Panoramastraßen in Österreich – die schönsten Hochalpenstraßen von der Großglockner- bis zur Nockalmstraße
Es gibt Straßen, die bringen dich von A nach B — und es gibt Straßen, die sind das Ziel: Österreichs Panoramastraßen schrauben sich in Kehren über Baumgrenze und Passhöhen, vorbei an Gletschern, Stauseen und Almwiesen, und machen aus einer Autofahrt einen ganzen Ausflugstag. Die Königin ist die Großglockner Hochalpenstraße mit ihren 36 Kehren hinauf auf über 2.500 Meter — aber sie hat starke Geschwister: die Nockalmstraße durch den Biosphärenpark, die Villacher Alpenstraße auf den Dobratsch, die Malta Hochalmstraße zur höchsten Staumauer des Landes und die Silvretta-Hochalpenstraße über die Bielerhöhe. Hier findest du die schönsten Höhenstraßen Österreichs im Überblick — mit Saisonzeiten, Maut-Wissen, den besten Stopps und der Antwort auf die Frage, welche Straße zu welchem Ausflugstyp passt.
📍 Das findest du in diesem Guide
Der Überblick — alle großen Panoramastraßen mit Saison und Charakter
Die Königin — Großglockner Hochalpenstraße mit den besten Stopps
Die starken Geschwister — Nockalm, Villacher Alpenstraße, Malta, Silvretta & Co.
Maut- & Spar-Wissen — was die Fahrten kosten und wann sich Kombitickets lohnen
Praktische FAQ — von der besten Tageszeit bis zur Wohnmobil-Frage
Alle großen Panoramastraßen im Überblick
Die wichtigste Planungsregel vorweg: Hochalpenstraßen sind Saisonziele — die meisten öffnen je nach Schneelage Anfang/Mitte Mai und schließen Ende Oktober/Anfang November. Zwei Ausnahmen fahren (fast) ganzjährig. Alle Angaben Stand Herbst 2026; Mauten und Saisonstarts werden jährlich neu festgelegt — wir aktualisieren zur Saison 2027.
| Straße | Bundesland | Höhepunkt | Saison | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| Großglockner Hochalpenstraße | Salzburg/Kärnten | Edelweißspitze 2.571 m | ca. Anfang Mai – Ende Okt. | Die Königin — Gletscherblick & 36 Kehren |
| Nockalmstraße | Kärnten | Eisentalhöhe 2.042 m | ca. Mai – Ende Okt. | Sanfte Nocken, Biosphärenpark, Murmeltiere |
| Villacher Alpenstraße | Kärnten | Rosstratte 1.732 m | ganzjährig (wetterabhängig) | Der Stadtberg — kurz, aussichtsreich, familientauglich |
| Malta Hochalmstraße | Kärnten | Kölnbreinsperre 1.902 m | ca. Anfang Mai – Ende Okt. | Tunnel, Wasserfälle, höchste Staumauer Österreichs |
| Silvretta-Hochalpenstraße | Vorarlberg/Tirol | Bielerhöhe 2.032 m | ca. Ende Mai/Juni – Okt. | Stausee-Idylle zwischen Montafon und Paznaun |
| Kaunertaler Gletscherstraße | Tirol | Gletscherrestaurant ~2.750 m | ganzjährig (wetterabhängig) | Höchster Straßen-Endpunkt — direkt ans Gletschertor |
| Gerlos Alpenstraße | Salzburg/Tirol | Filzstein-Plateau ~1.630 m | ganzjährig befahrbar | Verbindung Zillertal–Pinzgau mit Krimml-Blick |
| Timmelsjoch Hochalpenstraße | Tirol/Südtirol | Passhöhe 2.474 m | ca. Ende Mai/Juni – Okt. | Grenzgänger-Klassiker am Ende des Ötztals |
| Zillertaler Höhenstraße | Tirol | bis ~2.020 m | ca. Mai – Okt. | Almen-Balkon hoch über dem Zillertal |
👑 Die Königin: Großglockner Hochalpenstraße
Die Großglockner Hochalpenstraße ist mehr als eine Straße — sie ist Österreichs meistbesuchtes Bau-Denkmal der Zwischenkriegszeit und eine der berühmtesten Alpenstraßen der Welt: 48 Kilometer, 36 Kehren, hinauf bis zur Edelweißspitze auf 2.571 Metern, dem höchsten mit dem Auto erreichbaren Punkt des Landes. Das Pflichtprogramm: die Kaiser-Franz-Josefs-Höhe mit direktem Blick auf den Großglockner (3.798 m) und die Pasterze, Österreichs größten Gletscher — dessen dramatischer Rückzug hier eindrücklicher zu sehen ist als in jeder Dokumentation. Dazu Themenwege, Murmeltier-Garantie an den Aussichtspunkten und Museen entlang der Strecke. Die Saison läuft von Anfang Mai bis etwa Ende Oktober (wetterabhängig); die PKW-Tageskarte kostet 46,50 Euro, das Motorrad 36,50 Euro (Stand 2026) — klingt happig, deckt aber einen kompletten Ausflugstag mit allen Stationen ab. Familien-Tipp am Fuß der Strecke: der Wild- & Erlebnispark Ferleiten direkt bei der Mautstelle Fusch — die perfekte Kinder-Pause vor oder nach den Kehren.
