burgstall“ bedeutet heute in Archäologie und Burgenkunde die „Burgstelle“: ein Platz, auf dem einst eine Burg gestanden hat. Auf drei besonders markanten Felsnasen über dem Ort Unteremmendorf erhoben sich früher kleine Burgen, die im Wesenlichen nur aus einem ummauerten turmartigen Gebäude bestanden und jeweils durch einen in den Fels gehauenen Halb- oder Viertelkreisgraben gegen das Hinterland gesichert waren.Von den Burgen war der gesamte Altmühlbogen von Kinding bis Beilngries einsehbar. Die Namen der Burgen sind urkundlich nicht überliefert. Sie werden nun „Hubertusfelsen“, „Torfelsen“ und „Saufelsen“ genannt. Die älteste war sicher die mittlere, der „Torfelsen“. Der alte Burgzugang führte vermutlich über das natürlich gewachsene Felsentor. Eine 25 Meter tiefe, begehbare Höhle im Felsen unter diesem Burgstall war wohl in die Burganlage einbezogen, ebenso eine weitere Höhle 15 Meter weiter westlich. Auf dem Weg zum ca. 200 Meter östlich gelegenen „Saufelsen“ bemerkt man etwa 40 Meter vor dem Halsgraben des Burgstalls rechts einen Gaben mit Außenwall, der an etwas abfallendem Gelände verläuft und nach ungefähr 60 Meter Länge unvermittelt an einem Wasserloch endet. Es handelt sich dabei um einen geschützten Weg zur Wasserstelle. Der Burgstall ist nahezu quadratisch und an der Ostfront sind noch Fundamentreste des Berings sichtbar. Den Graben schloss nach Osten eine jetzt verstürzte Mauer ab. Der ca. 1000 Meter westlich vom „Torfelsen“ gelegene „Hubertusfelsen“ trug wohl die jüngste der drei Burgen. In der südlichen und höheren Hälfte des Burgstalls ist der Standort des Turms unschwer zu erkennen. Geschichte Nach Emmendorf nannte sich ein bischöfliches Ministerialengeschlecht, das 1119 mit Konrad von Emmendorf erstmals erwähnt wird. Ein anderer Konrad von Emmendorf ist 1186 – 1206 als bischöflicher Kämmerer bezeugt. 1299 – 1321 war Euphemia von Emmendorf Äbtissin des Klosters St. Walburg in Eichstätt, 1361 Albrecht Emmendorfer Vogt zu Rain (am Lech) und 1383 – 1387 Friedrich Emmendorfer Vogt auf St. Willibaldsberg (= Willibaldsburg in Eichstätt). 1422 setzte Herzog Ludwig der Bärtige von Ingolstadt auf dem eroberten Schloss Wackerstein Friedrich Emmendorfer als Pfleger ein. Die drei Burgsitze gehen auf mehrere Linien der Emmendorfer zurück, die auch verschiedene Wappen führten. Noch 1444 saßen die Emmendorfer als Edelleute im Gericht Hirschberg, aber schon 1451 hatten ihre Besitzungen, die sie vom Hochstift Eichstätt als Lehen besaßen, die Absberger zu Rumburg (bei Enkering) inne. Das Geschlecht der Emmendorfer scheint in dieser Zeit erloschen zu sein, und ihre Burgen verfielen.

Kath. Kirche St. Martin Emsing

Von der Kirche, die der Eichstätter Bischof Hildebrand von Möhren 1277 hier weihte, stammen vermutlich noch die Untergeschosse des Turmes. Der Hochaltar ist eine Schöpfung des frühen 18. Jahrhunderts; das Altarbild zeigt den hl. Martin als Reitersmann, seinen Mantel mit einem Bettler teilend, und ist signiert (1764) von dem Kipfenberger Maler Anton Köll, von dem auch der Kreuzweg in Zandt und Deckengemälde in der Dörndorfer Kirche stammen. Die zwei Seitenaltäre stiftete für 200 Gulden Willibald Kesser, ehemaliger „Zythopepta“ (Braumeister) des Klosters Plankstetten, der 1734 in Emsing starb; die Altarblätter stellen die Rosenkranzmadonna (links) und die Vierzehn Nothelfer (rechts) dar und wurden wohl von Matthias Zink aus Eichstätt gemalt. Beide Seitenaltäre besitzen spätgotische Seitenfiguren: Am rechten Altar stehen rechts der hl. Leonhard und links der hl. Laurentius (um 1480), am linken Altar rechts die hl. Barbara und links die hl. Katharina (um 1500). Spätgotisch ist auch die Sakramentsnische im Chorraum links, eine Arbeit aus Kalkstein vom Ende des 15. Jahrhunderts. Außerhalb der Kirche fand an der Südseite des Turmes ein großer mittelalterlicher Taufstein aus Dolomit Aufstellung. Vor dem Pfarrhaus steht eine ebenfalls mittelalterliche Piscina, die früher im Altarraum als Auffangbecken für das bei liturgischen Waschungen benutzte Wasser verwendet wurde.

