by | Aug. 19, 2026
Schloss Weissenstein in Pommersfelden gilt als repräsentatives Glanzstück des fränkischen Barock und zählt zu den besterhaltenen Schlossanlagen Deutschlands. Errichtet wurde es zwischen 1711 und 1718 im Auftrag von Lothar Franz von Schönborn (1655–1729), Fürstbischof von Bamberg und Kurfürst-Erzbischof von Mainz. Als leidenschaftlicher Bauherr und Kunstsammler wollte er einen privaten Sommersitz nach seinem persönlichen Geschmack schaffen – das Ergebnis ist ein dreiflügeliger Baukomplex von europäischem Rang.
Die Planung lag in den Händen von Johann Dientzenhofer aus Bamberg sowie des kaiserlichen Wiener Hofarchitekten Johann Lukas von Hildebrandt. Den Marstall und den Park gestaltete Maximilian von Welsch, der Mainzer Hofarchitekt. Berühmt ist das dreigeschossige Treppenhaus mit einem Raumvolumen von rund 8.000 Kubikmetern – eine Konzeption, die Lothar Franz selbst zugeschrieben wird und die schon Zeitgenossen in Staunen versetzte. Der Hofarchitekt Ludwigs XIV., Germain Boffrand, soll es als einzigartig in ganz Frankreich bezeichnet haben.
Im Piano nobile dominiert der Marmorsaal mit 21 Metern Länge, 14 Metern Breite und 15 Metern Höhe – der größte Raum des Schlosses und alljährlicher Schauplatz des internationalen Collegium Musicum. Die Sala Terrena im Erdgeschoss beeindruckt durch ihre dekorative Auskleidung mit Muscheln, Glaskugeln, Glimmerplättchen und Mineralien, die im Kerzenlicht schimmern. Das älteste vollständig erhaltene Spiegelkabinett Deutschlands zählt zu den Meisterleistungen der deutschen Marketeriekunst.
Die Gemäldesammlung umfasst rund 500 Werke aus dem 16. bis 18. Jahrhundert und ist eine der größten privaten Barockgemäldesammlungen Deutschlands. Vertreten sind unter anderem Brueghel, van Dyck, Rubens, Tizian und Dürer. Auch die privaten Appartements des Kurfürsten sind original erhalten und gewähren einen authentischen Einblick in das höfische Leben des Barock.
Seit 1996 wird das Schloss von einer gemeinnützigen Stiftung getragen, die Dr. Karl Graf von Schönborn-Wiesentheid ins Leben rief, um den Erhalt für künftige Generationen zu sichern. Verwaltet wird die Stiftung seit 1998 von Paul Graf von Schönborn-Wiesentheid, der das Schloss weiterhin für öffentliche und private Veranstaltungen nutzt. Die Familie der Grafen von Schönborn ist damit seit über 300 Jahren ununterbrochen Eigentümerin dieses Kleinods.
Der weitläufige Park wurde im 19. Jahrhundert in einen englischen Landschaftsgarten umgewandelt und lädt mit Lindenalleen, Sichtachsen und freilaufendem Damwild zum Spazierengehen ein. Ein Schlossladen mit Souvenirs, Literatur und Weinen aus gräflichem Anbau rundet das Besuchsangebot ab. Besichtigungen des Schlosses sind ausschließlich im Rahmen von Führungen möglich, die stündlich angeboten werden und rund 55 Minuten dauern. Sonderführungen zu speziellen Themen wie Treppenhaus, Gemäldegalerie und Architektur sowie Kinderführungen ergänzen das Programm.
by | Aug. 16, 2026
Die Fürstäbtliche Residenz Kempten zählt zu den bedeutendsten Barockensembles Bayerns und gilt als erste monumentale Klosteranlage Deutschlands, die nach dem Dreißigjährigen Krieg errichtet wurde. Ihre Geschichte reicht weit zurück: Bereits um 750 wurde an dieser Stelle ein Benediktinerstift gegründet, das im Laufe der Jahrhunderte zu einem mächtigen geistlich-weltlichen Herrschaftszentrum heranwuchs. Der Dreißigjährige Krieg vernichtete die Anlage weitgehend. Der ehrgeizige Fürstabt Roman Giel von Gielsberg reagierte entschlossen und beauftragte 1651 den Vorarlberger Baumeister Michael Beer mit einem Neubau in gewaltiger Dimension. Als Beer Ende 1653 aus dem Dienst schied, stand bereits der Westflügel; die Fundamente der übrigen Trakte waren gelegt und die Stiftskirche in Teilen errichtet. Im Frühjahr 1654 übernahm der Graubündner Johann Serro die Bauleitung. Er verband Kirche und Residenz durch einen Sakristeianbau und schloss den Hauptbau 1670 ab. Gleichzeitig entstand die heute als Basilika St. Lorenz bekannte Stiftskirche, die architektonisch mit der Residenz verbunden ist und gemeinsam mit ihr ein beeindruckendes städtebauliches Ensemble bildet.