Perfekt für: den einen großen Alpen-Tag — Gletscher, Kehren, Hochgebirge komplett
Beste Zeit: früh am Vormittag (freie Straße, klare Sicht) — im Juni oft noch mit meterhohen Schneewänden
Spar-Tipp: Vorverkaufs- und Online-Tickets sind günstiger als die Tageskassa; im Herbst gibt es ermäßigte Aktionen
Einplanen: mindestens 4–5 Stunden mit Stopps — wer nur durchfährt, verpasst den Punkt
🏔️ Die starken Geschwister
1. Nockalmstraße (Kärnten) — die Sanfte
Die Nockalmstraße windet sich in 52 Kehren durch den Biosphärenpark Nockberge — und ist der Gegenentwurf zum Glockner-Spektakel: sanfte, grasbewachsene Kuppen statt schroffer Gipfel, Zirbenwälder, Almhütten und an fast jedem Parkplatz pfeifende Murmeltiere. Wer Panoramastraße als Genuss-Format sucht — mit Wander-Stopps, Schaukelbänken und Einkehr statt Gipfel-Hatz —, ist hier richtiger als irgendwo sonst. Die Kombination mit dem Turracher See oder Bad Kleinkirchheim macht den Kärnten-Tag komplett.
2. Villacher Alpenstraße (Kärnten) — die Stadtnahe
Die Villacher Alpenstraße ist das Kurzformat mit Maximal-Aussicht: In gut 16 Kilometern von Villach hinauf auf die Rosstratte am Dobratsch (1.732 m) — mit Blick über Ossiacher See, Faaker See und an klaren Tagen bis weit nach Slowenien und Italien. Der Dobratsch ist als Naturpark autofrei-wanderbar, die Straße grundsätzlich ganzjährig geöffnet (im Winter als Zufahrt zum beliebten Winterwander- und Schneeschuhgebiet!) — damit ist sie die seltene Panoramastraße, die auch im Jänner funktioniert. Für Familien die dankbarste Einstiegs-Höhenstraße: kurz, günstig, oben viel zu tun — inklusive Alpengarten und Aussichtsplattform „Rote Wand“.
3. Malta Hochalmstraße (Kärnten) — die Dramatische
Das Maltatal nennt sich „Tal der stürzenden Wasser“, und seine Hochalmstraße liefert das dramatischste Finale aller österreichischen Panoramastraßen: durch enge Tunnel (teils mit Ampelregelung) und vorbei an Wasserfällen hinauf zur Kölnbreinsperre — mit 200 Metern die höchste Staumauer Österreichs, begehbar, mit Aussichts-Skywalk und Ausstellung. Der Anblick der gigantischen Mauer im Talschluss ist einer der eindrucksvollsten Ingenieur-Momente der Alpen — und der Airwalk über dem Abgrund nichts für weiche Knie. Krönung für Wasserfall-Fans: Der Fallbach, Kärntens höchster Wasserfall, liegt gleich an der Strecke — mehr dazu in unserem Guide zu den schönsten Wasserfällen Österreichs.
4. Silvretta-Hochalpenstraße (Vorarlberg/Tirol) — die Stausee-Route
Die Silvretta-Hochalpenstraße verbindet das Montafon mit dem Paznauntal — über 34 Kehren hinauf zur Bielerhöhe (2.032 m), wo der türkis schimmernde Silvretta-Stausee vor der Gletscherkulisse der Silvretta liegt. Oben warten Seerundweg (kinderwagentauglich!), Bootsfahrten und der Einstieg zu ernsthaften Hochtouren — die Straße ist damit Ausflugsziel und Bergsteiger-Zubringer in einem. Für die Snowboard-WM-Saison 2027 im Montafon ohnehin eine Gegend mit Doppel-Anlass.
5. Kaunertaler Gletscherstraße (Tirol) — die Höchste
Die Kaunertaler Gletscherstraße hält den Höhenrekord: Sie endet auf rund 2.750 Metern direkt am Gletscher — kein anderer Straßen-Endpunkt Österreichs liegt höher. Auf 26 Kilometern und 29 Kehren geht es vom Stausee Gepatsch bis vor die Eisflanken der Ötztaler Alpen; oben warten Gletscherrestaurant und im Sommer begehbare Eiswelten. Weil die Straße das Skigebiet erschließt, ist sie grundsätzlich ganzjährig befahrbar — das surrealste Erlebnis ist die Fahrt im Frühsommer, wenn unten die Almen blühen und oben der Winter wohnt.
6. Gerlos Alpenstraße, Timmelsjoch & Zillertaler Höhenstraße (Salzburg/Tirol)
Drei weitere Klassiker verdienen den Platz auf der Liste: Die Gerlos Alpenstraße verbindet Zillertal und Oberpinzgau und schenkt an ihrem Scheitel den großen Blick auf die Krimmler Wasserfälle — mit über 380 Metern die höchsten Europas und der logische Stopp der Tour. Das Timmelsjoch am Ende des Ötztals ist der Grenzgänger-Klassiker nach Südtirol, mit Architektur-Stationen entlang der Passstraße. Und die Zillertaler Höhenstraße ist der Almen-Balkon des Zillertals — schmal, steil und mit Einkehr-Dichte, die jede Bergtour ersetzt.
