by | Aug. 24, 2026
Die Karstquelle sprudelt am Fuße eines Felsens aus dem Berghang und treibt ein Mühlrad an. Die Quelle, die eine mittlere Schüttung von 140 l pro Sekunde hat, steht über das Karstgrundwasser mit verschiedenen Dolinen in Verbindung. Besonders interessant war ein Markierungsversuch, der 1958 durchgeführt wurde; dabei brachte man in eine Doline bei Denkendorf, also ca. 4,5 km entfernt auf der Jurahochfläche, Salz ein. Bereits einige Stunden danach konnten die Spuren des Salzes im Wasser des Grünen Topfes festgestellt werden. Dieser Versuch zeigt die großen Auswirkungen einer einzigen Wasserverunreinigung im Jurakarst.
Das Wasser der Quelle wurde einst von Mühlen genutzt. Bereits 1305 wird eine „Prunnemul zu Grestorf“ erwähnt, die der Eichstätter Bischof Konrad 11. von Pfeffenhausen an den Probst Ulrich von Spalt verkaufte. 1631 sind von den 14 bischöflichen Untertanen Grösdorfs sogar drei Müller: der Obermüller, der Mittelmüller und der Wassermüller.
Die ehemalige Obermühle am Grünen Topf diente noch in diesem Jahrhundert als Glasschleiferei. Das Gebäude der Mittelmühle steht noch (sog. „Italienerhaus“). An der Mündung des Baches in die Altmühl lag die dritte Mühle, die Wassermühle; eine Bildsäule aus dem Jahre 1622 vor dem ehemaligen Wohnhaus des Malers C. O. Müller erinnert an einen einstigen Wassermüller. 1920 stellte man in der „Gieß“ bei der Wassermühle noch Holzwolle und Holzschachteln her. Erst 1928, bei der Altmühlregulierung, wurde die Mühle stillgelegt. Die Gebäude der alten Wassermühle und der daneben errichteten Kunstmühle, die bis 1956 in Betrieb war, sind heute noch zu sehen.
by | Aug. 24, 2026
Walburga hat geholfen……steht es auf den unzähligen Votivgaben geschrieben.
Als im Jahre 761 ihr Bruder Hl. Wunibald in Heidenheim starb, wurde Walburga mit ihren Gefährtinnen dorthin berufen und übernahm als Äbtissin die Leitung des dortigen Benediktinerklosters, das nun nach angelsächsischem Vorbild zu einem Doppelkloster mit einem Männer- und einem Frauenkonvent wurde. Durch ihr segensreiches Wirken im Dienst an Gott und den Menschen setzte Walburga die vom Bruder begonnene Missionsarbeit fort. Der 25. Februar 779 gilt als der Tag ihres Heimgangs zu Gott. Seit dem späten 15. Jahrhundert wird Walburga mit dem Ölfläschchen, ihrem individuellen Attribut, das auf das Walburgisöl hinweist, dargestellt.
Sehenswert: Reiche Innenausstattung, Hochaltargemälde von Joachim Sandrart und Johann H. Schönfeld, Gruftkapelle der Hl. Walburga mit mittelalterlicher Grabanlage (um 1450/60), unzählige Votivbilder und – gaben, Klosterladen.
Führungen durch die Klosterkirche können über die Tourist-Information der Stadt Eichstätt gebucht werden.
by | Aug. 24, 2026
Auf die Verehrung des Kirchenpatrons Leonhard als Schutzheiligen der Gefangenen und als Nothelfer für Pferde weist die kleine, von einem großen Strahlenkranz umgebene Leonhardifigur in der Nische des Frührokokohochaltars (um 1730) durch ihre Beigaben – eine Kette mit Schloss und ein Hufeisen – hin. Die Statue stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts. Die barocke Halbfigur links des Tabernakels stellt ebenfalls St. Leonhard dar, die Halbfigur rechts den hl. Wendelin. Im Aufzug des Hochaltars befindet sich ein ovales Bild der hl. Walburga aus der Barockzeit. Die besten Holzschnitzwerke des Gotteshauses sind am linken Seitenaltar (um 1670 bis 1680) zusammengefasst: Die hl. Maria mit Jesuskind in der Mitte, rechts der hl. Nikolaus und links wohl der hl. Benedikt; alle Figuren sind spätgotische Schöpfungen um 1510, die Seitenfiguren von beachtlicher Qualität. Aus der Barockzeit stammen die Kanzel (um 1680) und die Rosenkranzmadonna am Chorbogen (um 1670). Den ansprechenden Kreuzweg im Querformat malte 1767 Anton Köll aus Kipfenberg. Bemerkenswert sind zwei Epitaphien zwischen linkem Seitenaltar und Kanzel: Sie erinnern an die ehemalige Herrschaft über Zandt, das seit 1572 zusammen mit Schönbrunn eine gemeinsame Gutsherrschaft bildete; die vordere Rokokosteintafel ist Joseph Heinrich Freiherr von Bechmann, Hofmarksherr zu Brunn (= Schönbrunn) und Zandt, kurfürstl. Kämmerer und Generalfeldmarschallieutenant (gest. 1764) gewidmet, die klassizistische Tafel daneben Joseph Tobias von Bechmann (gest. 1796). Die beiden Epitaphien konnten 1981 durch Beiträge von Nachkommen dieser Familie renoviert werden.
by | Aug. 24, 2026
Kirche mit hohem, spitzem Kirchturm. 1958 wurden im Turmuntergeschoss große Flächen von Fresken aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts freigelegt. Taufschüssel (16. Jh.), eine schöne Nürnberger Beckenschlägerarbeit aus Messing. Mustergültige Obstgärten ziehen sich zum Flüglinger Berg, auf dem neben Spuren vorgeschichtlicher Befestigung die besterhaltene und mächtigste turmhügelartige Burganlage in Franken liegt. Sie war der Sitz des Adelsgeschlechts der „Kropfen von Flüglingen“, aus dem der Marschall Konrad Kropf von Flüglingen stammt, der 1268 mit Konradin, dem letzten Hohenstaufen, und weiteren 100 Gefährdeten entgegen dem Gerichtsurteil in Neapel hingerichtet wurde.
by | Aug. 24, 2026
Was ist Heimat? Mit dieser Frage befasst sich das Marktmuseum in Gaimersheim. Auf vier Geschossen eines denkmalgeschützten Jurahauses aus dem Jahr 1536 schickt es die Besucher auf eine Zeitreise durch die Ortsgeschichte, von Steinzeitfunden und Römerzeit bis hin zum Zweiten Weltkrieg. Die Bewohner des Hauses und seine Geschichte werden ebenso dargestellt wie die Markt-, Vereins- und Kirchengeschichte von Gaimersheim.