Die Innenausstattung der fürstäbtlichen Wohnräume im Südflügel wurde von 1732 bis 1742 unter dem kunstsinnigen Fürstabt Anselm von Reichlin-Meldegg verwirklicht, der 1728 seinen Vorgänger Rupert von Bodmann abgelöst hatte. Ein Künstlerteam erster Güte arbeitete zunächst von 1732 bis 1735 an den eigentlichen Wohnräumen – Vorzimmer, Audienzzimmer, Tagzimmer und Schlafzimmer –, die im Stil des späten Régence gehalten sind. Sakrale Architektur- und Dekorationselemente verbinden sich dort mit fürstlichem Wohnkomfort; kräftige, warme Farben verleihen den Räumen einen Eindruck von Wohnlichkeit und Heiterkeit, der bis heute nachwirkt.
Den absoluten Höhepunkt bildet der Thronsaal, dessen Ausstattung von 1740 bis 1742 – wohl nach Entwurf von Dominikus Zimmermann – ausgeführt wurde. Der über fünf Fensterachsen und zwei Geschosse reichende Rechtecksaal ist durch ein subtiles architektonisches System gegliedert und mit aufwendigen, vielfigurigen Stuckkompositionen Johann Georg Üblhers ausgestattet. Das gesamte Tonnengewölbe überzieht ein Deckenbild Franz Georg Hermanns, das die Verherrlichung des Fürststifts und seine Geschichte zum Thema hat. Skulpturen des Bildhauers Aegid Verhelst ergänzen das Ensemble. Der Thronsaal gilt als einer der Höhepunkte des bayerischen Rokokos in Süddeutschland.
Die Klosteranlage besitzt einen rechteckigen Grundriss mit zwei Innenhöfen; an den Ecken befinden sich Türme mit offenen Laternen. Nördlich der Residenz erstreckt sich eine terrassenförmig angelegte Gartenanlage, an deren Ende die Orangerie liegt, die heute die Stadtbibliothek beherbergt. Der Residenzhof dient als Schauplatz kultureller Veranstaltungen. Um den wertvollen historischen Parkettboden zu schonen, ist das Schreiten durch die Prunkräume nur mit bereitgestellten Filzpantoffeln möglich. Die Besichtigung ist ausschließlich im Rahmen geführter Touren möglich, die alle 45 Minuten beginnen; Tickets sind nur vor Ort erhältlich.
by | Aug. 15, 2026
Hinter Schloss Nymphenburg erstreckt sich eine großflächige historische Parkanlage, deren Gestaltung von barocken Gartenformen bis zum englischen Landschaftsgarten reicht. Lange Kanäle, Seen, alte Baumgruppen und Sichtachsen bestimmen das Landschaftsbild. Mehrere kleinere Parkschlösser wie Amalienburg und Badenburg können während der Sommersaison zusätzlich besichtigt werden. Der Park selbst ist ganzjährig geöffnet.
by | Aug. 15, 2026
Mitten im Chiemsee entstand auf der Herreninsel eines der ambitioniertesten Bauprojekte König Ludwigs II. Das Neue Schloss orientiert sich in Architektur und Ausstattung am französischen Versailles und besitzt unter anderem einen monumentalen Spiegelsaal. Die Prunkräume sind ausschließlich im Rahmen einer Führung zugänglich. Ergänzend informiert das König-Ludwig-II.-Museum über Leben und Bauprojekte des bayerischen Königs. Für die Anreise ist eine Schifffahrt zur Herreninsel erforderlich.
by | Aug. 15, 2026
Hoch über der Salzach erstreckt sich Burg Burghausen über einen langen Bergrücken. Die Anlage besteht aus der Hauptburg und fünf hintereinander angeordneten Burghöfen und zählt damit zu den außergewöhnlichsten Burgensembles Europas. Das Außengelände kann grundsätzlich frei erkundet werden. In der Hauptburg vermittelt das Staatliche Burgmuseum historische Einblicke; die angeschlossene Staatsgalerie zeigt Kunstwerke aus mehreren Jahrhunderten.