Select Page

Archäologiepark Altmühltal – Station 16: Befestigte Höhensiedlung

Der Wolfsberg

Durch seine steilen Hänge war der Berg von Natur aus gut geschützt. Zusätzlich wurde er in vorgeschichtlicher Zeit mit einem rund 2,5 Kilometer langen Wall auf der Hangkante gesichert.

Aufbau der Befestigung

Ein Querwall teilt die Anlage von Ost nach West in zwei Bereiche:

Oberburg und UnterburgDer Querwall ist an seiner Basis vier Meter breit und 1,30 Meter hoch.Im Westen trifft er den Ringwall im rechten Winkel.Im Osten biegt er ein und ein sogenanntes Zangentor bildet den früheren Eingang.

Am Ringwall lassen sich insgesamt drei solcher Zangentore nachweisen. Sie führten in das befestigte Gelände, das einen Kilometer lang und bis zu 350 Meter breit war.

Wer lebte hier?

Die Befestigungsanlagen wurden bisher nicht vollständig untersucht. Einzelne Fundstücke und die Form der Tore deuten jedoch darauf hin, dass der Wolfsberg in keltischer Zeit bewohnt war. Möglicherweise entstanden die Wälle sogar noch früher in der sogenannten Urnenfelderzeit.

Handel und Macht

Ähnliche Anlagen, wie die gut erforschte Schellenburg im Landkreis Eichstätt, zeigen: Solche Höhensiedlungen dienten nicht nur zur Verteidigung. Ihre Lage an wichtigen Handelswegen ermöglichte es ihren Bewohnern, Handel und Verkehr zu überwachen. Auch Ansehen und Macht spielten beim Bau eine große Rolle.

Archäologiepark Altmühltal – Station 02: Frühkeltische Mauerrekonstruktion auf dem Michelsberg in Kelheim

Eine Mauer im Verfall

Die rekonstruierte Mauer am Michelsberg wurde direkt an den alten Wall gebaut – an die Reste der vorgeschichtlichen Befestigungsanlage. Sie zeigt die frühkeltische Ausbauphase, aber nicht im ursprünglichen Zustand: Die Mauer ist bewusst im fortgeschrittenen Verfall dargestellt. Eichenstämme und Mauersegmente sind niedriger als zur Zeit der frühen Kelten.

Der verfallene Erdwall ist noch gut sichtbar: Er hebt sich als hügelartige Erhebung deutlich aus dem Gelände hervor.

Eine lange Geschichte

Der Wall wurde 1997 archäologisch untersucht. Er verläuft rund 260 Meter westlich der Befreiungshalle in Nord-Süd-Richtung und ist etwa 200 Meter lang. Lange hielt man ihn für frühmittelalterlich – also aus dem 10. Jahrhundert nach Christus.

Die Grabungen zeigten jedoch: Der Wall wurde in mindestens vier Bauphasen errichtet.

Die vier Bauphasen im ÜberblickÄlteste Phase: Eine Reihe großer Pfosten mit Mauersegmenten aus PlattenkalkenZerstörung: Eine 50 Zentimeter starke Brandschicht belegt ein Feuer, das die Befestigung um 1850 vor Christus zerstörteErneuerung: Wiederaufbau mit Eichenstämmen und Mauern aus Plattenkalken – ähnlich wie bereits in der BronzezeitFrühkeltische Phase: Diese letzte Baumaßnahme fand am Übergang vom 6. zum 5. Jahrhundert vor Christus statt

Aussichtspunkt Kirchfelsen

Der Aussichtspunkt Kirchfelsen in Obereggersberg bei Riedenburg ist ein Kleinod für Naturliebhaber und Geschichtsinteressierte. Von hier aus eröffnet sich ein beeindruckender Ausblick auf das untere Altmühltal. Die weite Landschaft mit ihren sanften Hügeln und dem sich schlängelnden Fluss bietet einen unvergesslichen Anblick.

Direkt unterhalb des Aussichtspunktes liegt die Ruine der einst mächtigen Burg Eggersberg. Heute sind noch Reste des Bergfrieds, der Heilig-Kreuz-Kapelle und des Halsgrabens erhalten.

Tipp
Wie wäre es mit einer Wanderung auf dem Riedenburger Rundwanderweg 6? Von Riedenburg führt der Weg über die Jurahöhen des Altmühltals direkt zur Burgruine und zum Aussichtspunkt.

Tausendjährige Eiche in Ottersdorf

Während sich die natürliche Bestockung der südlichen Frankenalb ursprünglich vor allem aus Buche und Eiche zusammensetzte, beträgt der Eichenanteil heute nur noch 2 Prozent. Zahlreiche Eichen fielen der Axt zum Opfer, da das Eichenholz zu den besten und härtesten Holzarten gehört und daher von Tischler, Wagner und Zimmermann begehrt ist. Auch für Tief- und Wasserbauten wird Eichenholz verwendet, weil es wegen seines Gerbstoffgehaltes selbst im Wasser jahrtausendelang der Fäulnis widersteht; so haben sich Pfosten von Römerbrücken und Bohlen von Römerstraßen über nasses Gelände in der Eichstätter Umgebung erhalten.

Da der Wald nicht nur Bauholz und Werkholz, sondern auch den gesamten Brennstoff lieferte, wurden die Wälder mit zunehmender Bevölkerung im Mittelalter und in der frühen Neuzeit stark ausgeplündert. Der Raubbau setzte sich im 17. Jahrhundert fort, als nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges für den Wiederaufbau allenthalben Bauholz benötigt wurde. Obwohl die oft jagdfreudigen Landesherren die Eiche des Wildes wegen (Eicheln als Futter) unter besonderen Schutz stellten, nahmen die Bestände weiter ab. Die schnell wachsende Fichte war dann zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als eine geregelte moderne Forstwirtschaft einsetzte, der Ausweg, um die verwüsteten Waldflächen wieder zu bestocken.

Geht man von der Tausendjährigen Eiche aus weiter den Waldsaum entlang und biegt beim zweiten Weg nach links in den Wald ab, so trifft man auf die Reste einer Burganlage mit noch sichtbarem 6 Meter tiefen und rund 10 Meter breiten Halsgraben, vielleicht der ehemalige Sitz des Geschlechts der Ottersdorfer, die im frühen Mittelalter genannt sind.