💶 Maut- & Spar-Wissen
💡 So fährst du günstiger: Alle großen Panoramastraßen sind Privat-Mautstraßen — die Vignette gilt hier nicht, gezahlt wird pro Fahrzeug (Großglockner 2026: 46,50 € PKW / 36,50 € Motorrad; die übrigen liegen meist spürbar darunter). Sparen lässt sich fast überall: Online- und Vorverkaufstickets sind günstiger als die Tageskassa, Autofahrerclubs bieten ermäßigte Karten, im Herbst laufen oft Aktionstarife, und E-Autos bekommen auf mehreren Straßen Rabatt. Wer mehrere Kärntner Straßen plant (Glockner, Nockalm, Malta, Villacher), sollte nach Kombi-Angeboten und den Leistungen der regionalen Gästekarten schauen — da steckt oft eine ganze Straße gratis drin. Und die goldene Regel: Die Maut kauft keinen Transit, sondern einen Ausflugstag — wer alle Stopps mitnimmt, bekommt den Gegenwert locker herein.
Häufige Fragen zu Österreichs Panoramastraßen
Was kostet die Großglockner Hochalpenstraße?
Die Tageskarte kostet 46,50 Euro pro PKW und 36,50 Euro pro Motorrad (Stand Saison 2026) — gültig für den ganzen Tag inklusive aller Aussichtspunkte, Themenwege und Ausstellungen entlang der Strecke. Online-Vorverkauf und Club-Ermäßigungen machen es günstiger; die Preise werden jährlich neu festgelegt.
Wann sind die Hochalpenstraßen geöffnet?
Die Hochlagen-Klassiker (Großglockner, Nockalm, Malta, Silvretta, Timmelsjoch) öffnen je nach Schneelage zwischen Anfang Mai und Juni und schließen Ende Oktober/Anfang November. Praktisch ganzjährig befahrbar sind die Villacher Alpenstraße, die Kaunertaler Gletscherstraße und die Gerlos Alpenstraße — immer vorbehaltlich Wintersperren nach starken Schneefällen.
Welche Panoramastraße ist die schönste für Familien?
Die Villacher Alpenstraße (kurz, günstig, oben Alpengarten und Spielmöglichkeiten — plus Wildpark Rosegg in der Nähe) und die Malta Hochalmstraße (Staumauer-Wow-Effekt, Airwalk, Wasserfälle) gewinnen bei Kindern am zuverlässigsten. Am Großglockner ist der Wild- & Erlebnispark Ferleiten an der Mautstelle der perfekte Familien-Baustein.
Wann ist die beste Tageszeit für eine Panoramastraßen-Fahrt?
Früh am Vormittag: Die Straßen sind leer, die Fernsicht ist vor der Quellwolken-Bildung am besten, und die Tiere (Murmeltiere!) sind aktiver. Nachmittags ballen sich Ausflugsverkehr und Wolken — und an Schönwetter-Sonntagen im Hochsommer werden die Parkplätze der Top-Aussichtspunkte knapp.
Kann man die Straßen mit Wohnmobil oder Anhänger fahren?
Grundsätzlich ja — die großen Panoramastraßen sind für Wohnmobile ausgelegt (eigene Tarifklassen), Kehren und Steigungen verlangen aber vorausschauendes Fahren und intakte Bremsen. Mit Anhänger oder sehr großen Fahrzeugen lohnt der Blick in die Bestimmungen der jeweiligen Straße; die engen Tunnel der Malta Hochalmstraße etwa haben Breiten- und Höhenlimits. Motorradfahrer beachten: Einzelne Strecken haben Lärm-Regelungen.
Braucht man für die Panoramastraßen eine Vignette?
Nein — die Panoramastraßen selbst sind vignettenfreie Privat-Mautstraßen: Bezahlt wird an der jeweiligen Mautstelle. Eine Vignette brauchst du nur, wenn deine Anreise über Autobahn oder Schnellstraße führt. Beides zu verwechseln ist der klassische Urlauber-Irrtum.
💚 Die Tour fertig planen: Kombiniere Panoramastraße, Wander-Stopp und Einkehr mit dem Tagesplaner zu einer Route — passende Ziele entlang der Strecken findest du in den Kategorien Natur & Outdoor und Aussichtspunkte & Panoramen.
Ob Gletscher-Finale am Glockner, Murmeltier-Pfiff an der Nockalm oder Staumauer-Gänsehaut im Maltatal: Österreichs Panoramastraßen verwandeln Höhenmeter in Erinnerungen — man muss nur wissen, welche Kurve zu wem passt. Wir aktualisieren Mauten und Saisonzeiten jährlich zum Saisonstart; wenn deine Lieblingsstraße fehlt, schreib uns. Und dann: Fenster runter, ersten Gang rein — die Kehren warten.
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