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Expositur Maria-Straßengel

Auf dem Kirchberg von Gratwein-Straßengel liegt die Expositur Maria-Straßengel, deren Wallfahrtskirche zu den bedeutendsten hochgotischen Sakralbauten Österreichs zählt. Die Anfänge des Wallfahrtsortes reichen laut offizieller Expositur bis ins 12. Jahrhundert zurück. Der Grundstein für die heutige Kirche wurde 1346 gelegt; erbaut wurde die Wallfahrtskirche 1346 bis 1366. Besonders prägend ist der 48 Meter hohe Turm mit reicher Symbolik. Im Inneren ziehen das Gnadenbild Maria im Ährenkleid aus der Zeit um 1430/40, das Wurzelkreuz und die gotischen Glasfenster viele Besucherinnen, Besucher und Wallfahrer an. Graz Tourismus beschreibt Maria Straßengel als „Steirischen Steffl“ und hebt die weithin sichtbare Lage, den filigranen Sandsteinturm, die Bauplastik und die originalen Glasgemälde aus dem 14. Jahrhundert hervor. Die Expositur wurde 1972 errichtet, Patrozinium ist Mariä Namen am 12. September.

Lurgrotte Peggau

In Peggau nördlich von Graz öffnet sich einer der beiden Eingänge zur Lurgrotte, der größten wasserdurchströmten Schauhöhle Österreichs. Die Höhle durchquert das Karstgebiet Tanneben zwischen Peggau und Semriach; seit einer Flut im Jahr 1975 ist der frühere Verbindungsweg zwischen beiden Eingängen aus Sicherheitsgründen nicht mehr begehbar. Vom Peggauer Eingang aus führt die Führung auf trockenen Wegen, Betonsteigen und Brücken durch eine effektvoll beleuchtete unterirdische Welt aus Tropfsteinen, Grotten, Felsdomen, wassergeformten Hallen und Schluchten. Besucherinnen und Besucher gelangen dabei bis zum sogenannten „Prinzen“. Die Lurgrotte ist auch kultur- und naturgeschichtlich bedeutend: Funde belegen, dass Höhlenbären und vor rund 50.000 Jahren auch Neandertaler die Vorhöhlen nutzten. Bekannt wurde die Höhle außerdem durch das Hochwasserdrama von 1894, als sieben Höhlenforscher eingeschlossen und nach mehreren Tagen gerettet wurden. Heute sorgen Führungen und Sicherheitsmaßnahmen für einen geregelten Besuch. In der Höhle herrschen ganzjährig etwa 10 °C und hohe Luftfeuchtigkeit; warme Kleidung und gutes Schuhwerk werden empfohlen.

Zisterzienserstift Rein

Nördlich von Graz lädt das Zisterzienserstift Rein zu einem Besuch an einem der bedeutendsten klösterlichen Orte der Steiermark ein. Das Stift blickt auf rund 900 Jahre Geschichte zurück und bezeichnet sich als ältestes durchgehend bestehendes Zisterzienserkloster der Welt. Das historische Klosterareal ist frei zugänglich, die Kirche steht tagsüber offen; Klosterräume und Ausstellung sind im Rahmen von Führungen zugänglich. Die regelmäßigen Führungen unter dem Motto „Rein schauen“ machen die Geschichte des Hauses, der Steiermark und des Ordens erlebbar. Ein wichtiger Bestandteil ist das Grab des Stifters Markgraf Leopold I., des ersten Landesherren der Steiermark. Ergänzend zum Klosterbesuch bietet Stift Rein einen Klosterladen, den wiederbelebten Stiftsgarten und das Stein.Zeit.Museum. Der Stiftsgarten wird als erster „wilder Barockgarten“ Österreichs beschrieben und verbindet barocke Grundstruktur mit heimischen Wildpflanzen, Blühwiesen und Lebensräumen für Insekten. Das Stein.Zeit.Museum widmet sich dem über 6.000 Jahre alten Hornsteinbergbau im Reiner Becken, dem ältesten bekannten Bergbau der Steiermark, und zeigt Funde an ihrem Ursprungsort.

Österreichisches Freilichtmuseum Stübing

Eingebettet in ein weitläufiges Seitental der Mur lädt das Österreichische Freilichtmuseum Stübing zu einer Zeitreise durch die ländliche Bau-, Wohn- und Alltagskultur Österreichs ein. Historische Gebäude aus allen Bundesländern wurden an ihren ursprünglichen Standorten sorgfältig abgetragen und in Stübing nach traditionellen Handwerksmethoden wiedererrichtet. Heute vermitteln rund 100 Objekte einen authentischen Eindruck früherer regionaler Bau- und Lebensweisen: Bauernhäuser, Wirtschaftsgebäude, Mühlen, Werkstätten, Wegkreuze, Greißlerei, Schule, Hausgärten und landwirtschaftliche Geräte zeigen, wie Menschen in vergangenen Jahrhunderten arbeiteten, wohnten und wirtschafteten. Das Museum geht auf den Grazer Geisteswissenschaftler Viktor Herbert Pöttler zurück, der es 1962 mit Unterstützung der Bundesregierung und der österreichischen Bundesländer gründete. Neben dem frei begehbaren Museumsgelände bietet Stübing Ausstellungen, Führungen, Workshops, Handwerksvorführungen, Aktionstage und Veranstaltungen im Jahreslauf. Ergänzend gibt es Gastronomie, Museumsshop, historische Greißlerei, Garten- und Naturbereiche sowie Programme für Schulen, Kindergärten und Gruppen. Seit Ende 2025 ist das Museum als „Grünes Museum“ mit dem Österreichischen Umweltzeichen zertifiziert.

Kunsthaus Graz

Am westlichen Murufer in Graz setzt das Kunsthaus Graz einen starken architektonischen und kulturellen Akzent. Das Ausstellungshaus für internationale zeitgenössische Kunst wurde im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt 2003 eröffnet und gilt seither als modernes Wahrzeichen der Stadt. Wegen seiner eigenwilligen biomorphen Form wird das Gebäude auch „Friendly Alien“ genannt. Entworfen wurde es von den Architekten Peter Cook und Colin Fournier; die BIX-Medienfassade stammt von realities:united und macht die Hülle des Hauses abends zur bespielbaren Licht- und Medienfläche in Richtung Mur und Innenstadt. Inhaltlich versteht sich das Kunsthaus als transdisziplinärer Ausstellungs-, Aktions- und Vermittlungsort für zeitgenössische Kunst in allen medialen Formen. Es verbindet internationale Kunstpositionen mit regionalen und lokalen Themen. Das Gebäude verfügt über rund 11.100 Quadratmeter Nutzfläche, flexible Ausstellungsräume, Foyerbereiche, Shop, Kunsthauscafé und eine Tiefgarage. Im selben Haus befinden sich auch die Ausstellungsräume von Camera Austria. Die denkmalgeschützte Fassade des historischen Eisernen Hauses wurde in das Kunsthaus integriert. Das Museum ist barrierefrei zugänglich, bietet Führungen, Workshops, Kunstvermittlung, Audioguides und ein laufendes Programm mit Ausstellungen und Veranstaltungen.