Kindinger Fosanegl

Wir „D´ Kindinger Fosanegl“ sind mitten in Bayern, im Herzen des Naturpark Altmühltal zu Hause.

Der Fosanegl ist eine uralte Fastnachtsfigur, die in unserer Region zum Austreiben des Winters mit lauten „Goaßlschnoizen“ (Peitschengeknalle) beitragen sollte. Um dieses alte Brauchtum neu zu beleben, versammelten sich 1982 einige Männer und Frauen, um nach Vorlagen aus dem Jahr 1815 neue Fosanegl-Kostüme zu fertigen.

Mittlerweile wurden in Eigenarbeit über 150 Kostüme hergestellt.Daneben existieren auch noch drei Originalkostüme aus dem 18. Jahrhundert.

Der Anzug des Fosanegls besteht aus Jacke und Hose, die aus Sackleinen genäht sind. Darauf werden ca. 6000 ausgestanzte Rauten-Fleckchen geklebt und genäht. Außerdem werden Samt und Goldborte zur Gestaltung des Kostüms verwendet. Die Nähte sind mit ca. 10 Meter handgeknüpfter Wollborte verziert. An den Seitennähten der Hose sowie am Saum befinden sich kleine Glöckchen. Auch die Jacke ist mit Messingglöckchen an den Armnähten verziert. Auf dem Rücken der Jacke ist ein rotes Samtherz mit einer gestickten Heuschrecke genäht. Das Herz wir links und recht von zwei „Samtschwänzen“ eingerahmt, an der der Ende eine Glocke oder Wollbommel befestigt ist!

Die Heuschrecke auf dem Rücke des Kostümes ist markant für den Ort Kinding. Vor einigen hundert Jahren ereignete sich die Überlieferung nach folgendem Schildbürgerstreich:

Damals herrschte in Kinding eine große Heuschreckenplage. Einige Bürger wollten die Heuschrecken vom Kreuzberg in die Altmühl treiben. Dazu verwendeten sie ein langes Seil. Die Heuschrecken sprangen über das Seil oder schlüpften unten durch. Seit dieser Zeit werden die Bewohner von Kinding scherzhaft die „Kindinger Heuschrecken“ genannt!

Der Fosanegl trägt eine aus Lindenholz geschnitzte und bemalte Maske. Daran ist ein Leinentuch befestigt, das wie der Anzug verziert ist, und einen Schellenbaum mit bunten Bändern. Im Volksmund nennt man diesen Teil auch den „Scheberer“. Es gibt in Kinding drei verschiedene Gesichtsmasken, die von alten Kostümen übernommen wurden.Zum Fosanegl gehört auch eine „Goaßl“ (Peitsche), die aus Schnüren gedreht ist.

Das Faschingsbrauchtum in Kinding ist sehr alt, wie die alte Sage vom Kindinger Fosanegl beweist. Der Volksmund hat eine Sage um die “Georg- Wagner-Kapelle” im Kindinger Friedhof gebildet. Laut dieser Sage soll in dieser Kapelle ein so genannter “Fastnachtnegl” begraben liegen. Er habe dadurch gefrevelt, daß er auf die Aufforderung hin, beim Englischen-Gruß-Läuten die Maske abzunehmen, geantwortet hat: “Ach was, die wird nicht gleich anwachsen”. Und augenblicklich sei sie angewachsen und er habe nichts mehr reden können, er habe nur mehr tierische Laute ausgestoßen und sei verendet wie ein Vieh usw.

Zur Faschingszeit beteiligen sich die „Kindinger Fosanegl“ an den verschiedenen Umzügen in der näheren Umgebung, aber auch bei überregionalen Narrentreffen und Brauchtumsveranstaltungen.

In Kinding selbst gestalten die Fosanegl den Fasching mit dem traditionellen Fosaneglball und einem großen Umzug mit anschließendem Preisschnalzen am Faschingssonntag.